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MotoGP - Favoriten-Check: Marquez' Dominanz bröckelt

Die Jagd ist eröffnet

Erstmals in dieser Saison geht Marc Marquez nicht als haushoher Favorit in einen Grand Prix.
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Motorsport-Magazin.com - Die Siegesserie von Marc Marquez könnte am Sonntag in Barcelona tatsächlich zu Ende gehen. Erstmals in diesem Jahr zeigt der Dominator Nerven. Doch wer kann diese leichte Schwächeperiode nutzen? Motorsport-Magazin.com kennt die Piloten, die im Grand Prix von Katalonien eine Chance auf den Sieg haben:

Dani Pedrosa: Die Pole Position für Dani Pedrosa war die erste große Überraschung an diesem Rennwochenende in Barcelona. Lässt der kleine Mann aus Sabadell am Sonntag im Rennen eine weitere folgen? Der Circuit de Catalunya ist eine der Lieblingsstrecken Pedrosas, nicht umsonst konnte er hier bereits fünf Mal in der MotoGP auf das Podium fahren. Dass der Repsol-Honda-Pilot ein Rennen an der Spitze kontrollieren kann, hat er ebenfalls schon mehrmals bewiesen. Zu schaffen machen könnte ihm aber seine nach der Armpump-Operation noch nicht hundertprozentig vorhandene Fitness machen.

Jorge Lorenzo: In Mugello war er bereits nah dran, Marc Marquez zu schlagen. In Barcelona Jorge Lorenzo nun endlich wieder über einen Sieg jubeln. Seine Chancen stehen nicht schlecht. Der Mallorquiner befindet sich wieder in absoluter Topform und die Streckencharakteristik des Circuit de Catalunya kommt der Yamaha M1 entgegen. Im Vorjahr hatte Lorenzo bereits gezeigt, wozu er hier fähig ist. Er fuhr ein souveränes Rennen, diktierte das Tempo an der Spitze über die gesamte Distanz und fuhr einen ungefährdeten Sieg ein. Gelingt ihm ein guter Start, ist eine ähnliche Machtdemonstration auch am Sonntag möglich.

Ich habe meinen Fahrstil etwas geändert, weil mir die Kurven mit den hohen Kerbs hier wirklich schwer fallen.
Marc Marquez

Marc Marquez: Der Überflieger ist an diesem Wochenende so etwas wie die Unbekannte im Kampf um den Sieg. Natürlich, nach seinem Saisonauftakt mit sechs Erfolgen in Serie ist Marc Marquez auch in Barcelona der Sieg zuzutrauen, doch wirkt er hier angreifbarer als sonst. Er gesteht selbst, dass er sich am Circuit de Catalunya nicht wirklich wohlfühlt und dass die Strecke seinem Stil einfach nicht so entgegen kommt: "Ich habe meinen Fahrstil etwas geändert, weil mir die Kurven mit den hohen Kerbs hier wirklich schwer fallen." Dass der Lokalmatador an diesem Wochenende härter ans Limit gehen muss als zuletzt, zeigte auch sein Abflug im Qualifying. Ein möglicher Sieg am Sonntag wird für Marquez definitiv ein hartes Stück Arbeit.

Stefan Bradl: So stark wie an diesem Wochenende in Barcelona hat man Stefan Bradl schon lange nicht mehr gesehen. In allen Trainingssessions lag der LCR-Honda-Pilot in den Top-Five, in FP3 legte er sogar die Bestzeit vor. Im Qualifying bestätigte Bradl seine ausgezeichnete Verfassung und fuhr direkt hinter dem spanischen Spitzentrio auf den vierten Startplatz. Ob der Bayer allerdings über eine gesamte Renndistanz mit den Toppiloten mithalten kann, wird man abwarten müssen. Auch Bradl leidet noch etwas unter den Nachwehen seiner Armpump-Operation.

Valentino Rossi steht in Reihe zwei - Foto: Yamaha

Valentino Rossi: Nach dem desaströsen Qualifying zu seinem Heim-Grand-Prix in Mugello konnte Valentino Rossi in Barcelona mit Rang fünf wieder eine annehmbare Startposition einfahren. Wenn er einen guten Start erwischt und so den Anschluss zur Spitze halten kann, ist dem Italiener im Grand Prix von Katalonien alles zuzutrauen. Dass er wieder eine ähnliche Pace gehen kann wie die spanische Konkurrenz hat er in dieser Saison schon mehrmals bewiesen und seine Qualitäten im Duell Mann gegen Mann sind unbestritten. Vielleicht zeigt der Doktor ja sogar wieder ein Überholmanöver in der letzten Kurve, so wie 2009 gegen Jorge Lorenzo.

Die anderen Fahrer: Aleix Espargaro kam im Qualifying auf Rang sechs, im Rennen wird der stärkste Vertreter der Open-Fraktion seinen weicheren Hinterreifen aber wohl nicht wirklich nutzen können, vor allem nicht, wenn ähnlich hohe Temperaturen wie am Samstag vorherrschen. Ähnliches gilt wohl für die Ducati-Armada, angeführt von Andrea Dovizioso. Bessere Chancen darf sich da schon das Tech3-Duo Bradley Smith und Pol Espargaro ausrechnen. Vor allem der Brite überzeugte mit starken Trainingsleistungen und sicherte sich die Bestzeit in FP2.

Die Tipps der Redaktion

Markus Zörweg:Wenn Marc Marquez aktuell auf irgendeiner Strecke zu schlagen ist, dann wohl am Circuit de Catalunya. Die hohen Randsteine an den Kurveninnenseiten kommen seinem Fahrstil mit den extremen Schräglagen und am Boden schleifenden Ellbogen nicht entgegen. Der Sturz im Qualifying dürfte die Liebe zur Strecke in Barcelona auch nicht unbedingt neu entfacht haben. Jorge Lorenzo hingegen scheint sich pudelwohl zu fühlen und zeigte schon in Mugello, dass er wieder ganz der Alte ist. Er wird am Sonntag die Siegesserie von Marquez beenden und ihn auf Rang zwei verweisen, Dani Pedrosa komplettiert das rein spanische Podium.

Markus' Top-3-Tipp: 1. Lorenzo, 2. Marquez, 3. Pedrosa

Marion Rott: Wer wünscht sich nicht einen spannenden Kampf um den Sieg, wie wir ihn alle in Mugello genossen haben. Daran glaube ich aber nicht. Marc Marquez startet von Platz drei - trotz seines riesigen Patzers. Er wird schon am Start nach vorne gehen, oder sich zumindest direkt hinter Dani Pedrosa einsortieren. Pedrosa hat noch mit seinen OP-Nachwehen zu kämpfen, Jorge Lorenzos Hoch war nur von kurzer Dauer und somit fährt Marquez erneut allen davon.

Marions Top-3-Tipp: 1. Marquez, 2. Lorenzo, 3. Rossi

Kann Jorge Lorenzo seinen Erzrivalen in die Schranken weisen? - Foto: Milagro

Annika Kläsener: Jorge Lorenzo kann schaffen, was Real Madrid dieses Jahr nicht gelungen ist: Das Tripel. Selbst wenn sich Dani Pedrosa am Start durchsetzt, wird er sich irgendwann der Angriffe des Mallorquiners nicht mehr erwehren können und muss dann auch noch Marc Marquez im Spiegel erkennen. Zwischen den beiden kommt es zum Crash, die lachenden Dritten heißen Valentino Rossi und Bradley Smith - zugegeben, das klingt unwahrscheinlich, ist aber nicht ausgeschlossen und spannend wäre es allemal.

Annikas Top-3-Tipp: 1. Lorenzo, 2. Rossi, 3. Smith

Maria Pohlmann: Sicherlich wird ihn der Sturz im Qualifying einfach mal so gar nicht aus der Ruhe bringen, aber in Barcelona muss endlich mal Schluss sein mit der Marquez-Dominanz. Nach dem starken Rennen in Mugello ist Jorge Lorenzo nicht nur hungrig, sondern auch definitiv siegfähig. Sollte es dem Yamaha-Pilot gelingen, die Konkurrenz auf Honda gleich beim Start hinter sich zu lassen und im Warm-Up noch einen Extra-Kniff für die letzten Rennrunden zu finden, dann sehe ich den Mallorquiner auf jeden Fall vorn.

Marias Top-3-Tipp: 1. Lorenzo, 2. Marquez, 3. Pedrosa

Nico Pappelau: Alle tippen auf einen der drei Spanier - ich nicht. Ich glaube, dass Valentino Rossi einen weiteren großen Schritt nach vorn machen wird und den Spaniern die Fiesta verderben wird. Es wird sicher ein spannender Kampf, denn offenbar ist Lorenzo wieder angriffslustig, Pedrosa von seiner Armpump-OP genesen und Marquez könnte nach dem heutigen ersten Fehler des Jahres vielleicht einen mentalen Kratzer davongetragen haben. Es wird auf jeden Fall ein spannendes Rennen, vielleicht sogar ein teilweise nasses...

Nicos Top-3-Tipp: 1. Rossi, 2. Pedrosa, 3. Marquez


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