WRC - Matton offenbart neue Philosophie bei Hirvonen

Für einen Finnen etwas vollkommen anderes

Citroen-Teamchef Yves Matton blickt auf die Rallye Finnland zurück und macht bei Lokalmatador Mikko Hirvonen Pech und einen Fehler als Gründe für Rang vier aus.
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Motorsport-Magazin.com - Mikko Hirvonens Auftakt in die Rallye Finnland hatte mit der Bestzeit auf der Qualifying-Etappe vielversprechend ausgesehen, doch bereits am Nachmittag des ersten Tages war klar, dass ein zweiter Sieg nach 2009 nur schwer zu erreichen sein würde. Citroen-Teamchef Yves Matton erläuterte, dass Hirvonen Opfer der Offiziellen wurde, die am Donnerstagnachmittag die Startreihenfolge für die Stage Himos änderten und die Fahrer in Gruppen mit großen Abständen einteilten.

Er fährt das Auto nun mehr wie einen Fronttriebler.
Matton über Hirvonen

"Eine Minute, bevor er in die Prüfung ging, begann es heftig zu regnen", erinnerte sich Matton. "Er hatte das Pech, dass er der Einzige in dieser Gruppe war. Er hat auf dieser Prüfung etwa 16 bis 17 Sekunden verloren. Er war nicht glücklich, aber so etwas kann im Rallyesport passieren." Am Nachmittag des zweiten Rallyetags kam ein Fehler hinzu, der Hirvonen etwa 20 Sekunden kostete. Allerdings hätte der Schnitzer auch zum Ausfall führen können, denn der Citroen DS3 WRC war kurz davor, sich zu überschlagen. "Ich weiß nicht, ob es ein großer Fehler war, aber es war sicherlich ein sehr schneller Fehler. Danach arbeitete das Auto nicht mehr perfekt und er hat Zeit verloren."

Alles in allem also eine unglückliche Heimrallye für den Mann aus Jyväskylä, der mit einer veränderten Herangehensweise effizienter fahren wollte. "Er fährt das Auto nun mehr wie einen Fronttriebler", erläuterte Matton. "Er bleibt auf der Linie, rutscht nicht - für einen Finnen ist das etwas vollkommen anderes. Es war seine eigene Idee, die ihm nach Mexiko kam, als er dachte, dass er etwas an seinem Fahrstil verändern muss, um effizienter zu fahren und sich an der Spitze halten zu können."

Sordo fand kein gutes Tempo

Dani Sordo kam zwar nur eine Position hinter Hirvonen ins Ziel, doch er fuhr den Großteil der Rallye im Niemandsland und profitierte am Ende von mehreren Ausfällen. "Seit dem Beginn der Rallye hatte Dani Schwierigkeiten, zu verstehen, was er tun muss. Er war mit dem Setup zufrieden, aber er konnte kein gutes Tempo finden", erklärte Matton gegenüber Motorsport Monday. "Wenn man in Finnland kein gutes Tempo hat, dann verliert man sehr schnell viel Zeit. Am Freitagnachmittag hatte er dann sein Selbstvertrauen wiedergefunden."

Citroen hatte am Donnerstagabend kleine Änderungen am Boliden des Spaniers vorgenommen, die eine große Wirkung hatten. "Auch sein Aufschrieb war besser und das hat ihm dabei geholfen, etwas schneller zu fahren." Insgesamt konnte Sordo jedoch nicht mithalten. Nur auf zwei Prüfungen erzielte er Top-5-Zeiten, sieben Mal lag er außerhalb der Top-10. Meist reihte er sich um Platz neun und zehn ein. Daraus resultiert auch sein Rückstand von 4 Minuten 46 Sekunden auf Teamkollege Hirvonen.

Er hat gezeigt, dass er die Pace hat.
Matton über Meeke

Wäre es auf der Ouninpohja nicht zu dem Mehrfach-Überschlag gekommen, wäre Ersatzmann Kris Meeke vor Sordo ins Ziel gekommen. Und dass, obwohl der Nordire seit der Rallye Großbritannien an keinem WRC-Event teilnahm und die Rallye Finnland erstmals in einem WRC-Boliden bestritt. Er lag oft unter den Top-6 einer Prüfung und war zudem zwei Mal Zweit- und drei Mal Drittschnellster. Umso bitterer das Aus auf der der vorletzten Prüfung. "Er hat zwei Tage, davon den langen Freitag, ohne Fehler bestritten und ich war mit dem, was er gemacht hat, sehr glücklich", meinte Matton.

"Wir haben ihn darum gebeten, nach Gefühl zu fahren und haben ihm gesagt, dass er am ersten Tag keine Zwischenzeiten von uns bekommt. Es sieht so aus, als wäre sein Gefühl gut und dass er ohnehin keine Zwischenzeiten braucht", bemerkte der Franzose. "Er hat gezeigt, dass er die Pace hat."


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