Die 1. Etappe zur 47. Ausgabe der Rallye Dakar 2025 gewann nach 413 Prüfungs-Kilometern Guerlain Chicherit im X-raid Mini. Der Franzose führte nach dem Start das Feld an und lag bei den Waypoints immer zwischen Platz eins und vier. Es war bereits der achte Tagessieg in seiner Dakar-Karriere. Dahinter belegten mit Seth Quintero und Saood Variawa zwei Toyota-Team die Plätze zwei und drei.

Profil der 1. Etappe
Profil der 1. Etappe, Foto: A.S.O.

1. Etappe: Bisha - Bisha

(Prüfung: 413 km, Verbindung: 86 km)

Vor dem Start

Die Prüfung über 413 Kilometer führt die Teams der Bike- und Autokategorie durch sehr unterschiedliches Terrain. Außer sandigem Untergrund gibt es alle möglichen Oberflächen zu bewältigen. Große Steinbrocken mussten umfahren werden. Nach gut 200 Kilometern erreichen die Piloten einige Labyrinthe. Das wird ein Härtetest für die Navigatoren werden, um den richtigen Weg zu finden.

#222 Guillaume de Mevius im X-raid Mini
Guillaume de Mevius im X-raid Mini ging als erster Pilot auf die Strecke, Foto: A.S.O.

Start/WP 1: Viele Positionswechsel nach dem Start

Der gestrige Auftakt der Marathon-Rallye mit dem Prolog diente lediglich dazu, die Startreihenfolge für die 1. Etappe festzulegen. Die Top-10-Piloten des Prologs konnten sich die Startposition aussuchen. Toyota-Pilot Henk Lategan hatte den Prolog ohne Zeitwertung als Erster beendet und wählte die Startposition neun.

Guillaume de Mevius im X-raid Mini startete als erster Fahrer in die Zeitenjagd. Es folgte Juan Cruz Yacopini in Toyota vor Vladas Jurkevicius aus Litauen im zweiten Mini. Titelverteidiger Nasser Al-Attiyah begann im Dacia die Etappe von Position neun.

Nach dem Start auf sandigem Untergrund wurde nach 39 Kilometern der erste Checkpoint erreicht. Prolog-Sieger Lategan konnte überraschend Platz eins verteidigen, nachdem zehn Fahrer die Zeitmessung passiert hatten. Allerdings folgte de Mevius mit nur einer Sekunde Rückstand vor Mattias Ekström im Ford. Nachdem alle Top-Fahrer den ersten Waypoint passiert hatten, gab es mit Mini-Pilot Guerlain Chicherit einen neuen Leader.

WP 2/3/4: Chicherit diktiert die Anfangsphase

Die nächsten Zwischenzeiten erfolgten bei Kilometer 92, 122 und 151. Chicherit konnte seine Führung am zweiten Waypoint sogar auf 66 Sekunden auf den Litauer Rokas Baciuska ausbauen. Sein Toyota-Markengefährte Seth Quintero aus den USA folgte auf Rang drei.

Auch nach 122 absolvierten Kilometern lag der Franzose weiterhin mit identischem Vorsprung vorne. Toyota-Pilot Lucas Moraes war jetzt neuer Dritter. Al-Attiyah lag nur auf Platz 24 mit fast sechs Minuten Rückstand.

Es folgte der erste Führungswechsel nach dem vierten Kontrollpunkt. Moraes lag beim ersten WP noch auf Rang 20 und steigerte sich kontinuierlich bis auf Rang eins nach 1:38:10 Stunden Fahrtzeit. Neuer Zweiter war sein Markenkollege Saood Variawa aus Südafrika vor Chicherit. Die Top-10 lag insgesamt innerhalb von zwei Minuten dicht beisammen.

#203 Lucas Moraes im Toyota
Lucas Moraes auf dem Weg zur Spitze, Foto: Red Bull Content Pool

WP 5/6: Chicherit führt im Mini vor einer Toyota-Armada

Beim fünften Waypoint gab des eine dreifache Toyota-Führung mit Variawa vor Moraes und Guy David Botterill. Nach weiteren 31 Kilometern war der sechste Kontrollpunkt nach insgesamt 213 Kilometern erreicht. Zur Halbzeit führte nach 2:23:12 Stunden plötzlich wieder Chicherit, der die drei Toyota-Piloten virtuell noch überholen konnte. Dahinter platzierte sich mit Joao Ferreira der zweibeste Mini-Fahrer vor drei weiteren Toyota-Teams mit Quintero und Toby Price, der nach zehn Bike-Jahren in die Auto-Kategorie wechselte, sowie der deutsche Navigator Timo Gottschalk mit Lokalmatador Yazeed al Rajhi. Al-Attiyah belegte zur Halbzeit nur Position 16 mit einem Rückstand von 5:48 Minuten auf den Leader.

#202 Guerlain Chicherit im X-raid Mini
Halbzeitführung für Guerlain Chicherit, Foto: X-raid Team

WP 7/8/9: Dreikampf um den Sieg?

Nach 244 Kilometern folgte die nächste Zwischenzeit. Außerdem wurde anschließend ein Tankstopp absolviert. Die Top-6-Teams passierten unverändert den Kontrollpunkt.

WP 8 wurde 44 Kilometer später erreicht. Moraes war auf diesem Teilstück deutlich der schnellste Fahrer und machte aus einem Rückstand von 43 Sekunden einen Vorsprung von 21 Sekunden vor Chicherit und Variawa.

Die letzte Zeitmessung vor dem Ziel erfolgte nach 330 Kilometern. Moraes führte mit 18 Sekunden Vorsprung vor Chicherit und Variawa, dem fast zwei Minuten auf dem Leader fehlten.

Ziel: Chicherit schlägt alle Toyota-Teams

De Mevius hatte die Tageswertung begonnen und auch nach 4:40:45 Stunden als erster Fahrer beendet. Beim letzten Waypoint vor 83 Kilometern lag er allerdings nur auf Rang 21.

Leader Moraes verlor auf dem langen Streckenabschnitt viel Zeit und wurde von dem neuen Leader Variawa und weitern Piloten überholt. Jetzt begann für Variawa die Wartezeit auf Konkurrent Chicherit, der 18 Minuten hinter ihm gestartet war. Oder konnte Botterill durch Aufholjagd für eine Sensation sorgen.

Nach 4:35:53 Stunden hatte es Chicherit geschafft. Der 47-jährige Franzose sicherte sich den ersten Tagessieg 2025. Es war sein insgesamt achter Etappensieg seit 2005.

Mit 50 Sekunden Rückstand kam Quintero im Ziel an. Es folgten Variawa und Martin Prokop nach starkem Finish im Ford. Fünfte wurde die Wüsten-Senorita Cristiana Gutierrez als beste Dacia-Pilotin. Die Top-10 komplettierten Ferreira, Titelverteidiger Carlos Sainz Senior im Ford, Pechvogel Moraes nach Reifenschaden, Price und Lategan.

Von einigen hoch gehandelten Fahrern war nicht viel zu sehen, oder sie schonten ihr Material für die Marathon-Hammer-Etappe am Sonntag. Ekström belegte Rang 16. Giniel De Villiers mit Dirk von Zitzewitz Rang 19 nach Elektronik-Problemen. Direkt dahinter folgten Al Rajhi/Gottschalk, Al-Attiyah und Sebastien Loeb.

RangFahrerMarkeZeit (Stunden)
1G. ChicheritMini+00:00:42
2S. QuinteroToyota+00:00:50
3S. VariawaToyota+00:01:03
4M. ProkopFord+00:01:04
5C. GutierrezDacia+00:01:28
6J. FerreiraMini+00:01:53
7C. SainzFord+00:02:32
8L. MoraesToyota+00:02:33
9T. PriceToyota+00:03:13
10H. LateganToyota+00:03:27