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MotoGP - Auslaufrunde - Der etwas andere Rückblick

Na… verwirrt?

Eigentlich ist doch alles beim Alten. Motorsport-Magazin.com nimmt das Auftaktwochenende in der Wüste etwas kritischer unter die Lupe.
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Motorsport-Magazin.com - Regeln? Ach pfeifen wir doch drauf und machen dort weiter, wo wir letztes Jahr aufgehört haben. Nämlich mit Marc Marquez als Sieger und den üblichen Verfolgern - fast. Einer der Verfolger fehlte schon früh. Aber fangen wir beim amtierenden Weltmeister an: Obwohl er sich am Samstag nicht sicher war, ob sein vor wenigen Wochen gebrochenes Bein im Rennen durchhält, schlug er sich kurioserweise sehr gut. Tiefstapeln, darin ist Marquez auch ganz stark. Seiner extrem genialen Leistung im Rennen ist dennoch nichts abzusprechen. Verdienter Rennsieger und absolut geiler Kampf.

Valentino Rossi strahlte…sprichwörtlich - Foto: Milagro

Die Nachricht des Wochenendes: Valentino Rossi ist zurück. Und dieses Mal nicht nur mit einem geschenkten Sieg in einem Rennen, in dem die Favoriten verletzt fuhren, sondern mit einem scheinbar richtig guten Gefühl auf der Yamaha, einer extrem starken Leistung und einem tollen Kampf. Glücklicherweise hatte der 35-Jährige mit den 20 Litern Sprit kein so großes Problem, wie viele zuvor angenommen hatten. Vielleicht ist auch dieses spektakuläre Rennen für ihn schon der Anlass, seinen Vertrag zu verlängern. Wir wissen es nicht, aber hoffen natürlich, den Fan-Magnet der MotoGP noch ein paar Jahre länger zu sehen.

Dani Pedrosa sah in Training und Qualifikation genauso schlecht aus wie Rossi und Jorge Lorenzo. Dafür, dass sich der kleine Spanier zuvor nicht sonderlich wohlfühlte, war auch sein Ergebnis bemerkenswert. Dazu schaffte er es Alvaro Bautista so stark unter Druck zu setzen, dass dieser zu viel riskierte und die entsprechenden Konsequenzen tragen musste. Schade für den Gresini-Pilot. Nach seiner starken Leistung an den Tagen zuvor und auch im Rennen, wären ihm die Punkte schon vergönnt gewesen.

Bradl sucht das schwarze Schaf

Bei Lorenzo und Stefan Bradl fanden wir einen klaren Fall von Selbstüberschätzung. Im Vergleich zum Deutschen gab Lorenzo seinen Fehler ohne Umschweife zu. Bradl suchte später schwarzes Schaf auf der Strecke. Beide waren sich scheinbar sicher, dass sie gewinnen könnten, produzierten nahezu identische Stürze (wohlbemerkt an verschiedenen Stellen) und ärgerten sich danach schwarz. Apropos schwarz: Während vor der Saison alle in Sachen Reglement schwarz sahen und sich über Zugeständnisse an Ducati beklagten, konnten wir im ersten Rennen sehen, dass die Vorteile bei der Desmosedici gar nicht zahlreich genug sein können.

Ein Fünfter und Sechster Platz für zwei Werksfahrer dürften doch nun wirklich nicht für zu viele Begünstigungen sprechen. Davor kam noch Aleix Espargaro, der ein tolles Open-Debüt zeigte. Gleichzeitig war es etwas schade, dass er doch scheinbar doch nicht ganz mit den Außerirdischen mithalten kann. Aber vielleicht wird das ja noch. Ein letztes MotoGP-Lob geht an Scott Redding. Der Rookie zeigte zwar ein unauffälliges, aber sehr solides Debüt und besiegte Routinier Nicky Hayden kurz vor Rennende. Das muss ihm erst einmal jemand nachmachen.

Leider zu früh gefreut - Foto: Honda

Formel 1 oder was?

Für Verwirrung sorgten beim Auftakt nicht die Regeln, sondern Cal Crutchlow und Dominique Aegerter. Unverschuldet, natürlich. Bei beiden war die Elektronik scheinbar total im Eimer, die Transponder funktionierten nicht richtig und so tauchten die Piloten im MotoGP und Moto2 Rennen ständig am unteren Ende der Zeitenliste auf. Schade, dass der Schweizer schlussendlich auch dort landen musste und damit seine erfolgreiche Serie von 34 Rennen in den Punkten nicht fortsetzen konnte. Kompliment an Sandro Cortese, der sich mit Schmerzen durch alle 20 Runden biss.

Ach ja und darf ich vorstellen? Formel 1, äh, Moto2. Wir fangen beim Zweiradsport also auch schon mit Disqualifikationen an, die den Fahrern den kompletten Tag und möglicherweise die WM versauen und für eine Menge Drama nach den Rennen sorgen. Takaaki Nakagami ist wahrlich nicht zu beneiden: Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass der Japaner einen ersten Sieg erneut knapp verpasste, muss er nun ganz leer ausgehen. Aber was auch immer das neue japanische Team da verbaut hat: Regeln sind Regeln und wer dagegen verstößt hat leider das Nachsehen. Hoffentlich war die Strafe allen eine Lehre und wir müssen derartige Meldungen nicht mehr schreiben.


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