Formel 1 - Monaco-Qualifying: Räikkönen-Pole, Hamilton-Horror

Erste Iceman-Pole seit 129 Rennen

Sensation in Monaco: Kimi Räikkönen sichert sich seine erste F1-Pole seit 129 Rennen! Lewis Hamilton erlebt in Monte Carlo seinen persönlichen Weltuntergang.
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Motorsport-Magazin.com - Kimi Räikkönen startet den Monaco GP von der Pole Position! Im Qualifying in Monte Carlo setzte sich der Finne in Ferrari-Diensten mit einem neuen Rundenrekord von 1:12.178 Minuten vor Teamkollege Sebastian Vettel (+0,043 Sek.) durch. Hinter der roten Reihe eins starten Valtteri Bottas, Max Verstappen und Daniel Ricciardo. Lewis Hamilton erlebte im Qualifying ein völliges Debakel (siehe "Das war Q2").

Ah, okay. Danke, Jungs!
Räikkönen 'feiert' die Pole

Für Kimi Räikkönen ist es die erst 17. Pole Position seiner F1-Karriere - die erste seit 3.261 Tagen bzw. neun Jahren oder 129 Rennen. Beim Frankreich GP 2008 hatte der Iceman letzmalig den ersten Startplatz ergattert. In Monaco selbst stand Räikkönen zuletzt 2005 auf Pole - und gewann am Sonntag. Es ist die 50. Pole eines Finnen in der Formel 1. Kimis erster 'Jubel' am Funk: "Ah, okay. Danke, Jungs!"

Der Typ ist wirklich gut drauf. Und wenn die Birne stimmt, dann stimmt auch das Gaspedal.
Niki Lauda

"Ich freue mich sehr für ihn!", sagt Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene bei Sky. "Schade natürlich für Seb, dass er einen Fehler in Kurve fünf hatte. Aber es ist schön, beide Autos vorne zu haben. Wir wissen aber auch, was in Sochi passiert ist ... Wir müssen vorsichtig sein!", warnt er. Auch Mercedes-Aufsichtsratchef Niki Lauda zieht vor dem Finnen seine berühmte Kappe. "Der Typ ist wirklich gut drauf. Und wenn die Birne stimmt, dann stimmt auch das Gaspedal", lobt der RTL-Experte.

Nico Hülkenberg qualifizierte sich als 12., startet den Monaco GP wegen Strafen gegen die besser platzierten McLaren-Piloten aber aus den Top-10. Pascal Wehrlein wurde im Qualifying Vorletzer, profitiert allerdings auch von einer der Strafen, sodass er den Monaco GP als 18. aufnehmen wird.

Qualifying - Session 3
Zwischenfälle: -
Top-5: Räikkönen, Vettel, Bottas, Verstappen, Ricciardo

Das sagen Räikkönen, Vettel & Bottas zum Qualifying

Kimi Räikkönen: "Das ist natürlich der beste Platz, um das Rennen zu starten - aber keine Garantie. Ich nehme es so, wie es kommt. Wir können sehr zufrieden sein. Hier und da habe ich noch ein bisschen kämpfen müssen. Es lief nicht perfekt, aber das tut es hier auch nie. War aber schon irgendwie ok, ich war zufrieden mit dem Auto. Es lief gut, ich konnte pushen. Schönes Quali. Ich bin zufrieden mit mir."

Sebastian Vettel: "Nicht ganz so gut wie es hätte sein können, aber wir konzentrieren uns auf morgen. Schauen wir, was morgen passiert."

Valtteri Bottas: "Ich hatte eine echt gute Runde. Es ist ein gutes Gefühl, wenn du hier eine gute Runde erwischst, aber die roten Autos waren heute einfach zu schnell."

Kimi Räikkönen holte nach 12 Jahren wieder einmal eine Monaco-Pole - Foto: Sutton

Das war Q2: Eine Kopie des Q1! Wieder ein enger Schlagabtausch zwischen Ferrari und Red Bull um die Spitze. Diesmal setzte Räikkönen in 1:12.231 Minuten die Bestzeit gleich mal mit einem neuen Rundenrekord - vor Vettel und Verstappen. Bottas platzierte den Mercedes auf P4, Ricciardo wurde Fünfter vor Grosjean und den starken McLaren von Vandoorne und Button.

Vandoornes Crash wurde zu Hamiltons Verhängnis - Foto: Sutton

Gar nicht rund lief es weiter bei Hamilton: Erst musste der Brite den Silberpfeil in Massenet sensationell abfangen, dann beschwerte er sich wenig später mehrfach, etwas Grundlegendes stimme einfach nicht an seinem Mercedes. Dann crashte auch noch Stoffel Vandoorne am Schwimmbad, sodass Hamilton seinen letzten Schuss nicht beenden konnte - das Aus in Q2! Ebenfalls ausgeschieden: Kvyat, Hülkenberg, Magnussen und Massa.

Ich bin nicht sicher, was los war. Einfach Probleme mit dem Auto.
Lewis Hamilton

"Ich bin nicht sicher, was los war. Einfach Probleme mit dem Auto", versuchte Hamilton bei RTL einen ersten Erklärungsversuch. "Wenn ich noch einen Punkt bekäme, wäre das schon toll wenn man sieht wo ich stehe. Ich freue mich, wenn morgen der Tag vorbei ist."

Qualifying - Session 2
Zwischenfälle: Hamilton mit Monster-Save in Massenet, Grosjean kapitaler Verbremser Sainte Devote
ausgeschieden: Kvyat, Hülkenberg, Magnussen, Hamilton, Massa
Top-5: Räikkönen, Vettel, Verstappen, Bottas, Ricciardo

Das war Q1: Großes Bestzeiten-Wettrennen schon im ersten Quali-Abschnitt zwischen den Ferrari und den Red Bull. Fast schon im Sekundentakt unterbot sich das Quartett an der Spitze gegenseitig. Die Oberhand behielt schließlich Verstappen mit einer 1:13.078 Minuten. Vettel und Räikkönen fehlte weniger als eine halbe Zehntel. Ricciardo und Bottas komplettierten die Top-5, Hamilton schaffte es lediglich auf P9.

Weiter hinten rettete sich Hülkenberg als 13. ins Q2, Wehrlein schied als 19. aus. Genauso: Ocon, Palmer, Stroll und Ericsson.

Qualifying - Session 1
Zwischenfälle: Kurze Reparaturen bei Force India nach Ocons FP3-Crash, Dreher Grosjean in Mirabeau, Ericsson crasht in Hafenschikane, Hydraulik-Leck am Stroll-Williams
ausgeschieden: Ocon, Palmer, Stroll, Wehrlein, Ericsson
Top-5: Verstappen, Vettel, Räikkönen, Ricciardo, Bottas

Das Wetter: 26 Grad Celsius Luft-, satte 53 Streckentemperatur bei strahlend blauem Himmel in Monaco! Bessere Bedingungen konnte es nicht geben.

Die Strafen: Bitter für McLaren: Da ist das Team in Monaco endlich einmal zumindest halbwegs konkurrenzfähig, schon müssen sowohl Kurz-Comebacker Button als auch Vandoorne im Grid nach hinten. Der Belgier selbstverschuldet: Vandoorne kassiert drei Strafplätze für das Verursachen einer Kollision mit Felipe Massa in Spanien. Für Button dagegen geht es bei der Rückkehr altbekannt weiter: 15 Strafplätze wegen zu vieler eingesetzter Motoren-Komponenten.

Die Analyse: Ganz bittere Stunde für Lewis Hamilton im Titelkampf: Nach frühem Aus in Q2 muss der Brite das Feld ausgerechnet in Monaco von weit hinten aufrollen. Wie schwierig dieses Unterfangen ist, muss nicht näher erklärt werden. Ferrari dagegen hält alle Asse in der Hand, Mercedes eine schmerzliche Niederlage zuzufügen. Wäre da nicht Red Bull, das den Roten zumindest einige Sorgenfalten in die Stirn nageln wird.


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