24 h von Le Mans

24h Le Mans 2019: Toyota mit LMP1-Bestzeit im Training

Im Training zum 24 Stunden von Le Mans sicherte sich Toyota die Bestzeit deutlich vor der Konkurrenz. In den LM GTE-Klassen führte jeweils ein Porsche.
von Manuel Schulz

Motorsport-Magazin.com - Toyota Gazoo Racing sicherte sich in den letzten Minuten die Trainingsbestzeit bei den 24 Stunden von Le Mans. SMP und Rebellion Racing waren zuvor stark unterwegs gewesen und setzten ihre Bestzeiten deutlich vor dem japanischen Werksteam. In der LMP2 Klasse sicherte sich ebenfalls in den letzten Minuten IDEC Sport die Bestzeit, während in beiden LM GTE Klassen ein Porsche die schnellste Zeit einfuhr.

Das erste Training der 24 Stunden von Le Mans begann bei nassen Bedingungen, da es kurz vor dem Sessionstart noch geregnet hatte. Das sorgte für einen Neustart bei den Streckenbedingungen, da der aufgefahrene Gummi wieder runtergespült wurde. Daher begannen die ersten Runden sehr vorsichtig. Mike Conway im Toyota übernahm mit 3:41 Minuten die Spitze, doch die Zeiten fielen relativ schnell.

Nach 50 Minuten lagen die Zeiten bereits wieder im Bereich des Testtages mit 3:22er-Runden von Conway und den beiden Rebellion-Racing LMP1-Boliden von Andre Lotterer und Thomas Laurent. Die erste Zeit jenseits der 3:21er-Marke kam von Fernando Alonso nach etwa 53 Minuten. Bis zum WEC-Rundenrekord ist aber noch viel Luft. Der wurde im vergangenen Jahr vom Toyota Nummer 8 von Alonso, Kazuki Nakajima und Sebastien Buemi gesetzt.

In der LM GTE Pro-Klasse wurde trotz des Regens nach nicht einmal einer Stunde die Bestzeit des Testtages geschlagen. Die hatte Corvette Racing mit einer 3:54 Minuten gesetzt, Nick Tandy führte nach 55 Minuten aber schon mit einer 3:53 Minuten, wurde aber von Michael Christensen im Porsche 911 #92 mit einer 3:52.395 Minuten unterboten.

Regelneuerung für Unfälle feiert Premiere

Der Porsche #88 von Proton Dempsey von Satoshi Hoshino sorgte für den ersten Zwischenfall. Der Japaner verlor das Auto und flog ins Kiesbett. Die Rennleitung verhängte zum ersten Mal eine Full-Course-Yellow-Phase, die in diesem Jahr zum ersten Mal ins Regelwerk aufgenommen wurde. Der zweite Zwischenfall wurde von Toyota Gazoo Racing verursacht, als Kamui Kobayashi sich verbremste.

Nach gut 75 Minuten kam erneut der Regen, zumindest auf einigen Teilen der Strecke. Trotzdem konnte sich Andre Lotterer im Rebellion noch auf die zweite Position verbessern. Nach weiteren Abflügen in Bereich Mulsanne war der Kurs jedoch wieder so weit aufgetrocknet, dass die Rundenzeiten weiter fielen. Gustavo Menezes im Rebellion Racing #3 übernahm mit 3:19.960 Minuten kurz nach 1,5 Stunden die Spitze.

Das Training wurde unterbrochen, nachdem Tracy Krohn seinen Dempsey-Proton Porsche mitten auf der Mulsanne-Geraden zwischen den beiden Schikanen stand. Er war dabei auf seiner Out-Lap und blieb beim Unfall unverletzt. Weil es während der roten Flagge noch anring stark zu regnen, wurde die Unterbrechung zusätzlich verlängert.

Lange Pause durch Unfall und Regen

Nach knapp 50 Minuten Pause ging es dann weiter, jedoch bei deutlich schlechteren Bedingungen, weil der Regen viel Wasser auf den Asphalt gebracht hat. Zumindest regnete es nicht mehr, sodass die Strecke von allen Teams fleißig zur Vorbereitung genutzt wurde. Die Zeitenjagd war auf jeden Fall erst einmal auf Eis gelegt.

Die Spitzenfahrer der LMP1-Boliden umrundete den Circuit de la Sarthe mit 3:50er-Zeiten statt der 3:20er-Umläufe im Trockenen. Eine Dreiviertelstunde vor dem Ende war die Strecke dann wieder trocken genug für Zeiten in konkurrenzfähigen Regionen. Die erste Zeitverbesserung lieferte Matteo, der sich mit dem Dempsey-Proton Porsche #88 auf die zweite Position schob.

Den nächsten Zwischenfall lieferte der Dallara P217 #29 vom Racing Team Nederland, pilotiert von Frits van Eerd, der am Ausgang der ersten Schikane zu weit rauskam und sich drehte. Nachdem diese Gelbphase überstanden war, gab es die nächsten Verbesserungen. Jose Maria Lopez übernahm im Toyota #7 die zweite Position mit 3:20.355 Minuten.

Zeitenschlacht in letzten Minuten

Ebenso verbesserte sich Giancarlo Fisichello im Spirit of Race Ferrari #54 mit 3:55.686 Minuten auf die zweite Position der GTE Am-Klasse. Doch nicht nur Rebellion Racing war überraschend stark in der LMP1-Klasse unterwegs. Gut zehn Minuten vor dem Ende übernahm Stoffel Vandoorne im SMP Racing-Boliden die Spitze mit einer 3:19.931 Minuten.

IDEC Sport übernahm in der LMP2 Klasse die Spitze durch eine 3:28.363 Minuten von Memo Rojas. Die Zeitenjagd nahm in den letzten Minuten noch einmal richtig Fahrt auf. Toyota setzte sich in der LMP1-Klasse deutlich gegen die nicht werksunterstützte Konkurrenz durch. Mit 3:18.091 war Kamui Kobayashi fast zwei Sekunden schneller als SMP Racing. In den LM GTE-Klassen gab es in den letzten eineinhalb Stunden keine Verbesserungen der Bestzeiten mehr.

LMP1 Klasse Team Fahrzeug Zeit
01 Toyota Gazoo Racing #7 Toyota TS050 - Hybrid 3:18.091
02 SMP Racing #11 BR Engineering BR1 - AER 3:19.931
03 Rebellion Racing #3 Rebellion R13 - Gibson 3:19.960
04 Toyota Gazoo Racing #8 Toyota TS050 - Hybrid 3:20.941
05 Rebellion Racing #1 Rebellion R13 - Gibson 3:21.257
LMP2 Klasse Team Fahrzeug Zeit
01 IDEC Sport #48 Oreca 07 - Gibson 3:28.363
02 Dragonspeed #31 Oreca 07 - Gibson 3:28.730
03 G-Drive Racing #26 Aurus 01 - Gibson 3:28.893
04 Graff #39 Oreca 07 - Gibson 3:28.959
05 Signatech Alpine Matmut #36 Alpine A470 - Gibson 3:30.611
LM GTE Pro Team Fahrzeug Zeit
01 Porsche GT Team #92 Porsche 911 RSR 3:52.149
02 Porsche GT Team #94 Porsche 911 RSR 3:52.464
03 AF Corse #71 Ferrari 488 GTE Evo 3:52.743
04 Ford Chip Ganassi Team UK #66 Ford GT 3:52.778
05 AF Corse #51 Ferrari 488 GTE Evo 3:52.844
LM GTE Am Team Fahrzeug Zeit
01 Dempsey-Proton Racing #77 Porsche 911 RSR 3:55.304
02 Spirit of Race #54 Ferrari 488 GTE 3:55.686
03 Aston Martin Racing #98 Aston Martin Vantage 3:55.714
04 Proton Competition #78 Porsche 911 RSR 3:56.046
05 Dempsey-Proton Racing #88 Porsche 911 RSR 3:56.282

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