Formel 1 - Todt warnt: F1 liegt auf der Intensivstation

FIA-Boss zeichnet kein schönes Bild

FIA-Präsident Jean Todt sorgt sich um die Zukunft der Formel 1.
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Motorsport-Magazin.com - FIA-Präsident Jean Todt macht sich große Sorgen um die Königsklasse. "Die Formel 1 liegt auf der Intensivstation", mahnte der Franzose in einem Interview mit der "Welt am Sonntag". "Ich habe Angst, dass wir Teams verlieren. Viele schreien um Hilfe. Bis Ende Juni muss eine Lösung für dieses Problem her, die Zeit drängt."

Vor allem die wirtschaftlichen Bedingungen in der Formel 1 bereiten Todt Sorgen. "Muss jedes Team für 19 Rennen zwischen 300 und 800 Mitarbeiter vor Ort haben? Natürlich nicht. Die Teams kommen zu mir und zu Bernie Ecclestone und flehen uns an, endlich die Budgetgrenze einzuführen", so der FIA-Boss. Bis auf die Werksteams von Ferrari und Mercedes sowie die beiden Red-Bull-Rennställe dürfte kaum ein Team auf langfristig finanziell abgesicherter Basis stehen.

Strafenkatalog wie im echten Leben

Niemand kann eine Formel 1 wollen, in der die Hälfte der Fahrer bezahlen muss, um dabei zu sein.
Jean Todt

"Niemand kann eine Formel 1 wollen, in der die Hälfte der Fahrer bezahlen muss, um dabei zu sein. Die Formel 1 ist das Aushängeschild des Motorsports – also muss sie vorangehen", gibt Todt die Marschrichtung vor. Bei vielen anderen Einführungen sei die Formel 1 ja bereits Vorreiter, wie etwa beim Strafenkatalog, der in dieser Saison eingeführt wurde.

"Es ist wie im echten Leben: Wer Fahrfehler macht, bekommt Strafpunkte. Wer zu viele Strafpunkte hat, verliert seinen Führerschein", führte der FIA-Präsident aus. "Wir schauen uns in dieser Saison an, ob es die Formel 1 voranbringt oder nicht. Wenn wir mit dem Ergebnis zufrieden sind, machen wir nächstes Jahr weiter. Wenn nicht, nicht."

Bauchschmerzen wegen doppelter Punkte

Wenn es uns ein unvergessliches Saisonfinale beschert, bin ich der Erste, der sich darüber freut.
Jean Todt

Der gewöhnungsbedürftigen Regelung der doppelten Punkte steht Todt noch etwas unentschlossen gegenüber. "Um ehrlich zu sein, habe auch ich Bauchschmerzen damit, ein Rennen von 19 so herauszuheben. Wenn es uns ein unvergessliches Saisonfinale beschert, bin ich der Erste, der sich darüber freut."

Die FIA sei unter seiner Führung aber für alle revolutionären Vorschläge offen. "Ich mag es, wenn Leute mit Ideen zu mir kommen. Sollen wir Punkte für das Qualifying vergeben? Sollen wir die Punkte anders staffeln?", warf Todt in den Raum.


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