Formel 1 - McLaren: Deshalb ist Mercedes im Vorteil

Werksmotor schlägt Kunden-Teams

Warum fahren Red Bull und Co. den Silberpfeilen von Mercedes hinterher? Eric Boullier glaubt den Grund zu wissen. Aber was ist eigentlich mit McLaren los?
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Motorsport-Magazin.com - Mercedes-Power dominiert die Formel 1, auch in Österreich ließen Nico Rosberg und Lewis Hamilton der Konkurrenz keine Chance. Aktuell gilt: Wer eine Power Unit aus dem Hause Mercedes im Heck hat, steht gut da. Auf dem Red Bull Ring fuhren sieben Autos mit Motoren aus dem Motorenwerk Brixworth in die Top-10 - gegen das Werksteam hatten aber auch die Kunden bislang keine Chance.

Für Eric Boullier, mit McLaren ebenfalls Mercedes-Kunde, keine allzu große Überraschung. "Einen Werksmotor zu haben erlaubt dir, viel mehr mit den einzelnen Kanälen und Möglichkeiten zu spielen als wenn du einen Kundenmotor hast", so Boullier bei einer Telefonkonferenz mit Medienvertretern. "Wenn man das Beispiel Mercedes GP und Red Bull Racing nimmt: Wir wissen alle, dass das Chassis von Red Bull sehr gut ist und vielleicht ein bisschen besser als das von Mercedes. Der große Unterschied ist aber der Renault-Motor, der eben kein Werksmotor ist."

McLaren fährt wieder mal hinterher - Foto: Sutton

Mit Honda zurück nach oben

Während Red Bull wohl auch kommendes Jahr auf die Power Unit der Franzosen setzt - trotz all der Gerüchte in den vergangenen Wochen - kommt McLaren in der Saison 2015 in den Genuss eines Werksmotors. Honda kehrt in die Formel 1 zurück und stattet zumindest im ersten Jahr das Traditionsteam aus Woking exklusiv mit seiner neu gebauten Power Unit aus. "Es braucht Monate, sogar Jahre, um sie zu bauen", so Boullier. "Du brauchst einen eindeutigen Plan und ein paar klare Etappenziele. Ich denke, dass bis jetzt alles nach Plan läuft."

Was nicht nach Plan läuft, ist hingegen die aktuelle Saison. McLaren liegt als schwächstes Mercedes-Kundenteam hinter den Silberpfeilen, Force India und Williams auf dem sechsten Platz der Konstrukteurs-Wertung. Boullier meinte, dass in diesem Jahr viel von der jeweiligen Strecke abhänge - so wie bei Williams, die zuletzt auf dem Red Bull Ring mit der Doppel-Pole und einem Podiumsplatz stark auftrumpften.

2015 tauscht McLaren den Mercedes-Motor für ein Honda-Aggregat - Foto: Sutton

Fortschritte erkennbar

"Das ist interessant, denn das zeigt, dass wir eine etwas merkwürdige Hierarchie in einigen Rennen haben, und das nur wegen der Strecken-Charakteristik", meinte Boullier. "Williams hat ein gutes Auto gebaut. Sie haben ein paar Schwachstellen, aber auf einigen Kursen auch viele Stärken. Auf einer kurvigen Strecke wie Monaco waren sie nicht gut in Form, aber auf Kursen mit mehr Schikanen und langen Geraden - wie Kanada und Österreich - waren sie gut drauf."

Ob nach den ersten acht Rennen der Saison für McLaren noch nicht die richtige Strecke dabei war? Fakt ist, dass die Konkurrenz bei der Entwicklung des neuen Chassis bessere Arbeit geleistet hat. Das Gesamtprodukt aus Woking hinkt hinterher - vor allem den eigenen Ansprüchen. Nach einigen internen Anpassungen unter Boullier habe sich in Spielberg aber schon ein Fortschritt gezeigt: "Die ersten Zugewinne nach den Änderungen in der Organisation haben wir schon gesehen. Es geht in die richtige Richtung."


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