Formel 1 - Neue Williams Geschäftszahlen: Negativer Cashflow

2017er Regeln teuer für Teams

Williams legt turnusgemäß die Geschäftszahlen für 2016 vor: Das Unternehmen wächst, doch die neuen Regeln kosten Geld - massiv sogar.
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Motorsport-Magazin.com - Turnusgemäß hat Williams die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2016 veröffentlicht. Als börsennotiertes Unternehmen muss der Rennstall regelmäßig Geschäftsbilanzen veröffentlichen. Auf den ersten Blick wirken die Zahlen erfreulich: Der Umsatz konnte im Vergleich zum Vorjahr um gut 40 Millionen auf nun 167,4 Millionen Pfund gesteigert werden. Einem Verlust von 3,3 Millionen von 2015 steht ein Gewinn von 15,5 Millionen Pfund vor Steuern gegenüber.

Das Formel-1-Team bleibt weiterhin das Steckenpferd von Williams Grand Prix Holdings: Mit 116,7 Millionen Pfund macht der Rennstall den größten Teil des Umsatzes aus. 2015 waren es noch 101,5 Millionen Pfund. Noch gewaltiger stieg der Gewinn der Formel-1-Sparte: Von mageren 0,2 Millionen stieg er auf satte 12,4 Millionen Pfund.

Die Zahlen zum Halbjahr ließen bereits ein positives Geschäftsjahr erahnen. Doch Williams Grand Prix Holdings Geschäftsführer Mike O'Driscoll warnte schon: "Uns steht mit Blick auf das zweite Halbjahr 2016 und in 2017 hinein, Gegenwind bevor."

Der Gegenwind lautete vor allem Technisches Reglement 2017. Gleichzeitig sackte der Rennstall von Konstrukteursrang drei auf Platz fünf ab. Allerdings sollte sich das erst im laufenden Jahr bemerkbar machen, weil das Geld des Kommerziellen Rechteinhabers erst im Anschluss an die abgeschlossene Saison ausgezahlt wird. Lawrence Stroll, Vater von Williams-Pilot Lance Stroll, sollte die finanziellen Löcher aber als Gegenleistung für das Cockpit des Juniors stopfen können.

Während Williams Ende 2015 noch 2,7 Millionen Pfund an zur Verfügung stehenden Mittel hatte, stand Ende 2016 ein dickes Minus von 9,9 Millionen Pfund. Der Winter gilt als schwierigste Zeit für die Teams, weil die Kosten für die Produktion der neuen Autos enorm sind und gleichzeitig kein Geld vom kommerziellen Rechteinhaber fließt.

Williams' Jahresbilanz in Zahlen

F1 WAE Andere Group
2016
Umsatz 116,7 36,9 13,8 167,4
Gewinn 12,4 4,2 -1,1 15,5
Zur Verfügung stehende Mittel -9,9
2015
Umsatz 101,5 21,3 2,8 125,6
Gewinn 0,2 2,1 -5,6 -3,3
Zur Verfügung stehende Mittel 2,7

Alle Zahlen sind in Millionen Pfund angegeben

"Nach einer vollständigen Restrukturierung unseres Unternehmens über die letzten zwei Jahre, haben wir sowohl operativ als auch finanziell 2016 weitere Gewinne erzielt", zeigt sich O'Driscoll erfreut. "Wir haben zuletzt große Neuverpflichtungen für unser Technik-Team bekanntgegeben (Paddy Lowe, Anmerkung der Redaktion), um die Performance auf der Strecke weiter zu verbessern und Williams weiter nach vorne zu bringen. Unser Team lockt weiterhin einige der weltweit führenden Unternehmen und Marken an und wir sind sehr optimistisch, was das generelle Potential unseres Sports unter dem neuen Eigentümer Liberty Media angeht."

Noch liefert Williams die Batterien für die Formel E - Foto: Motorsport-Magazin.com

Interessant ist auch die Sparte Williams Advanced Engineering: Hier konnte Williams den Umsatz fast verdoppeln. Von 21,3 Millionen Pfund wuchs Advanced Engineering 2016 auf 36,9 Millionen Pfund Umsatz. Der Gewinn stieg von 2,1 Millionen auf 4,2 Millionen Pfund. Signifikant ist auch der Wachstum der übrigen Geschäftsfelder, zu denen unter anderen die Sparte Williams Heritage zählt. Hier konnte der Umsatz von 2,8 Millionen auf 13,8 Millionen Pfund gesteigert werden.

Williams Advanced Engineering entwickelt und liefert beispielsweise die Batterien für die Formel-E-Boliden. Ab 2018 kommen sie allerdings von Konkurrent McLaren Applied Technologies. Ein weiteres Betätigungsfeld ist der sogenannte Massenspeicher. Williams entwickelte einen Schwungradspeicher als KER-System für die Formel 1, wo er allerdings nie zum Einsatz kam. Heute ist die Technologie in unterschiedlichen Bereichen abseits der Formel 1 in Anwendung.


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