Mittlerweile kann man schnell den Überblick verlieren, wenn es um neue chinesische Automarken geht. Neben den Herstellern, die man bereits aus Werbung und teilweise auch von der Straße kennt, präsentieren sich immer mehr chinesische Marken, die in Europa bisher kaum jemand kannte. Eine davon heißt Aito. Ihr Rezept für den Markteintritt ist selbstbewusst: Statt mit günstigen Kleinwagen anzutreten, setzt die Marke auf große SUVs, üppigen Komfort und Technik aus dem Huawei-Umfeld. Ab Herbst 2027 sollen die ersten Fahrzeuge in Europa angeboten werden.
Luxus- statt Billig-Image
Aito gehört zur chinesischen Seres Group und entstand Ende 2021. Der Technologiekonzern Huawei ist ein wichtiger Partner und steuert unter anderem digitale Funktionen für Cockpit und Fahrerassistenz bei. Der Name Aito steht für „Adding Intelligence to Auto“. In China hat sich die Marke bereits etabliert: Nach eigenen Angaben wurden inzwischen mehr als 1,2 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert.

In Paris zeigt Aito vier Modelle: 6, 7, 8 und 9. Die Namen sind neu, die Fahrzeuge selbst nicht. In China werden sie als M6, M7, M8 und M9 verkauft. Was beim ersten Auftritt auffällt, ist weniger ein einzelnes technisches Detail als die konsequente Ausrichtung auf Komfort und Repräsentation. Die Innenräume wirken hochwertig, die Gestaltung ist elegant und die Dimensionen sind stattlich. Ein Hauch Mercedes ist dabei durchaus zu erkennen.
Aito 6, 7, 8 und 9: Vier Luxus-SUVs für den Europa-Start
Schon das kleinste Modell, der Aito 6, misst rund 4,96 Meter. Der Fünfsitzer bietet einen Radstand von 2,95 Metern. Für die elektrische Version nennt der Hersteller bis zu 760 Kilometer Reichweite nach dem chinesischen CLTC-Prüfzyklus. Dieser Wert ist nicht direkt mit europäischen WLTP-Angaben vergleichbar. Je nach Ausführung sind Komfortfunktionen wie Sitzheizung, Belüftung und Massage vorgesehen.

Der Aito 7 wächst auf rund 5,08 Meter und kann mit fünf oder sechs Sitzen bestellt werden. Die sechssitzige Variante bietet drei Sitzreihen. Ein integrierter Kühlschrank, der Getränke kühlen oder warm halten kann, zeigt, wie weit Aito das Thema Komfort denkt.

Noch größer fällt der Aito 8 mit etwa 5,19 Metern aus. Nappaleder, Luftfederung und besonders komfortable Sitze in der zweiten Reihe unterstreichen den Anspruch.

An der Spitze steht der Aito 9: Mit rund 5,29 Metern Länge bewegt er sich in der Größenklasse von BMW X7 und Mercedes GLS. Je nach Ausführung sind eine aktive Federung und ein Projektionssystem für Unterhaltung im Innenraum vorgesehen.

Elektro-Versionen und SUV mit Range Extender
In China gibt es die Modelle sowohl als reine Elektroautos als auch mit Range Extender. Bei dieser Technik treibt ein Elektromotor die Räder an, während ein zusätzlicher Benzinmotor Strom erzeugt, wenn die Batterie nachgeladen werden muss. Das kann auf langen Strecken Vorteile bieten, ohne dass der Verbrenner direkt für den Vortrieb zuständig ist.

Für Europa ist allerdings noch nicht entschieden, welche Modelle und Antriebe tatsächlich angeboten werden. Auch verbindliche Reichweiten, Ladeleistungen und technische Daten für die hiesigen Versionen stehen aus. Die chinesischen Angaben zeigen daher vor allem, in welcher Liga Aito spielen möchte.
Aito kommt 2027 nach Europa: Wann startet die China-Marke in Deutschland?
Bis Herbst 2027 muss Aito seine Fahrzeuge an europäische Vorschriften und Fahrgewohnheiten anpassen. Die Marke bereitet die EU-Typgenehmigung vor und strebt fünf Sterne im Euro-NCAP-Crashtest nach den Kriterien von 2026 an.

Entscheidende Fragen bleiben jedoch offen: Welche europäischen Länder starten zuerst? Kommt Aito auch nach Deutschland? Und wie viel sollen die SUVs kosten?



diese Auto Nachricht