Formel 1 - Newey: Es ging alles nur um den Auspuff

Vettel und das Team gereift

Sebastian Vettel dominierte 2013 alles und jeden. 13 von 19 Rennen gewann er, die Weltmeisterschaft sowieso. Adrian Newey erklärt, wie es dazu kam.
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Motorsport-Magazin.com - Seit dem 25. August 2013 gab es in der Formel 1 keinen anderen Sieger mehr außer Sebastian Vettel. Wenn die Formel-1-Saison 2014 am 16. März startet, ist Sebastian Vettel seit 203 Tagen unbesiegt. Daten, welche die totale Dominanz des Heppenheimers belegen. Viele machen Adrian Neweys genialen RB9 für die schlicht unglaubliche Überlegenheit verantwortlich. Dabei meint das Design-Genie, den Vorjahresboliden lediglich überarbeitet zu haben.

Ich würde das diesjährige Auto sehr stark als das letztjährige mit ein paar Extra-Monaten zwischen den Rennen betrachten, nicht so sehr als neues Auto.
Adrian Newey

"Ich würde das diesjährige Auto sehr stark als das letztjährige mit ein paar Extra-Monaten zwischen den Rennen betrachten, nicht so sehr als neues Auto. Es hatte eine sehr, sehr starke Anlehnung an das letztjährige Auto - nur mit einer Winterpause", so Newey gegenüber britischen Medien.

Dass der RB9 so viel erfolgreicher als sein Vorgänger war, führt der Brite auf eine Regeländerung nach der Saison 2011 zurück. "Um ehrlich zu sein glaube ich, dass wir, nachdem der Auspuff so stark durch die Position und die Mappings beschnitten wurde, wieder gehen lernen mussten." Red Bull blies damals die Auspuffgase direkt in den 'Magic Gap', also den Bereich zwischen Hinterreifen und Diffusor.

2009 durften die Diffusoren noch richtig angeblasen werden - Foto: Sutton

Durch den angeblasenen Diffusor konnte dieser deutlich effektiver und mit höherer Bodenfreiheit arbeiten, erheblich mehr Anpressdruck war das Ergebnis. Doch die FIA reagierte auf den aerodynamischen Nutzen der Auspuffgase und schrieb die Austrittsposition der Auspuffendrohre vor. Gleichzeitig wurden die Motoren-Mappings so eingeschränkt, dass die Auspuffgase möglichst nur noch unter Last austreten.

"Im letzten Jahr und zu Beginn dieses Jahres ging es noch darum, zu lernen, wie das Auto ohne die Auspuff-Technik funktioniert, wie wir sie 2010 und 2011 noch einsetzten durften", so Newey weiter. Auf die Lernphase zu Beginn der Saison 2013 folgte die totale Dominanz. Ganz auf die Auspuffgase musste Newey aber nicht verzichten. Über eine Rampe konnten immerhin ein paar Punkte Abtrieb gerettet werden.

Über eine Rampe gelangten die Gase in den Magic Gap - Foto: Sutton

Dabei machten sich die Ingenieure den Coanda-Effekt zunutze. Coanda-Effekt wird das physikalische Phänomen genannt, dass Flüssigkeiten und Gase an konvexen Oberflächen entlanggleiten und nicht ablösen. 2014 muss auch darauf verzichtet werden, denn der Auspuff muss mittig und unter dem Heckflügel austreten. Damit dürfte es nun endgültig unmöglich sein, die Gase aerodynamisch zu nutzen.

Doch nicht nur die Technik wurde immer besser, wie Newey zu bedenken gab. "Ich glaube, dass Sebastians Fahrten in diesem Jahr ein Niveau an Reife gezeigt haben, das einfach beeindruckend ist. Er ist noch jung und lernfähig, das war eine aufregende Sache." Speziell der Blick in die Vergangenheit lässt Newey wissen, dass Vettel sich persönlich steigern konnte. "Wenn man in das Jahr 2009 zurückblickt, das war unser erstes gemeinsam Jahr bei Red Bull nachdem er von Toro Rosso kam: Da hat er Fehler gemacht und wir haben auch Fehler gemacht. Ich glaube zusammen - Sebastian als Fahrer und wir als Team - sind wir gereift und haben uns entwickelt. Hoffentlich machen wir noch weniger Fehler."


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