Verbrenner, Hybrid oder Stromer? Während viele Hersteller ihre Kompaktmodelle klar in eine Richtung schieben, stellt Great Wall Motor beim Ora 5 gleich alle drei Optionen nebeneinander. Das ist weniger Revolution als Kalkül: GWM will Käufer erreichen, die beim nächsten Auto zwar offen für Neues sind, sich aber noch nicht endgültig festlegen wollen.
Nach dem bereits bekannten Einstiegspreis für den 160 PS starken Benziner nennt GWM nun auch die Preisliste für den Vollhybrid. Die Ausstattung „Premium“ startet bei 28.990 Euro, die besser ausgestattete Variante „Luxury“ bei 31.490 Euro. Zum Marktstart zieht der Hersteller jeweils 2.000 Euro Einführungsrabatt ab. Der Preis für die reine Elektroversion steht noch aus.

Der Hybrid als spannendste Variante
Technisch rückt vor allem der Vollhybrid in den Fokus. Er kombiniert einen 1,5-Liter-Turbobenziner mit 150 PS mit einem 190 PS starken Elektromotor. Die Systemleistung liegt bei 223 PS, das maximale Drehmoment bei 476 Newtonmetern.
Herzstück ist ein neu entwickeltes DHT-Getriebe mit zwei mechanischen Gängen für den Direktantrieb. Je nach Fahrsituation wechselt das System zwischen verschiedenen Betriebsarten und soll möglichst oft den effizientesten Antrieb nutzen – möglichst ohne spürbare Übergänge für den Fahrer.

Auf der Autobahn kann der Elektromotor vom Antriebsstrang entkoppelt werden. Das reduziert Schleppverluste und soll den Verbrauch bei höherem Tempo senken. Gleichzeitig fällt die Konstruktion laut Hersteller kompakter und leichter aus als frühere Lösungen.
223 PS und bis zu 1.000 Kilometer Reichweite
Die Wechsel zwischen den Betriebsmodi sollen laut GWM weniger als 200 Millisekunden dauern. Spürbare Schaltpausen oder Beschleunigungslöcher will der Hersteller damit weitgehend vermeiden.

Die Fahrleistungen klingen ordentlich: 0 auf 100 km/h in 7,7 Sekunden, 185 km/h Spitze. Gleichzeitig nennt GWM einen WLTP-Verbrauch von 5,1 Litern je 100 Kilometer. Unter günstigen Bedingungen sollen damit bis zu 1.000 Kilometer Reichweite möglich sein.

Auch beim Geräuschkomfort verspricht GWM Fortschritte. Das europäische Entwicklungszentrum hat den Hybridantrieb nach Herstellerangaben auf hiesige Straßen abgestimmt und zusätzliche Dämmmaßnahmen umgesetzt. Ob der Ora 5 damit tatsächlich leiser fährt als etablierte Vollhybride, muss der Praxistest zeigen.
Benziner bleibt der Einstieg, Elektro folgt
Wer lokal emissionsfrei fahren will, bekommt den Ora 5 auch als reines Elektroauto. Der E-Antrieb leistet 204 PS, die 58,3-kWh-LFP-Batterie soll nach WLTP bis zu 435 Kilometer Reichweite ermöglichen. An der Schnellladesäule verspricht GWM einen Ladevorgang von zehn auf 80 Prozent in rund 30 Minuten.

Den günstigsten Einstieg bildet weiterhin der 160 PS starke 1,5-Liter-Turbobenziner mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Er startet bei 26.990 Euro und liegt laut WLTP bei 6,9 Litern je 100 Kilometer.

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