Formel 1 - Fix: Haas bekommt Startplatz für 2015

US-Power in der Formel 1

Jetzt ist es offenbar perfekt: Gene Haas bestätigt, für sein US-Team einen Startplatz in der Formel 1 für die Saison 2015 zu erhalten.
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Motorsport-Magazin.com - Nun scheint es beschlossene Sache zu sein: Gene Haas erhält einen Startplatz für ein eigenes Team zur Formel-1-Saison 2015. Der US-Amerikaner bestätigte am Freitag, eine Zusage von der FIA bekommen zu haben. "Natürlich freuen wir uns sehr, dass uns von der FIA eine Formel-1-Lizenz bewilligt wurde", so Haas in einem Schreiben. "Das ist eine spannende Zeit für mich, Haas Automation und jeden, der wieder ein amerikanisches Team in der Formel 1 sehen wollte. Jetzt beginnt die harte Arbeit. Wir nehmen die Herausforderung an und arbeiten daran, Autos an den Start zu bringen."

Update: Die FIA hat Gene Haas am Freitagabend ihren Segen gegeben. Ein vom US-Amerikaner geführtes Team bekommt für die Formel-1-Saison 2015 unter dem Namen Haas Formula LLC eine Startlizenz. "In enger Absprache mit dem kommerziellen Rechteinhaber hat die FIA die Bewerbung akzeptiert", informierte FIA-Boss Jean Todt nach einem Treffen des World Motor Sport Council an diesem Freitag in Marrakesch.

Wir nehmen die Herausforderung an und arbeiten daran, Autos an den Start zu bringen.
Gene Haas

Schon am Wochenende hatte sich angedeutet, dass Unternehmer Haas eine Zusage erhält, nachdem Bernie Ecclestone am Rande des Bahrain-Wochenendes entsprechende Hinweise gegeben hatte. Der 83-Jährige habe zunächst Zweifel am Finanzierungskonzept des Teams gehabt, doch diese seien ausgeräumt worden. "Ich habe mit Gene geredet und sie haben das Geld auf jeden Fall", so Ecclestone gegenüber dem Independent. "Die Frage ist nun, ob und wieviel sie denn ausgeben wollen. Eine Milliarde Dollar hält ungefähr für vier Jahre."

Zweifel ausgeräumt

Weitere Details über den Eintritt von Haas sollen in Bälde folgen. Anfang des Jahres hatte der Groß-Unternehmer bekannt gemacht, mit einem US-Team in die Formel 1 zu wollen. Die Angelegenheit hatte sich allerdings immer weiter in die Länge gezogen. Jetzt gab es von allen Beteiligten grünes Licht, nachdem das World Motor Sport Council am Freitag in Marrakesch getagt hatte. Haas hätte sich allerdings nicht über eine frühere zusage beschwert. "Wir hätten schon vor zwei Monaten Bescheid wissen müssen", hatte sich Haas vor wenigen Tagen beschwert.

Die letzte Aufstockung des Starterfelds fand mit der Saison 2010 statt. Damals stiegen Lotus (heute Caterham), Virgin (Marussia) und Hispania (später HRT) neu in die Königsklasse ein. Während die beiden erstgenannten Rennställe noch heute in der Formel 1 vertreten sind, aber auch in der fünften Saison weiterhin auf die ersten Punkte warten, kam für HRT Ende 2012 wegen finanzieller Probleme das Aus.

Wir hätten schon vor zwei Monaten Bescheid wissen müssen.
Gene Haas

Kein Unbekannter

Haas ist kein Unbekannter in der Motorsportszene. Der 62-jährige US-Amerikaner ist seit 2002 erfolgreich mit einem Team in der NASCAR-Serie aktiv, zuletzt in Kooperation mit dem dreimaligen Sprintcup-Champion Tony Stewart.

Mit Haas Automation betreibt Haas seit 1983 eine der größten CNC-Fertigungsanlagen weltweit mit 1.500 Mitarbeitern. Für ein Engagement in der Formel 1 soll ihm ein dreistelliger Millionenbetrag zur Verfügung stehen. Haas erweiterte erst kürzlich seine Anlage in Charlotte, North Carolina. Zudem besitzt er auch Fabrikgebäude in Brüssel und ist Besitzer des Windshear-Windkanals, der schon von F1-Teams benutzt wurde.

Ferrari als Partner?

Gerüchten zu Folge wäre Ferrari eine Option als Motorenlieferant, Luca di Montezemolo hat bereits den Wunsch geäußert, mit einem US-Team zusammenzuarbeiten. Als Chassishersteller fiel der Name Dallara. Auch über die Fahrer hat sich Haas bereits Gedanken gemacht. So hofft er, einen Formel-1-Veteran für die Entwicklung und einen Paydriver zu verpflichten, um etwas Geld ins Team zu bringen.

Eines steht für Haas jedoch fest: Das Team wird seinen Hauptsitz in den USA haben. Einen Nachteil gegenüber den anderen Formel-1-Teams, deren Fabriken sich alle in Europa befinden, fürchtet er nicht. "Acht oder neun Rennen sind auf dem europäischen Festland und der Rest in Übersee. Es sieht nicht so einschüchternd aus, wie man meinen würde. Die Autos sind ziemlich leicht, man packt sie in Container. Von Charlotte [nächster Flughafen bei der derzeitigen Haas-Fabrik in Kannapolis] aus gehen zwei oder drei Flüge pro Woche nach München, das als Abholplatz dient. Das ist also alles machbar."


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