Bisher bist du Formel BMW und Formel 3 gefahren. Wie schwer war der Umstieg in den über 500 PS starken A1 GP-Boliden?
Sebastien Buemi: Nun ja, die Formel BMW sieht nur aus wie eine kleine Nachwuchsserie, aber die Konkurrenz ist dort sehr hart. Dort fahren sehr viele schnelle Fahrer. Auch in der deutschen Formel 3 Meisterschaft, wo ich für Mücke Motorsport gefahren bin, war die Konkurrenzdichte sehr hoch. Hülkenberg zum Beispiel war immer einer, an dem man sich orientieren konnte. Außerdem bin ich in der Formel 3 Euroserie unterwegs und sechs meiner ehemaligen Kollegen von dort fahren nun in der Formel 1. In der A1 Grand Prix Serie gibt es einige zusätzliche Herausforderungen, die es in den Nachwuchsklassen nicht gibt: Zum Beispiel Boxenstopps, die längeren Rennen, außerdem braucht man eine gute Physis, da wir oft bei warmen klimatischen Verhältnissen fahren. Desweiteren ist die A1GP außerhalb der normalen Saison, dass heißt man kann auch im Winter fahren und man hat eine gute PR, weil man in viele verschiedene Länder kommt.

Du bist schon zwei Wochenenden in der Serie gefahren. Was ist der Sebastien Buemi:besondere Reiz an der A1 GP Serie?
Sebastien Buemi: Ich wollte einfach A1 Grand Prix probieren und bin immer sehr stolz, dass ich mein Land in dieser Formelmeisterschaft vertreten darf. Die Idee sein Land zu repräsentieren ist einfach ein wenig mehr als einfach nur Rennen zu fahren. Nation gegen Nation – das ist ein ansprechendes Format für mich. Mein Ziel war es, bester Rookie zu werden und nun bin ich auf Grund der Gegebenheiten, an diesem Wochenende Hauptfahrer unseres Teams. Darauf bin ich sehr stolz.

Es gibt den so genannten Push-to-Pass-Button, wären die Rennen ohne ihn auch so spannend?
Sebastien Buemi: Um ehrlich zu sein, es macht sehr viel Spaß. Für die Zuschauer am Fernseher werden die Rennen dadurch viel spektakulärer. Für uns im Auto ist es aber immer noch nicht genug Power, damit ein großer Unterschied spürbar wäre.

Sebastien Buemi und sein Landsmann Marcel Fässler, Foto: A1GP
Sebastien Buemi und sein Landsmann Marcel Fässler, Foto: A1GP

Die Strecke in Neuseeland ist für alle neu. Welche Chancen rechnest du dir aus?
Sebastien Buemi: Ja, die Strecke ist für alle Fahrer und Teams neu. Auch China war eine neue Strecke für uns alle. Manchmal ist es auch das Wetter, was einen überraschen kann. Es ist immer eine gute Erfahrung, wie hier in Neuseeland an dem ersten Grand Prix in einem Land teilzunehmen. Natürlich will jeder Fahrer so lange wie möglich auf die Strecke, um den Kurs kennen zu lernen. Was die Strecke im Norden der Insel außerdem interessant macht, ist, dass es hier entgegen dem Uhrzeigersinn geht.

Momentan ist die Schweiz Neunter in der Gesamtwertung. Wie weit kann es noch nach vorne gehen?
Sebastien Buemi: Ich glaube hier in Taupo werde ich viel Spaß haben. Ich werde mein Bestes geben, immerhin bin ich, wie in Zandvoort, der Hauptfahrer des Teams. Dort bin ich aus der dritten Reihe gestartet, was nicht so schlecht war für das erste Mal. Hier ist es für alle Neuland. Es gibt keinen Grund, warum das nicht in meine Karten spielen könnte.

Vor einiger Zeit hattest du in der Formel BMW eine unglückliche Begegnung mit Nico Hülkenberg. Wie ist euer Verhältnis heute?
Sebastien Buemi: Ich kenne Nico seit meiner Zeit im Kart. Natürlich war es nicht einfach. Zunächst wurde ich als Sieger der Formel BMW erklärt und dann, drei Wochen später, wurde ihm der Titel zuerkannt. Aber das ist Rennfahren. In der nächsten Saison fahren wir beide in der Formel 3 Euroserie. Er fährt bei ASM, ich bei Mücke. Nun fahren wir in der A1 GP gegeneinander. Wenn man im selben Alter ist, trifft man sich in den verschiedenen Klassen immer wieder. Es macht die ganze Sache viel interessanter, wenn man starke Gegner hat. Im Gegensatz dazu ist es sehr langweilig, gegen schwächere Fahrer zu fahren.