Formel 1 - Nach DFB-Unfall: Tourist aus Koma erwacht

Wehrlein: Sicherheitsabstand zu gering

Der Tourist, der Ende Mai bei einem Unfall im DFB-Trainingslager verletzt wurde, ist nun wieder bei Bewusstsein. Unklar, wie es rund um Mercedes weitergeht.
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Motorsport-Magazin.com - Gute Neuigkeiten nach dem Unfall im DFB-Trainingslager in Südtirol Ende Mai: Der 63-jährige Tourist aus Thüringen, der in Folge eines Unfalls bei Werbeaufnahmen mit Mercedes schwer verletzt worden war, soll laut mehreren Tageszeitungen nun aus dem künstlichen Koma erwacht sein. Er befindet sich weiter in einem Krankenhaus in Jena, nachdem er ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten hatte.

Die aufgenommen Unfallermittlungen sollen laut Die Neue Südtiroler Tageszeitung abgeschlossen sein. Laut Axel Bisignano, dem stellvertretenden Staatsanwalt am Landesgericht in Bozen, habe Pascal Wehrlein nicht den nötigen Sicherheitsabstand zum vor ihm fahrenden Nico Rosberg eingehalten. Deshalb sei der junge DTM-Pilot von Mercedes nicht in der Lage gewesen, einen Unfall zu vermeiden.

Tourist hatte Mitschuld

Wehrlein hatte in Folge eines Bremsmanövers von Rosberg ausweichen müssen und dabei den deutschen Urlauber sowie einen einheimischen Streckenposten erfasst. Der Streckenposten wurde leicht verletzt, konnte das Krankenhaus mittlerweile allerdings wieder verlassen. Laut dem Unfallbericht der Polizei habe der verunfallte Tourist eine Mitschuld an den Ereignissen getragen. Er habe sich zu weit über die Straße, die mit Absperrbändern gesichert war, gebeugt und so Rosberg zu einem Ausweichmanöver gezwungen.

Laut Neue Südtiroler Tageszeitung trifft Daimler-Benz als Ausrichter des Fahr-Events im Rahmen der Vorbereitung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft keine Mitschuld. Anwälte des Autobauers seien bemüht, eine außergerichtliche Einigung zu erzielen. Laut Medienberichten mache Mercedes-Benz keine mögliche Mitschuld des Urlaubers am Unfall geltend. Derzeit stehe ausschließlich Wehrleins Name im Ermittlungsregister.

Fahrlässige Körperverletzung?

Ob sich Wehrlein wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten muss, hängt nun offenbar vom Unfallopfer selbst ab. Er hat drei Monate Zeit, um einen Strafantrag zu stellen. Entscheidet er sich dagegen, wird der Vorfall zu den Akten gelegt. Die Ärzte im Krankenhaus von Jena halten den Zustand des Verunfallten unter Kontrolle. In den kommenden Tagen könnte sich entscheiden, ob er sich in ausreichender Verfassung befindet, weitreichende Entscheidungen zu treffen.

Mercedes-Benz hatte den Unfall am 28. Mai in Südtirol bedauert und umgehend Hilfe bei der Aufklärung angeboten. "Es ist ein ganz besonderes Anliegen zu sagen, dass wir tief betroffen sind", hatte Mercedes-Sprecherin Claudia Merzbach auf einer Pressekonferenz gesagt. "Es tut uns sehr leid, was passiert ist. Wir tun alles, um die Sache aufzuklären."

In Wehrleins Auto befand sich zum Zeitpunkt des Unfalls Nationalspieler Benedikt Höwedes. Wehrlein hatte kurz nach dem Unfall mitgeteilt: "Der Schock über die tragischen Ereignisse sitzt sehr tief. Meine ganze Hoffnung und meine Gedanken sind bei den beiden Verunglückten."


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