>
Was ist die WRC?

Die World Rally Championship führt in 13 Veranstaltungen einmal um den Globus: Von Schweden nach Mexiko, von der Türkei nach Australien, von Japan nach Spanien. Gleichzeitig stehen gleich eine Vielzahl an Untergründen auf dem Programm. So geht es von den vereisten Straßen Schwedens, durch die Wüste Jordaniens, die Sprünge Finnlands, die Asphaltpisten Deutschlands bis hin zu den Schotterpisten der Rallye Großbritannien.

Das World Rallye Car

Die World Rallye Cars basieren auf Straßenautos, die bislang mindestens 25.000 Mal verkauft worden sein müssen. Unter der bekannten Silhouette verbirgt sich jedoch Hochtechnologie. Auch wenn die Standardisierung in vielen Bereichen in den vergangenen Jahren zugenommen hat, sind WRC Fahrzeuge nach wie vor als Prototypen zu bezeichnen: Allradantrieb, 2-Liter-Turbomotoren mit mehr als 300 PS, sequenzielle Sechsganggetriebe sind nur einige der technischen Finessen.

Ab dem Jahr 2011 werden die WRC-Fahrzeuge aber wieder den umgekehrten Weg einschlagen. Das S-WRC Reglement wird die Boliden nicht nur seriennäher, sondern auch wieder kostengünstiger gestalten. 1,6 Liter Turbomotoren sollen dabei dem Trend auf dem Automobilmarkt in Richtung kleinerer, spritsparender Motoren, Rechnung tragen. Der Einsatz eines Weltmotors über die Grenzen der WRC hinaus wird weiter diskutiert, scheint nach derzeitigem Stand aber durchaus realistisch.

Ablauf

Seit der ersten Fahrer-Weltmeistertitel von Björn Waldegard im Jahre 1979 hat die Rallye-Weltmeisterschaft immer wieder Änderungen zu verzeichnen gehabt. In den letzten Jahren ging die Tendez von längeren Rallyes, die sich über mehrere Tage und Nächte erstreckten, zu "Sprintrallyes", die nun drei bis vier Tage andauern und bei denen rund 350 gezeitete Kilometer und Gesamtdistanzen von in der Regel 1000 bis 1500 Kilometer zu absolvieren sind. Für die Zukunft ist momentan wieder eine moderate Verlängerung der Etappen im Gespräch.

Der Dienstag und Mittwoch vor jeder Rallye dient den Piloten, um die Strecke kennenzulernen. Mittwoch beginnt ebenfalls das Scrutineering, die technische Abnahme der Fahrzeuge. Am Donnerstag folgt der Shakedown, wo sich die Piloten erstmals in ihren WRC an die Streckenverhältnisse gewöhnen dürfen. Freitag bis Sonntag folgen drei Wertungstage, die sich aus 12 bis 25 Wertungsprüfungen zusammensetzen.

Gestartet wird am ersten Tag der Rallye in der Reihenfolge der WM-Tabelle, wobei der WM-Leader als Erster auf die Strecke gehen muss, was ihm gerade bei Schotterallyes oft den Nachteil einer dann noch dreckigen Strecke einbringt. Neben den von den Herstellern eingesetzten Piloten, Co-Piloten, sowie Fahrzeugen können noch zahlreiche Privatiers, sowie Teilnehmer der Junioren-, Produktionswagen- oder Super-2000 WM an den Start gehen.

Die Piloten treten gegen die Uhr an. Die Starter starten in fest definierten Zeitintervallen und werden während der Fahrt von den Zeitencomputern der FIA überwacht. So sie dabei keinerlei technische Probleme bekommen oder durch Fahrfehler deutlich an Zeit verlieren, bekommen sie ihre Konkurrenten nur im Service Park oder auf dem Podest zu Gesicht.

Punktevergabe & Reglement

Bei allen WRC-Läufen werden die ersten zehn Fahrer nach dem Schlüssel 25 - 18 - 15 - 12 - 10 - 8 - 6 - 4 - 2 - 1 mit WM-Punkten belohnt. In der Markenwertung sind nur diejenigen punktberechtigt, die von einem Hersteller/Team vor einer Rallye nominiert wurden, wobei pro Rennstall maximal zwei Piloten Punkte erzielen dürfen. Zu beachten ist folgendes: Die Markenwertung wird unabhängig von der Fahrerwertung geführt. Sollte also auf Platz drei ein Privatier landen und Vierter ein Werkspilot werden, so erobert dieser 12 Punkte für die Fahrerwertung, aber 15 für sein Team.

Die Manufacturer 1 und Manufacturer 2 Teams gehören der Vergangenheit an. Stattdessen gibt es Manufacturer, die die ganze Saison mit einem fixen Fahrer bestreiten und einem zweiten Fahrer, der gewechselt werden darf. Darüber hinaus gibt es WRC-Teams. Diese Teams - ähnlich wie früher die M2 Teams - bestreiten mindestens acht Rallyes mit mindestens einem Piloten, wovon zwei außerhalb Europas liegen müssen. Sie dürfen keine Fahrzeuge einsetzen, die nach dem 31.12.2008 homologiert wurden.

Auch für das Jahr 2010 bleibt das SuperRally Reglement bestehen, das in der Vergangenheit höchst umstritten war. Es besagt, dass ein Pilot nach einem Ausfall am nächsten Tag wieder in Geschehen eingreifen darf. Für jede verpasste Prüfung erhält er allerdings eine Zeitstrafe in Höhe von fünf Minuten.

Ist ein Team für alle 13 Rallyes in der WM angemeldet, dürfen pro Auto maximal vier Motoren in der Saison eingesetzt werden, bei acht Veranstaltungen sind es drei Motoren. Wird dieses Limit überschritten, erhält der Fahrer eine Zeitstrafe von fünf Minuten. Größere Weiterentwicklungen am Motor wie auch am gesamten Fahrzeug sind in Hinblick auf das kommende S-WRC Reglement nicht zugelassen. Die Zahl der Getriebe ist auf zwei begrenzt.

Jedes Team, dass die gesamte Saison bestreitet, darf inklusive Tests maximal acht Chassis einsetzten. Bei acht Läufen dürfen fünf Chassis verwendet werden. Tritt ein Team lediglich mit einem Piloten an, verringert sich diese Zahl auf drei.

Auf den Verbindungsetappen sind nur Fahrzeuge zugelassen, die auf allen vier Rädern fahren. Ein beschädigtes Fahrzeug, welches nur noch auf drei Rädern rollt, wird aus dem Verkehr gezogen.

Die Super 2000 Fahrzeuge können bereits in dieser Saison im WRC-Cup antreten. Insgesamt sind hier sieben von maximal zehn Veranstaltungen durch die Teilnehmer zu nominieren, wobei zwei außerhalb Europas liegen müssen. In der JWRC werden offiziell sechs Läufe ausgetragen, von denen die Teilnehmer fünf auswählen.

Facebook
x