Formel 1 - Justiz glaubt nicht an Erpressung Ecclestones

Transparenz verhindert

Die Staatsanwaltschaft München I sieht laut der Anklageschrift keine Beweise dafür, dass Gerhard Gribkowksy Bernie Ecclestone erpresste.
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Motorsport-Magazin.com - Bernie Ecclestone steht ab dem 24. April in München wegen des Vorwurfs der Bestechung und Anstiftung zur Untreue in einem besonders schweren Fall vor Gericht. Der Formel-1-Zampano soll knapp 44 Millionen Dollar an den ehemaligen BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky gezahlt haben, um den Verkauf der Formel-1-Anteile der Bank zu beeinflussen.

Ecclestone gab Zahlungen an Gribkowsky bereits zu, behauptete jedoch, er sei von dem Banker erpresst worden. Anfang 2005 soll Gribkowsky gedroht haben, Details zu einer Stiftung von Ecclestones damaliger Frau Slavica an die Steuerbehörden weiterzugeben, aus denen hervorgehen sollte, dass Ecclestone Steuern hinterzog.

Die Staatsanwaltschaft München ist jedoch nach Informationen der Welt, die einen Einblick in die Anklageschrift erhielt, von dieser Theorie nicht überzeugt, da Gribkowsky ihrer Ansicht nach nicht die nötigen Informationen für eine Erpressung gehabt hätte. Vielmehr geht aus der Schrift hervor, dass Ecclestone mit der Zahlung beabsichtigte, seine Machtposition zu sichern. Den Kaufpreis für die Formel-1-Anteile zu senken soll dagegen nicht das Ziel gewesen sein. Ecclestone soll CVC vielmehr dazu gebracht haben, 830 Millionen Dollar für die Anteile zu bezahlen.

Die Staatsanwaltschaft wirft Ecclestone vor, durch die Bestechung von Gribkowsky verhindert zu haben, dass zum einen andere Angebote geprüft wurden und der Verkauf zum anderen transparent erfolgt. 41 Millionen Dollar des mutmaßlichen Bestechungsgeldes soll Ecclestone als Provision für die Vermittlung des Käufers von Gribkowsky zurückerhalten haben, die Staatsanwaltschaft bezeichnet das als eine 'Kick-back-Zahlung'.

Rund 40 Zeugen sollen laut Anklageschrift im Prozess aussagen, bei dem nach derzeitigem Stand Ecclestone persönlich auftreten wird.


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