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MotoGP - Marquez vs. Rossi: Die Analyse

Jungstar gegen Altmeister

Jung gegen Alt, drei WM-Titel gegen neun. Der Katar GP stand ganz im Zeichen des Duells zwischen Marc Marquez und Valentino Rossi.
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Motorsport-Magazin.com - Den MotoGP-Fans bot sich am Sonntag in Katar ein Anblick, den man in dieser Form noch nie gesehen hatte. Der ehemalige Alleinregent der Königsklasse Valentino Rossi und sein designierter Nachfolger Marc Marquez lieferten sich fast über die gesamte Renndistanz ein Duell auf Biegen und Brechen um den ersten Saisonsieg. Motorsport-Magazin.com hat einen genaueren Blick auf das nervenaufreibende Duell geworfen:

Der Session-Vergleich

SessionMarc MarquezValentino Rossi
1. Training 1:56.682 (11.) 1:56.542 (7.)
2. Training 1:55.607 (5.) 1:55.984 (9.)
3. Training 1:55.446 (5.) 1:55.702 (9.)
4. Training 1:55.432 (2.) 1:56.206 (10.)
Qualifying 1:54.507 (1.) 1:55.096 (10.)
Rennzeit 42:40.561 (1.) 42:40.820 (2.)
schn. Rennrunde 1:55.719 (3.) 1:55.621 (2.)

Marc Marquez' Rennen

Marquez fuhr in seiner letzten Runde persönliche Bestzeit - Foto: Milagro

Als einziger der Top-Fahrer startete Marc Marquez auf den härteren Hinterreifen. Das brachte ihm weder klar ersichtliche Vorteile, noch deutliche Nachteile. Seine Rundenzeiten waren über die gesamte Renndistanz nahezu identisch zu jenen von Rossi, größere Unterschiede gab es nur nach Fahrfehlern. Und auch im Vergleich mit Pedrosa, der auf baugleichem Material die weiche Mischung aufgezogen hatte, gab es keine deutlichen Unterschiede in der Performance. Es stellt sich eher die Frage, ob Marquez es auf der weicheren Mischung vielleicht einfacher gehabt hätte. Ein Leistungsverlust des weicheren Medium-Compounds gegen Ende war nämlich nicht zu erkennen. Die jeweils zweite und vorletzte Runde von Rossi und Pedrosa unterschieden sich nur um drei Zehntelsekunden, so wie jene von Marquez auf dem harten Bridgestone.

Marquez zeigte sich im Rennen selbst von seiner besten Seite. Nach der ersten Runde sah er bis zur Zielflagge nur drei Piloten (Bradl, Rossi und kurzzeitig auch Bautista) von hinten und lag nur in den Runden sechs und acht auf Rang drei. Nach dem Ausfall von Bradl in Runde neun konnte er sich einzig und alleine auf Rossi konzentrieren. Pedrosa und Bautista hingen dem Top-Duo zwar im Heck, doch der Sicherheitsabstand betrug stets drei bis vier Zehntelsekunden. Mit neun Runden unter 1:56.0 hatte Marquez am Ende die meisten aller Piloten auf dem Konto, seine schnellste persönliche Lap Time von 1:55.719 (die drittschnellste Runde des Rennens) erzielte er im finalen Umlauf. Die befürchteten Ermüdungserscheinungen, wegen derer er noch am Samstag tiefstapelte, waren nicht einmal ansatzweise zu erkennen.

Valentino Rossis Rennen

Rossi verpatzte seine vorletzte Runde - Foto: Bridgestone

Chapeau, Valentino Rossi! Eine Glanzleistung vom zehnten Startplatz. Schon in der ersten Runde machte er vier Plätze gut, gewann weitere zwei im zweiten Umlauf und fuhr ab Runde sechs, nachdem er Bradley Smith überholt hatte, direkt hinter, vor bzw. neben Marquez. War es letzte Saison noch oft so, dass Rossi erst in der zweiten Rennhälfte so richtig seinen Rhythmus fand, war er diesmal von der ersten Sekunde voll da. Schon in Runde vier fuhr er zum ersten Mal unter 1:56.0, ein Kunststück, dass er in sieben weiteren Runden wiederholen konnte. Das Duell mit Marquez spornte ihn so sehr an, dass er auch in den letzten sechs Runden nur eine 1:56er-Zeit anschrieb und in Lap 19 seine persönliche Bestzeit fuhr. Auf der vorletzten Runde büßte Rossi allerdings 0.182 Sekunden ein, so viel wie zuletzt in Runde 3. Das kostete ihn am Ende die Chance, im letzten Umlauf noch eine Attacke zu reiten. Bemerkenswert: Im gesamten Rennen waren Marquez und Rossi bei der Start/Ziel-Durchfahrt nie mehr als 0.973 Sekunden getrennt (siehe Diagramm).

Fazit

In einem Duell auf Augenhöhe gaben Nuancen am Ende den Ausschlag zugunsten von Marquez, der endgültig alle Zweifel abgeschüttelt hat, dass ihn sein Beinbruch an einer möglichen Titelverteidigung hindern könnte. Rossi hingegen hat bewiesen, dass 2014 mit ihm zu rechnen ist und er vor allem seine Schwäche in den Startphasen abschütteln konnte. Zu voreilig sollten sich Rossi-Fans aber noch nicht freuen. Auch im Vorjahr war der neunfache Champion beim Auftakt Zweiter, kam bis Saisonende aber nur noch einmal (beim Sieg in Assen) an so einer guten Position ins Ziel.

Rossi und Marquez strahlten um die Wette - Foto: Bridgestone

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