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Formel 1 - Testtag-Technik-Trends aus Bahrain

Ferrari gräbt Red-Bull- und Williams-Leichen aus

Bei den Testtagen nach dem Bahrain GP zeigten einige Teams neue Teile. Motorsport-Magazin.com zeigt die wichtigsten technischen Spielereien.
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Motorsport-Magazin.com - Der Formel-1-Zirkus reiste nach dem Bahrain GP nicht sofort zurück nach Europa. Für alle elf Rennställe stand der erste zweitätige Test während der Saison an. Gleichzeitig testeten Caterham, Mercedes und Williams jeweils einen Tag für Pirelli. Obwohl nach dem Rennwochenende nur ein Tag Pause war, brachten viele Teams neue Teile an die Boliden. Motorsport-Magazin.com zeigt die wichtigsten technischen Spielerein.

Ferrari experimentiert mit Radnabe

Ferraris angeblasene Radnabe - Foto: Sutton/Motorsport-Magazin.com

Ferrari konnte zwar effektiv nur einen Tag testen, brachte aber eine interessante Neuerung an den F14 T. Bei einem genaueren Blick auf das Vorderrad des Boliden fiel eine hohle Radnabe auf. Außerdem nahm die Bremsbelüftung geradezu überdimensionale Ausmaße an.

Das kann nur Eines bedeuten: Ferrari sammelt mit der Bremsbelüftung nicht nur Kühlluft für die Karbonscheiben, sondern leitet die Luft durch die Radnabe an die Außenseite des Rades. Somit verspricht sich das Team eine bessere Umströmung. Um objektive Testeindrücke zu erhalten, installierte Ferrari hinter der Vorderachse große Messinstrumente und klebte den Luftauslass zu Vergleichszwecken zeitweise ab.

Red Bulls durchblasene Radnabe - Foto: Sutton

Neu ist diese Idee nicht: Williams probierte dieses Prinzip bereits in der Vorsaison - der Erfolg war eher mäßig. Red Bull experimentierte damit schon 2012, jedoch führte kein extra Röhrchen durch die Radnabe. Beim Weltmeisterteam enthielt die Radnabe selbst kleine Löcher, durch die Luft ausgeblasen wurde. Jedoch war diese Lösung nicht legal, da die Radnabe ein rotierendes Bauteil ist und sie durch ausgeblasene Luft zu einem beweglichen aerodynamischen Teil wird.

McLaren experimentiert mit Aufhängung

McLaren sorgte bei den ersten Wintertestfahrten in Jerez für großes Aufsehen: Die Hinteren Querlenker bestanden nicht aus dem typischen Tropfen-Profil, sondern enthielten ein drittes Element, dass den verbotenen Beamwing ersetzt. Sowohl der obere, als auch der untere Querlenker waren mit einem solchen Zusatz-Element ausgestattet.

Neue Querlenker für McLaren - Foto: Sutton

Nachdem der Traditionsrennstall die ersten drei Rennen mit diesen Querlenkern bestritt, testete Kevin Magnussen nun unterschiedliche Lösungen. Einmal enthielten nur die unteren Querlenker das Beamwing-Profil, einmal gar keiner. Allerdings sind die neuen getesteten Lösungen wenig elegant: Die Antriebswelle steht frei in der Luft und wird nicht - wie bei der Konkurrenz - vom Querlenker abgedeckt.

Keine - zumindest sichtbare - Änderung gab es an der Vorderachse. Doch genau die bereitete Magnussen am Mittwoch Probleme. Der Däne stand plötzlich an einer ungewöhnlichen Stelle im Kiesbett, Reifenspuren deuteten auf einen eigenartigen Zwischenfall hin. McLaren gab nur mechanische Probleme als Ursache an.

Magnussens Aufhängung brach - Foto: Sutton/Motorsport-Magazin.com

Auf unseren Fotos ist allerdings klar zu sehen, dass der Pushrod vorne links gebrochen ist. Beim Anbremsen nickt das Fahrzeug vorne ein, fast das gesamte Fahrzeuggewicht lastet auf der Vorderachse. Die Pushrods geben die Kraft an einen Umlenkhebel weiter, der wiederum auf das Feder-Dämpfer-System drückt. Gut zu sehen ist auch, dass die Druckstrebe genau an der Stelle gebrochen ist, an der sie sich auf einen kleineren Querschnitt verjüngt - hier haben die Ingenieure wohl zu aggressiv gerechnet.

Mercedes experimentiert mit Löchern

Branchenprimus Mercedes konzentrierte sich in Bahrain weiterhin auf Experimente mit Öffnungen und Auslässen. Die Motorabdeckung wurde wieder schmaler gestaltet, die kühleren Temperaturen des Nachtrennens erforderten keine übermäßige Kühlvorrichtungen.

Die unterschiedlichen Mercedes-Ohren - Foto: Sutton/Motorsport-Magazin.com

Doch auch bei den anschließenden Testfahrten in der Bruthitze von Sakhir fand das freizügigere Heck-Layout den Weg zurück auf das Heck F1 W05 nicht. Dafür war der Silberpfeil an beiden Tagen mit einem Schlitz im Cockpit unterwegs, der vermutlich der Kühlung der Fahrer dient. Beim Rennen fuhr nur Hamilton mit Schlitz, Rosbergs Cockpitoberfläche war geschlossen.

Neben der Airbox des Mercedes tauchen seit geraumer Zeit Ohren zur Kühlung auf, die an jene von Lotus aus dem Vorjahr erinnern. Lotus nutzte sie jedoch für ein passives DRD. Die Ohren zeigten sich beim Bahrain-Test leicht modifiziert: Sie wachsen nicht mehr so weit heraus und stehen somit weniger im Wind.


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