Formel 1 - Wolff mahnt: Keine Geheimniskrämerei

Verzicht auf Stallorder

Der Erfolgsschlüssel bei Mercedes laut Toto Wolff: Transparenz zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton. Dem Motorsportchef gefiel zuletzt nicht alles.
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Motorsport-Magazin.com - Nico Rosberg hat auf dem Weg zum angestrebten Titelgewinn wieder einen wichtigen Schritt unternommen. Mit seinem Sieg beim Österreich Grand Prix baute er den Vorsprung in der Gesamtwertung auf Verfolger und Teamkollege Lewis Hamilton um weitere sieben Punkte aus. Der Rückstand des Briten beträgt nach den ersten acht Saisonrennen 29 Zähler. Sieht Hamilton seine Felle schon davonschwimmen? Ganz im Gegenteil, der Weltmeister von 2008 bleibt cool - auch, weil ihm in Spielberg nach dem verpatzten Qualifying samt Dreher ein starkes Comeback gelang.

"Ich bin froh, dass ich es geschafft habe zurück zu kommen", so Hamilton nach der Aufholjagd vom neunten auf den zweiten Platz. "Man lernt immer wieder Neues, aber es ist auch gut, sich an die Punkte zu erinnern, die ich verloren habe, weil ich die Zielflagge nicht gesehen habe." Während Rosberg in bislang jedem Rennen auf das Podium fuhr, wurde Hamilton im WM-Duell durch zwei Ausfälle in Australien und Kanada zurückgeworfen.

Mercedes feiert den sechsten Doppelsieg in dieser Saison - Foto: Sutton

Transparenz als Schlüssel

Zuletzt hatte es zwischen den beiden Titelrivalen häufiger gefunkt, in Spielberg wirkte die Lage wieder etwas entspannter. Handshake nach dem Doppel-Triumph und ausgelassene Stimmung hoch oben auf dem Podium vermittelten mehr Wir-Gefühl bei Mercedes als zuletzt. Grund genug für Toto Wolff, noch einmal auf den Teamgedanken zu pochen - trotz der angespannten WM-Situation zwischen Rosberg und Hamilton.

Sie sind auf solch einem engen Level, dass wir von außen nicht eingreifen wollen und in die eine oder andere Richtung manipulieren wollen.
Toto Wolff

Auch im Hinblick darauf, dass die Konkurrenz den Silberpfeilen immer näher kommt. Vor allem der Ausgang des Qualifyings hatte den Mercedes-Motorsportchef gewurmt. "Unsere erste Priorität muss darin bestehen, die beiden gegeneinander fahren zu lassen", so Wolff. "Sie sind auf solch einem engen Level, dass wir von außen nicht eingreifen wollen und in die eine oder andere Richtung manipulieren wollen. Deshalb muss Spielfeld gleich bleiben, das ist klar." Heißt: Teamorder soll es auch in Zukunft nicht geben. Das funktioniert aber nur, wenn beide Seiten der Garage fair miteinander umgehen.

Ausgelassene Party-Stimmung bei den Silberpfeilen - Foto: Sutton

Keine Geheimniskrämerei

Weiter sollen beide ihre Daten miteinander austauschen und sich dadurch gegenseitig helfen. Wer auf Einzelkämpfer macht, bekommt eine auf den Deckel. Nach dem dritten Training auf dem Red Bull Ring habe Wolff die Atmosphäre innerhalb des Teams nicht gefallen. "Wir sehen, dass es sehr konkurrenzfähig wird", so der Österreicher. "Die Transparenz leidet ein wenig und wir müssen sicherstellen, dass das nicht zum Nachteil fürs Team wird. Wir brauchen das Wissen der gesamten Gruppe, um zusammenarbeiten zu können."

Dabei sprach Wolff auch Leistungen in den Trainings an und betonte, dass abgebrochene Runden und Ähnliches nicht helfen, um das Team nach vorn zu bringen. "Ich sage damit nicht, dass das passiert ist", so Wolff mit Nachdruck. "Alles ist extrem konkurrenzfähig. Nicht nur die Fahrer, sondern auch die Crews sind Teil des Teams. Für die Fahrer besteht der Hauptaspekt darin, die Fahrer-WM zu gewinnen. Auf unserem plan steht der Sieg in der Konstrukteurswertung und sicherzustellen, dass einer der Fahrer den Fahrertitel holt."


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