Formel 1 - Ferraris F14 T: Anders als die anderen

Rote Göttin mit Staubsaugerfront

Nach McLaren präsentiert Ferrari als zweites Topteam das neue Auto. Der F14 T überrascht - nicht nur mit seiner Nase.
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Motorsport-Magazin.com - Das Geheimnis ist gelüftet: Viel wurde bereits im Vorfeld spekuliert, wie die Nase des neuen Ferrari aussehen könnte. Viele vermuteten bereits, dass die Scuderia einen gänzlich anderen Weg gehen würde, als jene Teams, die bisher ihre Boliden zeigten. Wie erwartet veröffentliche Ferrari übrigens - wie schon am Vortag McLaren - richtige Bilder des neuen Fahrzeugs. Von Force India, Williams und Lotus gibt es bisher nur Renderings, die wohl noch aus einer früheren Phase der Entwicklung stammen dürften.

Rennautos sind weder schön noch hässlich. Sie werden wunderschön, wenn sie gewinnen.
Enzo Ferrari

Die Nase des F14 T sieht auf den ersten Blick sehr gewöhnungsbedürftig aus - auf den zweiten Blick immer noch. Wer meint, Firmengründer Enzo Ferrari würde sich bei diesem Blick im Grabe umdrehen, der irrt. Denn schon der Commendatore war der Meinung, dass sich die Form der Funktion anpassen müsse. "Rennautos sind weder schön noch hässlich. Sie werden wunderschön, wenn sie gewinnen."

Ferrari wählt an der Front eine gänzlich andere Herangehensweise als die Konkurrenz. Force India, Williams, McLaren und Lotus hatten allesamt eines gemeinsam: Trotz des einschränkenden Reglements sollte so viel Luft wie nur möglich unter das Fahrzeug gebracht werden. Ferrari geht einen anderen Weg: Die Fahrzeugnase ist über die gesamte Breite auf der Maximalhöhe von 185 Millimeter.

Die Nase selbst steigt nur langsam in die Höhe, erst beim Übergang zum Chassis, wo eine Maximalhöhe von 525 Millimeter gilt, steigt die Höhe sprungartig an. Ebenfalls auffällig: die extrem kleinen Öffnungen in den Seitenkästen. Während McLaren auf geradezu riesige Kühler setzt, wirken die Ferrari-Öffnungen sogar kleiner als jene im Vorjahr. Auch die Öffnung über dem Fahrerkopf ist klein gehalten, eine Zweiteilung wie beim McLaren ist nicht erkennbar.

2013 trug Ferrari die Nase noch besonders hoch - Foto: Sutton

Bei der Vorderradaufhängung bleibt sich Ferrari treu: Entgegen einiger Spekulationen setzen die Italiener erneut auf ein System mit Zugstreben an Vorder- und Hinterachse. McLaren wich von dieser Idee ab und setzt nun wieder auf Pushrods an der Vorderachse. Die Seitenkästen ziehen sich außerdem sehr früh ein, das aerodynamische Augenmerk scheint die Scuderia auf das Heck gelegt zu haben. Denn das profitiert von kleinen Seitenkästen. Der Heckflügel ist mittels zweier vertikaler Streben am Chassis befestigt. Auch hier ist Ferrari bislang das einzige Team, das diese Lösung gewählt hat.

Die Aufbruchsstimmung ist Ferrari förmlich anzumerken. Gewohnt selbstbewusst formuliert die Mythosmarke auch ihre Ziele. "Jetzt ist die Zeit gekommen, um zu gewinnen", gibt Präsident Luca di Montezemolo die Marschroute klar vor. "Unser Ziel ist es, an der Spitze zu stehen und dafür müssen wir unser Bestes geben", forderte Montezemolo von all seinen Mitarbeitern.

Ein Mitarbeiter - sein teuerster sogar - war in der abgelaufenen Saison nach kritischen Äußerungen zur Scuderia in der Gunst des Präsidenten gesunken. Fernando Alonso nahm sich die Kritik scheinbar zu Herzen. "Schumacher gewann die WM im fünften Jahr bei Ferrari. Nun bin ich im fünften Jahr hier und ich hoffe, ich kann etwas von dem Erfolg wiederholen, den er hatte." Montezemolo mahnte Alonso dazu, sich ein Beispiel am Rekordweltmeister zu nehmen. Gesagt, getan.

Präsentation des neuen Ferrari F14 T: (04:05 Min.)

Technische Daten zum F14 T

Chassis Laminiertes Monocoque mit Honigwaben-Verstärkung
Vorderradaufhängung Doppel-Querlenker aus Karbon mit Pullrod (Zugstrebe) und Drehstab-Feder
Hinterradaufhängung Doppel-Querlenker aus Karbon mit Pullrod (Zugstrebe) und Drehstab-Feder
Getriebe Von Ferrari entwickeltes stufenloses Achtganggetriebe plus Rückwärtsgang, elektronische betätigt
Kupplung Doppelkupplung aus Karbon
Bremsen Brembo Bremssättel und Hauptzylinder, Hinterachse mit 'Brake by wire'-System, Karbon-Bremsscheiben und -Beläge
Felgen 13 Zoll OZ-Felgen vorne und hinten
Elektronik FIA Standard-Elektronik
Power-Unit Ferrari 059/3
Verbrennungsmotor 1,6-Liter 90-Grad V6-Turbo Direkteinspritzer, 15.000 Umdrehungen, Turbolader bis 125.000 Umdrehungen
ERS Ferrari, 163 PS, 4 Megajoule Akkukapazität, Max. Umdrehungen MGU-K: 50.000, Max. Umdrehungen MGU-H: 125.000
Maße und Gewicht Mindestgewicht von 691 kg inklusive Fahrer, Schmierstoffe und Kühlflüssigkeiten

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