Knapp eine Woche ist es her, dass die MotoGP überraschend den Rauswurf des CryptoData RNF Racing Teams aus der Motorrad-Weltmeisterschaft verkündete. Der Rennstall von Teamgründer Razlan Razali soll wiederholt bestehende Verträge gebrochen und damit dem Image der Königsklasse geschadet haben, weshalb sich die MotoGP zu diesem drastischen Schritt entschied. Gerüchte um einen Abschied von Razali und auch Hauptsponsor CryptoData hatten bereits vor dem Valencia-GP die Runde gemacht.

Der Malaye verkündete während des Saisonfinales dann auch tatsächlich seinen Abschied, Cryptodata wollte den RNF-Rennstall jedoch in Eigenregie weiterführen. Während die MotoGP bereits öffentlich nach einem Nachfolger suchte, dementierte CryptoData sämtliche Übernahmegerüchte. Unternehmenschef Odiviu Toma reagierte am vergangenen Dienstag sogar mit einer Drohbotschaft gegen MotoGP-Promoter Dorna und kündigte rechtliche Schritte an.

Dazu wird es nun aber nicht kommen. Am Dienstag präsentierte die MotoGP in einem eigens ausgestrahlten Livestream nicht nur das RNF-Nachfolge Team Trackhouse Racing, sondern auch eine Einigung mit Hauptanteilseigner Cryptodata. "Dorna, IRTA und RNF konnten ihre Differenzen, die im letzten Abschnitt der Saison 2023 aufgetreten sind, gütlich beilegen", heißt es auf der offiziellen Webseite der Königsklasse auf zwei Rädern.

Anschließend wird dort beschrieben, wie die vergangenen Wochen verliefen. Nachdem klar wurde, dass Teamgründer Razali aus dem RNF-Rennstall ausscheiden würde, er hielt zuvor 40 Prozent der Teamanteile, trafen Dorna und CryptoData eine Vereinbarung, wonach der Hauptsponsor die Kontrolle über die geschäftliche Seite des RNF-Teams übernehmen und Mehrheitsaktionär werden konnte.

MotoGP kryptisch: RNF-Rausschmiss "obwohl alle Ziele erreicht wurden"

Obwohl die MotoGP nachfolgend schreibt, dass CryptoData die gesteckten Ziele erfolgreich erreicht und sichergestellt habe, dass das RNF-Team diese herausfordernden Momente erfolgreich navigieren konnte, waren Differenzen entstanden, die nicht mehr beigelegt werden konnten. Daher folgte der Ausschluss aus der Weltmeisterschaft. Zumindest eine Eskalation in Form eines gerichtlichen Zweikampfs zwischen Dorna und CryptoData konnte nun abgewendet werden. Das CryptoData RNF Team wird ab 2024 zu Trackhouse Racing. Wie die genaue Einigung zustande kam und welche potenziellen Absprachen dabei getroffen wurden, bleibt jedoch ein Geheimnis.

RNF Racing wird 2024 zu Trackhouse Racing, Foto: Motogp.com/Screenshot
RNF Racing wird 2024 zu Trackhouse Racing, Foto: Motogp.com/Screenshot

"Obwohl das RNF-Team nicht an der MotoGP-Saison 2024 teilnehmen wird, wünschen Dorna und IRTA RNF und CryptoData viel Erfolg bei ihren kommerziellen Unternehmungen", verabschiedet die Königsklasse den diesjährigen WM-Achten. Zudem gibt es ein kurzes Statement von Dorna-CEO Carmelo Ezpeleta: "Wir schätzen das Engagement, das CryptoData in der MotoGP hatte. Während unserer Zusammenarbeit hat CryptoData einen Beitrag in der MotoGP geleistet, der sich an verschiedenen Fronten auswirkt. CryptoData war nicht nur Titelsponsor des Österreich-GP, sondern wurde auch Mehrheitsaktionär von RNF und half dem Unternehmen, schwierige Momente in einer sehr kurzen Zeitspanne zu überwinden."

CryptoData zieht ab: Fokus auf Technologiebranche

Abschließend findet Bogdan Maruntis, Mitbegründer und 'Head of Global Strategy' von CryptoData, versöhnliche wie kryptische Worte: "Das Ziel von CryptoData war es nie, in die sportliche Seite des RNF-Teams involviert zu sein, da dies nicht unser Tätigkeitsfeld ist. Nichtsdestotrotz sahen wir eine Gelegenheit, uns tiefer in den Motorsport einzubringen und beschlossen, dem RNF-Team zu helfen. Es war eine großartige Reise und wir schätzen die Zusammenarbeit mit der gesamten Fahrerlagergemeinschaft. Derzeit hat CryptoData seine geplanten Ziele in Bezug auf Geschäft und Marketing in der MotoGP erfüllt und wird sich auf das Hauptziel in der Technologiebranche konzentrieren."