Ineos ist ein britisches Unternehmen in der Chemie-Industrie und wurde Ende der Neunzehnneunzigerjahre gegründet. Im Jahr 2016 entstand Ineos Automotive mit dem Ziel, einen Oldschool-Geländewagen im Stil des zeitgleich eingestellten Land Rover Defender zu bauen. Zunächst nahm man die Intensionen des Herstellers kaum ernst. Seit bekannt wurde, dass Ineos den internationalen Automobilzulieferer Magna in Graz mit der Entwicklung des Grenadier beauftragte und einige Zeit später das ehemalige Smart-Werk in Frankreich zur Fahrzeugproduktion kaufte, wurde jedem klar, Ineos scherzte nicht.

Foto: Ineos

Wenn man den Geländewagen auf der Straße sieht, muss man zunächst zweimal hinsehen, um überhaupt zu verarbeiten, was man da genau vor sich stehen hat. Die optische Nähe zum alten Land Rover Defender wurde vom Hersteller bewusst gewählt. Die Formensprache ist simpel und auf der ganzen Welt bekannt. Sie strahlt Robustheit und Souveränität aus. Die runden Leuchten, Plastik-Applikationen, außenliegende Scharniere, die niedrige Schulterlinie sowie zahleiche Offroad-Features unterstreichen diesen Look.

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Der Innenraum des Grenadier wirkt nüchtern und kantig. Der aufrechte Armaturenträger beinhaltet zahlreiche große Knöpfe und Regler, welche sich auch leicht mit angezogenen Handschuhen bedienen lassen sollen. Moderner geht es oberhalb der Luftauslässe zu. Hier wurde ein 12,3-Zoll-Touchscreen für das Infotainmentsystem verbaut. In der Mittelkonsole findet man neben der traditionellen Handbremse, den bekannten Gangwahlhebel für die Automatik von BMW. Rechts davon befindet sich die manuelle Schaltung für das Untersetzungsgetriebe. Ein kleinerer Instrumenten-Bildschirm sitzt hinter dem Zweispeichenlenkrad. Auf diesem ist unter anderem auch der sogenannte „Toot“-Knopf platziert, eine zweite „sanfte“ Hupe speziell für Fahrradfahrer, um diese nicht zu erschrecken. Der restliche Innenraum, fällt wie die Außenhülle, robust und strapazierfähig aus. Ein gummierter Boden samt Ablassstopfen sowie wasserabweisende Sitze und Oberflächen erlauben es einem das Interieur sogar mit Wasser auszuspritzen.

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Bis zu 285 PS

Ineos greift bei den Motoren für den Grenadier auf die Technik von BMW zurück. Zur Verfügung stehen ein 3,0-Liter-Sechszylinder-Diesel mit 249 PS und 550 Newtonmeter Drehmoment sowie die Benzin-Version mit 285 PS und 450 Newtonmeter Drehmoment. Die Aggregate sind an eine Achtgang-Automatik von ZF gekoppelt. Für den Offroad-Einsatz wurde weiters ein spezielles Verteilergetriebe entwickelt. Dieses beinhaltet neben dem permanenten Allradantrieb auch eine zuschaltbare Geländeuntersetzung sowie eine zentrale Differenzialsperre. Beim Grenadier wurden ausschließlich Starrachsen verbaut. Hier setzte Ineos auf die Expertise von Carraro, die vor allem auf Achsen von Nutzfahrzeugen spezialisiert sind.

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Die Produktion startet im Juli 2022

Deutschlandweit soll es zu Beginn rund 15 Vertriebsstandorte geben. Verkauft werden die Fahrzeuge aber nicht klassisch über einen Händler, sondern lediglich online und direkt bei Ineos. Ausgewählte Autohäuser kümmern sich somit nur um die Präsentation, die Probefahrten und die Auslieferung der Fahrzeuge. Bei der Wartung und Instandhaltung arbeitet Ineos mit Bosch Car Service zusammen. Der Hersteller verspricht dabei ein dichtes Servicenetz aufzubauen, sodass Besitzer eines Grenadier nicht weiter als 50 Kilometer zu einer qualifizierten Werkstatt fahren müssen.

Im Sommer soll die Produktion der ersten Fahrzeuge anlaufen. Im Herbst wird es die Möglichkeit geben, den Grenadier online zu reservieren. In Deutschland wird der Offroader bei rund 60.000 Euro in der Einstiegsversion als Nutzfahrzeug starten. Will man etwas mehr Luxus, so muss man für die PKW-Editionen „Trailmaster“ und „Fieldmaster“ mindestens 69.000 Euro hinlegen.