Bereits in den Beginnzeiten der Dakar war Volkswagen bei der Wüstenrallye mit von der Partie. 1980, als noch kaum jemand von dem Rennen durch die Wüste sprach, stand ein Werksteam aus Wolfsburg mit vier Iltis am Start. Drei davon hatten 110 PS, einer immerhin 150 PS unter der Haube. Bei diesem frühen Einsatz konnte VW mit Freddy Kattulinsky am Steuer den bislang ersten und einzigen Erfolg verbuchen.
Das könnte auch daran liegen, dass der Autobauer danach 23 Jahre von der Bildfläche der Dakar verschwand. Erst 2003 war man mit drei Tareks wieder am Start. Damals waren Jutta Kleinschmidt, die Siegerin von 2001, Stephane Henrard und Dieter Depping die Piloten. Beim Wiedereinstieg erreichte VW immerhin den Sieg in der Klasse der zweirad-getriebenen Fahrzeuge, Henrard wurde im Gesamtklassement Sechster und Kleinschmidt Achte.

Nach dem ersten Schnuppern folgte dann der volle Angriff von Volkswagen. Mit dem Race Touareg ging man 2004 mit einem Allrad-Prototypen an den Start. Die Piloten Jutta Kleinschmidt und Bruno Saby konnten dabei auch gleich erste Achtungserfolge erzielen. Saby kam als zweitschnellstes Dieselauto und insgesamt Sechster ins Ziel und Kleinschmidt holte den ersten Etappensieg für das neue Auto. Auch im Gesamtklassement wäre sie recht weit vorne angekommen, doch nach einer missglückten Wasserdurchfahrt warf sie eine aufwändige Reparatur auf Rang 21 zurück.
Doch 2005 schlug Kleinschmidt zurück und war die erste, die ein Dieselfahrzeug bei der Dakar auf das Podest fahren konnte. Saby kam als Fünfter ins Ziel und Robby Gordon musste sich bei seiner Premiere mit Rang zwölf begnügen, nachdem er zwischenzeitlich sogar geführt hatte. Der vierte Touareg, der von Juha Kankkunen pilotiert wurde, sah das Ziel nach einem Unfall nicht.
2006 ging Volkswagen mit dem weiterentwickelten Race Touareg 2 an den Start und konnte sich in den Ergebnislisten weiter nach vorne arbeiten. Giniel de Viliers erreichte Gesamtrang zwei und verbesserte damit das beste Ergebnis eines Diesel-Fahrzeuges aus dem Vorjahr. Mark Miller erreichte Platz fünf, Bruno Saby wurde Achter, Carlos Sainz beendete seine Dakar-Premiere nach der Zwischenführung auf Rang elf und Jutta Kleinschmidt musste aufgeben.

Sieht man auf die Einzelerfolge, war 2006 neben dem zweiten Gesamtrang auch während der Rallye das bislang erfolgreichste Jahr für VW. Fünf Etappensiege konnten eingefahren werden und fünf Tage lag ein Auto aus Wolfsburg an der Spitze des Feldes. Nach dem dritten Gesamtrang vor zwei Jahren und dem letztjährigen zweiten Platz, bleibt für 2007 nur noch ein Ziel übrig: Der Sieg!
Bei der diesjährigen Dakar ist VW wieder mit dem Race Touareg 2 am Start. Beim Personal gab es ein paar kleine Umstellungen. Jutta Kleinschmidt bekam keinen neuen Vertrag und ist zu BMW gewechselt. Ihre Co-Pilotin Fabrizia Pons wird daher mit dem Rallye-Weltmeister von 1981 und vierfachen Dakar-Sieger Ari Vatanen unterwegs sein. Auch Bruno Saby ist nicht mehr beim Team und nimmt an der Dakar für Fiat teil. Sein Dauer-Co der vergangenen Jahre, Michel Périn, wird diesmal an der Seite des ehemaligen Rallye-Weltmeisters Carlos Sainz fahren. Mark Miller geht mit Ralph Pitchford an den Start und Giniel de Viliers hat Millers alten Co-Piloten Dirk von Zitzewitz neben sich.
VW plus eins
Das gesamte Dakarprojekt wurde unter dem Dach von Volkswagen Motorsport in Hannover zusammengefasst. Rund 100 Mitarbeiter arbeiten an den Renn-, und Servicefahrzeugen. Zum ersten Mal dabei ist das Kundenteam "Team Lagos".

Das Team wird seine Fahrer mit drei Race-Trucks, sieben Service-Trucks, drei Volkswagen Transportern T5 und zehn Service-Touareg unterstützen. Dazu kommen noch 78 Teammitglieder, die im Tross reisen. Für das Kundenteam "Lagos" sind noch zwei weitere Begleitfahrzeuge und 10 Mitarbeiter dabei.
Zum Werksteam von Volkswagen Motorsport stößt dieses Jahr zum ersten Mal das Team Lagos. Das Team Phoenix Sport, bekannt aus der DTM, bildet das Einsatzteam. "Der Einsatz des Race Touareg erfolgt durch Phoenix Sport in Eigenregie, jedoch in enger Kooperation mit Vokswagen Motorsport in technischer Hinsicht", erklärt Motorsportchef Kris Nissen. Geplant waren zwei Rennfahrzeuge, doch jetzt wird Lagos nur mit einem Race Touareg 2 an den Start gehen. Pilot ist der Portugiese Carlos Sousa, er wird von dem Deutschen Andreas Schulz durch die Wüste gelotst.
Doch ganz grün hinter den Ohren ist das Team aus der Eifel nicht. Bei der Dakar 2006 betreuten sie den Touareg des Amerikaners Mark Miller, der sich am Ende über Rang fünf freuen durfte. Noch im gleichen Jahr nahm das "Team Lagos" an den ersten Rallyes teil und debütiert nun bei der Dakar. Bewerber und Namensgeber ist "Lagos Premium Sports Events", ein portugiesischer Veranstalter von Sport-Events. So organisieren "Lagos" unter anderem die europäischen Etappen der Rallye Dakar.

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