Blancpain GT Series

Dreamteam Zanardi, Glock, Spengler - Spa: Letzter großer Auftritt des BMW Z4 GT3

Bei den 24 Stunden von Spa fährt BMW letztmals mit dem Z4 GT3. Und es gibt ein besonderes Experiment.

Motorsport-Magazin.com - Auch bei BMW läuft der Countdown für das nächste Highlight der Langstreckensaison 2015: die 67. Auflage des traditionsreichen 24-Stunden-Rennens von Spa-Francorchamps (BE) am kommenden Wochenende. Der diesjährige Marathon in den Ardennen steht für die Münchner im Zeichen eines besonderen Jubiläums: 1965, also vor genau 50 Jahren, feierte die Marke den ersten von insgesamt 21 Siegen bei diesem Klassiker. Pascal Ickx (BE) und Gérard Langlois van Ophem (BE) gewannen mit dem BMW 1800 TI/SA.

2015 tritt ein starkes Aufgebot von acht BMW Teams in Belgien an. Sie schicken insgesamt elf BMW Z4 GT3 ins Rennen auf dem "Circuit de Spa-Francorchamps". Auch zahlreiche Werksfahrer stellen sich der Herausforderung dieses besonderen Langstreckenrennens und verstärken die Privatteams.

"Die diesjährige Ausgabe der 24 Stunden von Spa ist für BMW Motorsport in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes", sagt BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt und fährt fort: "Vor genau 50 Jahren hat BMW dort seinen ersten Sieg gefeiert. 20 weitere Triumphe folgten. Zu diesem Jubiläum sind wir 2015 mit zahlreichen Z4 GT3 am Start. Beim letzten großen Auftritt dieses Fahrzeugs lautet das Ziel, unsere Erfolgsgeschichte fortzuschreiben."

Der beinamputierte Zanardi teilt sich ein Cockpit mit Glock und Spengler

Die drei aktuellen Werksfahrer Alessandro Zanardi, Timo Glock (DE) und Bruno Spengler (CA) stehen in Spa-Francorchamps im Mittelpunkt eines ganz besonderen Projekts: Erstmals wird sich der beinamputierte Zanardi das Cockpit mit anderen Piloten teilen. Für diese außergewöhnliche Premiere haben die BMW-Ingenieure den Z4 GT3 mit ausgefeilten technischen Lösungen modifiziert. Eingesetzt wird das Fahrzeug mit der Startnummer neun von ROAL Motorsport.

"Wir werden alles daran setzen, diesem großartigen Auto einen würdigen Abschied von der 24h-Bühne zu verschaffen. Zugleich ist das Rennen der Höhepunkt eines einzigartigen Projekts: Alex Zanardi bildet gemeinsam mit Timo Glock und Bruno Spengler ein Fahrer-Trio. Dafür, dass sich Alex trotz seiner körperlichen Beeinträchtigung im Cockpit mit Timo und Bruno abwechseln kann, haben unsere Ingenieure in den vergangenen Monaten viel Zeit investiert", erklärt Marquardt weiter.

Die DTM-Fahrer Augusto Farfus und Maxime Martin teilen sich mit Dirk Werner, Werkspilot in der United SportsCar Championship (USCC), das Cockpit des Sports Trophy Teams Marc VDS. Im Schwesterfahrzeug mit der Nummer 46 tritt Werners USCC-Fahrerkollege Lucas Luhr gemeinsam mit dem Finnen Markus Palttala und dem Niederländer Nick Catsburg an. Nach Platz zwei im vergangenen Jahr und der Bestzeit beim offiziellen 24h-Testtag gehört das Sports Trophy Team Marc VDS zu den Favoriten auf den Gesamtsieg.

Die Mannschaft um den belgischen Teamchef Bas Leinders setzt bei ihrem Heimspiel noch einen weiteren Z4 GT3 ein: Das Fahrzeug von "Marc VDS & Friends Racing Against Cancer" bringt zu Gunsten der belgischen Krebshilfe-Stiftung eine prominente Fahrerbesetzung an den Start. In Pascal Witmeur, Jean-Michel Martin, Marc Duez und Eric van de Poele geht in diesem Auto ein Quartett belgischer Fahrer ins Rennen, das in der Vergangenheit mit BMW große Erfolge gefeiert hat.

Prominente Unterstützung erhält auch das Team von Triple Eight Racing, das in der Pro-Am-Kategorie antritt: Dirk Müller verstärkt Joe Osborne, Ryan Ratcliffe und Lee Mowle am Steuer des Z4 GT3. Zudem nehmen es das BMW Sports Trophy Team Brasil, das Team Russia by Barwell, Classic & Modern Racing, die Ecurie Ecosse, TDS Racing und Boutsen Ginion mit dem anspruchsvollen "Circuit de Spa-Francorchamps" auf.

Die Stimmen der BMW Werksfahrer:

Alessandro Zanardi:"Ich fiebere dem Rennen entgegen und bin BMW sehr dankbar für die Möglichkeit, in Spa anzutreten. Wir gehen gut vorbereitet in das Wochenende. Der Z4 GT3 ist ein hervorragendes Auto, das in Spa seine Stärken zeigen wird. Meine Teamkollegen sind fantastische Fahrer und großartige Jungs. Und BMW Motorsport und ROAL Motorsport geben uns die perfekte Unterstützung. Das Gesamtpaket aus Auto, Fahrern, Team und Ingenieuren ist klasse. Wir wissen natürlich, dass der Rennsport und vor allem 24-Stunden-Rennen unberechenbar sind. Doch wir können uns ein ambitioniertes Ziel setzen. Wenn wir in den Top-5 ins Ziel kommen, wäre ich glücklich, aber nicht überrascht. Denn jeder einzelne von uns hat gezeigt, dass er die Performance dazu hat. Nun müssen wir das nur als Team zusammenbringen und ein Ergebnis holen, das BMW stolz macht."

Timo Glock:"Ich freue mich schon sehr auf mein erstes 24h-Rennen. Es ist eine große Ehre für mich, dass ich Teil dieses außergewöhnlichen Projekts mit Alex Zanardi und Bruno Spengler sein darf. Die Strecke in Spa ist ein absolutes Highlight, ich kenne sie noch sehr gut aus meiner Zeit in der Formel 1. Bei dem Testtag im Vorlauf zu den 24 Stunden von Spa durfte ich bereits mit dem Z4 GT3 die Eau Rouge fahren. Es hat super viel Spaß gemacht, ich bin sehr gespannt, wie das Rennen für uns läuft."

Bruno Spengler:"Spa ist eines der wichtigsten 24-Stunden-Rennen weltweit – und ich freue mich darauf, dort mit Alex und Timo anzutreten. Wir verstehen uns sehr gut, und gemeinsam mit BMW Motorsport und ROAL Motorsport sind wir ein tolles Team. Uns steht eine große Herausforderung bevor, doch ich freue mich riesig darauf und bin hoch motiviert. Als Rennfahrer denkt man natürlich auch an die Performance, man möchte gut und schnell fahren. Dann gibt es aber auch wieder Momente, in denen uns bewusst wird, dass wir eine einzigartige Teamkonstellation haben. Ich bin unheimlich stolz darauf, mit Alex gemeinsam zu fahren, und genau das bringt noch mehr Spaß und motiviert mich noch ein bisschen mehr."

Augusto Farfus:"Spa ist eines der besten, wenn nicht sogar das beste, GT-Langstreckenrennen der Welt. Das Fahrerfeld ist natürlich sehr stark besetzt. Während des offiziellen Testtags hat sich gezeigt, dass unsere Pace durchaus wettbewerbsfähig und das Auto hervorragend ist. Es ist natürlich ein langes Rennen, aber wir verfügen über ein starkes Gesamtpaket. Ich bin sehr stolz darauf, das Cockpit mit Maxime und Dirk teilen zu dürfen. Es wird fantastisch und sehr intensiv."

Maxime Martin:"Dieses Rennen ist jedes Jahr aufs Neue etwas ganz Besonderes für mich. Es ist sozusagen mein Heimspiel, da ich nur dieses eine Rennen in Belgien fahre. Mein Vater hat dort vier Mal gewonnen, deshalb ist es schon beinahe so etwas wie eine Familienveranstaltung. Ich möchte dort unbedingt einmal gewinnen. Viele Zuschauer werden vor Ort sein, das werde ich genießen. Während der Tests lief es sehr gut, aber natürlich sind diese Zeiten nicht wirklich aussagekräftig. Aber unser Gesamtpaket stimmt. Außerdem haben wir eine hervorragende Fahrerbesetzung, so dass unsere Chancen ganz gut stehen könnten."

Dirk Werner:"Ich freue mich schon sehr auf das Rennen. Zum einen liebe ich diese Strecke einfach, und zum anderen weiß ich, dass das Team bei seinem Heimspiel mit großer Leidenschaft arbeitet. Im vergangenen Jahr waren wir schon dicht am Gesamtsieg dran. Jeder im Team wird alles dafür geben, dieses Rennen zu gewinnen. Das ist auch mein Ziel, denn ich stand dort bereits dreimal auf dem Podium. Es ist zugleich das letzte 24-Stunden-Rennen für den Z4 GT3, und ich denke, dass jeder top-motiviert ist, dieses Auto mit einem Sieg würdig in den 24h-Ruhestand zu verabschieden."

Lucas Luhr:"Im vergangenen Jahr wurden wir mit sieben Sekunden Rückstand Zweiter – und in diesem Jahr lautet mein klares Ziel, mit sieben Sekunden Vorsprung ins Ziel zu kommen. Es ist ein großartiges Rennen. Es sind sehr viele Autos auf der Strecke. Deshalb ist es entscheidend, sich aus allem Ärger herauszuhalten, gut durch den Verkehr zu kommen und die richtigen Strategie-Entscheidungen zu treffen. Ich liebe diesen Kurs. Es ist eine dieser alten, traditionsreichen Strecken, auf denen man noch eine gehörige Portion Mut mitbringen muss. Wir sind gut vorbereitet. Hoffentlich gelingt es uns, für den BMW Z4 GT3 zum Abschied den Gesamtsieg zu holen."


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