Formel 1 - 2. Training: Hamilton vorn - Ärger für Räikkönen?

Alonsos Campingstuhl-Revival

Viel los beim 2. Training in Brasilien. Lewis Hamilton hat erneut die Nase vorn, Kimi Räikkönen könnte ein Nachspiel drohen. Camper Alonso wieder auf dem Stuhl.
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Motorsport-Magazin.com - Langsam wird es ernst in Brasilien - und Mercedes gast weiter an. Lewis Hamilton entschied am Nachmittag das 2. Training für sich. Der Noch-Weltmeister setzte sich erneut gegen Nico Rosberg durch. Diesmal ging es enger zu als im 1. Training: Hamilton (1:12.271 Minuten) hatte nur 0,030 Sekunden Vorsprung auf den Titelanwärter, der die WM mit 19 Punkten Vorsprung anführt. Unterdessen drohte Kimi Räikkönen Ärger nach einer Rangelei mit Carlos Sainz. Die Rennleitung nahm einen Zwischenfall der beiden Kontrahenten genauer unter die Lupe. Zum Abschluss sorgte Fernando Alonso für die Wiederbelebung eines Internet-Klassikers.

Die Platzierungen: Überraschend stark präsentierte sich Williams. Valtteri Bottas belegte den dritten Platz vor seinem Teamkollegen Felipe Massa. Der Brasilianer führte das Klassement zwischenzeitlich sogar an und sorgte für Jubel auf den Tribünen vor seinem letzten Brasilien-Rennen in der Formel 1. Beide Williams konnten Mercedes jedoch nicht das Wasser reichen. Bottas' Rückstand auf Hamilton betrug rund eine halbe Sekunde. Knapp hinter Massa ordnete sich Daniel Ricciardo mit einer 1:12.828 auf Platz fünf ein. Max Verstappen folgte auf der sechsten Position. Die Plätze sieben und acht gingen an Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen. Nico Hülkenberg wurde Neunter, Pascal Wehrlein nach nur 22 gefahrenen Runden Letzter.

Die Zwischenfälle:Marcus Ericsson fabrizierte einen Dreher während seines ersten Run. Der Sauber-Pilot drehte sich in Kurve 8, erlitt außer einem Bremsplatten aber keinen weiteren Schaden. Wenig später war Kimi Räikkönen offenbar nicht einverstanden mit Carlos Sainz' Fahrweise. Die beiden lieferten sich ein kleines Rad-an-Rad-Duell in den letzten Kurven, bis Räikkönen auf der Start/Ziel-Geraden quer vor Sainz in die Boxengasse abbog. Das gefiel der Rennleitung offenbar nicht. Die Aktion wurde nach Sessionende untersucht. Zwei Stunden später konnten die beiden Streithähne aufatmen, es folgte keine Bestrafung.

Laut Informationen des ORF soll die Renault-Garage kurzfristig evakuiert worden sein. Grund: Starke Rauchentwicklung am Rennwagen von Kevin Magnussen, nachdem Öl auf den Motor getropft sein soll. Nach einer kurzen Auszeit konnte das Team weiterarbeiten.

Gut 30 Minuten vor Ende sorgte Fernando Alonso unfreiwillig für einen Lacher. Sein McLaren rollte in Kurve 3 aus, er meldete ein ERS-Problem. Erinnerungen an Brasilien 2015 wurden unfreiwillig wach, als Alonso es sich nach einem Ausfall auf einem Liegestuhl gemütlich machte. Diesmal war der Spanier aktiver, als er kurzerhand seinen McLaren mit einem Stein am Hinterrad sicherte.

Gegen Sessionende bekam Alonso dann tatsächlich einen Campingstuhl, um das Geschehen als Kamerakind vom Streckenraus aus zu verfolgen. Hauptsache, McLaren hat Spaß...

Das Wetter: Der Regen lässt weiter auf sich warten. Am Freitag blieb es trocken auf dem Autodromo Carlos Pace. Für den Samstag ist aktuell ebenfalls kein Regen gemeldet. Spannender wird es am Rennsonntag, wo durchaus mit Schauern zu rechnen sein wird. Am Freitagnachmittag betrug die Streckentemperatur 51 Grad bei 31 Grad Lufttemperatur. Die Werte sollten für den weiteren Verlauf des Wochenendes allerdings nicht repräsentativ sein.

Die Analyse: Die Silberpfeile wie erwartet an der Spitze. Mercedes-Power bleibt Trumpf in Interlagos. Das belegte Williams mit einem starken Ergebnis auf dem Papier, die Longruns sahen allerdings weniger hoffnungsvoll aus. Hinter Mercedes könnte es erneut eng werden zwischen Red Bull und Ferrari. Aber: Am Ende könnten sämtliche gesammelten Daten für die Tonne sein. Am Sonntag wird es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit regnen. Niki Lauda sprach von 99 Prozent Regenwahrscheinlichkeit. Bei nassen Verhältnissen kann wie immer alles passieren. Das sorgt für zusätzliche Würze im packenden WM-Kampf zwischen Rosberg und Hamilton.


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