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Was ist die WRC?

Die World Rally Championship führt in 13 Veranstaltungen einmal um den Globus: Von Monte Carlo nach Mexiko, von Argentinien nach Finnland, von Australien nach Spanien. Gleichzeitig stehen gleich eine Vielzahl an Untergründen und Herausforderungen auf dem Programm. So geht es von den vereisten Straßen Schwedens in die Höhe Argentiniens, die Sprünge Finnlands, die Asphaltpisten Deutschlands bis hin zu den Schotterpisten der Rallye Großbritannien.

Das World Rallye Car

Die World Rallye Cars basieren auf Straßenautos, die bislang mindestens 25.000 Mal verkauft worden sein müssen. Unter der bekannten Silhouette verbirgt sich jedoch Hochtechnologie. Auch wenn die Standardisierung in vielen Bereichen in den vergangenen Jahren zugenommen hat, sind WRC Fahrzeuge nach wie vor als Prototypen zu bezeichnen: Allradantrieb, 1,6-Liter-Turbomotoren mit mehr als 300 PS und hydraulisch gesteuertes Getriebe mit Schaltwippe am Lenkrad.

Die Fahrzeuge treten in der Rallye-WM in verschiedenen Kategorien an. Ab der Saison 2014 hat sich die Benennung der einzelnen Fahrzeugkategorien durch die FIA verändert. Die von Werksteams eingesetzten WRCs werden nun unter der Klasse RC1 geführt. Die anderen teilnehmenden Boliden werden in die Gruppen RC2 bis RC5 unterteilt. Eine weitere Gruppe bildet die Kategorie RGT, die für GT-Fahrzeuge wie den Porsche 911 reserviert ist.

Ablauf

Seit der ersten Fahrer-Weltmeistertitel von Björn Waldegard im Jahre 1979 hat die Rallye-Weltmeisterschaft immer wieder Änderungen zu verzeichnen gehabt. In den letzten Jahren ging die Tendenz von längeren Rallyes, die sich über mehrere Tage und Nächte erstreckten, zu "Sprintrallyes", die nun drei Tage andauern und bei denen rund 350 gezeitete Kilometer und Gesamtdistanzen von in der Regel 1000 bis 1500 Kilometer zu absolvieren sind.

Der Dienstag und Mittwoch vor jeder Rallye dient den Piloten, um die Strecke kennenzulernen. Hier wird gemeinsam mit dem Co-Piloten der Aufschrieb erstellt oder verfeinert. Am Mittwoch beginnt das Scrutineering, die technische Abnahme der Fahrzeuge. Am Donnerstag folgt der Shakedown, bei welchem die Piloten eine abgesperrte Strecke, die die Bedingungen der Rallye bestmöglich abbilden soll, mehrfach abfahren. Freitag bis Sonntag folgen drei Wertungstage, die sich aus 12 bis 25 Wertungsprüfungen zusammensetzen.

Die ersten beiden Tage einer Rallye werden in der Reihenfolge der WM-Tabelle gestartet, wobei der WM-Leader als Erster auf die Strecke gehen muss. Gerade bei Schotterrallyes bedeutet das den großen Nachteil des Saubermachens und damit verbunden einen möglichen Zeitverlust. Am finalen Tag starten die Teilnehmer der Kategorie RC1 (WRC) in umgekehrter Reihenfolge des jeweiligen Rallye-Klassements, womit der Führende die besten Bedingungen vorfindet. Neben den von den Herstellern eingesetzten Piloten, Co-Piloten, sowie Fahrzeugen können noch zahlreiche Privatiers, sowie Teilnehmer der Junioren-WM, der WRC2 oder WRC3 an den Start gehen.

Gestartet wird nacheinander in einem zuvor definierten Abstand - meist zwei Minuten. Dieses Zeitintervall kann durch die Verantwortlichen vergrößert werden, sollten es die Bedingungen durch aufgewirbelten Staub oder andere Gefahren erfordern. Die Fahrer versuchen durch die Anweisungen ihres Co-Piloten aus dem zuvor erarbeiteten Aufschrieb die einzelnen Prüfungen in kürzest möglicher Zeit zu absolvieren. Alle Prüfungszeiten werden addiert und der Fahrer mit der geringsten Gesamtzeit feiert den Sieg.

Punktevergabe & Reglement

Bei allen WRC-Läufen werden die ersten zehn Fahrer nach dem Schlüssel 25 - 18 - 15 - 12 - 10 - 8 - 6 - 4 - 2 - 1 mit WM-Punkten belohnt. Zudem erhalten die drei schnellsten Piloten der Power Stage absteigend 3-2-1 Punkte. In der Markenwertung sind nur diejenigen punktberechtigt, die von einem Hersteller/Team vor einer Rallye nominiert wurden, wobei pro Rennstall maximal zwei Piloten Punkte erzielen dürfen. Zu beachten ist folgendes: Die Markenwertung wird unabhängig von der Fahrerwertung geführt. Sollte also auf Platz drei ein Privatier landen und Vierter ein Werkspilot werden, so erobert dieser 12 Punkte für die Fahrerwertung, aber 15 für sein Team.

Um diese Teampunkte zu erzielen, muss ein Hersteller aber einige Auflagen erfüllen. Er muss an allen Rallyes der Saison mit mindestens zwei WRCs am Start sein. Dabei muss ein Pilot für mindestens zehn Events fixiert werden, der andere ist variabel. Darüber hinaus gibt es WRC-Teams. Diese Teams bestreiten mindestens sieben Rallyes mit mindestens einem Piloten, wovon eine außerhalb Europas liegen muss.

Im Falle eines Ausfalls am Freitag oder Samstag greift das Rallye2-Reglement. Die Piloten dürfen am Folgetag wieder ins Geschehen eingreifen, erhalten für jede verpasste Prüfung allerdings eine Zeitstrafe in Höhe von sieben Minuten. Sollte der Ausfall auf der letzten Tagesprüfung geschehen, werden zehn Minuten Strafe addiert. Fahrer unter Rally2-Reglement können ohne Einschränkungen punkten, sollten sie sich im Verlauf der restlichen Rallye wieder in die Punkteränge vorkämpfen.

Ist ein Team für alle 13 Rallyes in der WM angemeldet, dürfen pro Auto maximal drei Motoren in der Saison eingesetzt werden. Jedes Team verfügt über einen Joker, wird dieses dennoch Limit überschritten, erhält der Fahrer eine Zeitstrafe von fünf Minuten. Jedes Team, dass die gesamte Saison bestreitet, darf inklusive Tests maximal sechs Chassis einsetzten. Sollte das Team nur ein Auto einsetzen, wird die Zahl der erlaubten Chassis halbiert. Bei sieben, acht oder neun nominierten Rallyes stehen einem Team vier Chassis zur Verfügung, diese Zahl wird beim Einsatz von nur einem Auto erneut halbiert.

Für die Verbindungsetappen zwischen den einzelnen Wertungsprüfungen, die auf öffentlichen Straßen absolviert werden, müssen alle teilnehmenden Fahrzeuge über eine Straßenzulassung für das jeweilige Land verfügen. Allerdings gibt es auch hier Einschränkungen. Auf den Verbindungsetappen sind nur Fahrzeuge zugelassen, die auf allen vier Rädern fahren. Ein beschädigtes Fahrzeug, welches nur noch auf drei Rädern rollt, wird aus dem Verkehr gezogen. Für die Piloten gelten überdies hinaus die normalen Straßenverkehrsordnungen, was einen regulären PKW-Führerschein und die Beachtung der Verkehrsregeln und Geschwindigkeitsbeschränkungen voraussetzt.

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