Formel 1 - Best of 2013: Top 5 - Zurück zum Ex-Team

Alte Liebe rostet nicht

Viele Fahrer kehren zu ihrem Ex-Team zurück. Für uns Anlass genug, auf fünf prominente Beispiele zu blicken, die ein Comeback mit der Ex wagten.
von

5. Juan Manuel Fangio

Maserati (1953 - 1954 / 1957)

Juan Manuel Fangio fuhr zwei Mal für Maserati - Foto: Sutton

Der legendäre Argentinier, der bei gerade einmal 51 Grand-Prix-Starts immerhin 24 Triumphe verbuchen konnte und damit bis heute die beste Siegquote in der Königsklasse hält, war kein Freund des Prinzips der verbrannten Erde - so hielt er sich alle Optionen offen und das ermöglichte ihm 1957 eine Rückkehr zu Maserati, mit denen Fangio seinen fünften und insgesamt letzten WM-Titel feierte. Zuvor war Fangio in der allerersten F1-Saison 1950 für Alfa Romeo angetreten, wurde letztendlich Vizemeister. Ein Jahr später holte er mit den Italienern den Titel, nur um für die folgenden anderthalb Jahre erstmals zu Maserati zu wechseln.

1953 und 1954 belegte Fangio erneut die Plätze zwei und eins im Gesamtklassement, wechselte in dieser Zeit jedoch zu Mercedes und fuhr für die Schwaben zweimal den WM-Titel ein. Als sich die Silberpfeile im Zuge der Katastrophe von Le Mans Ende 1955 jedoch aus der F1 zurückzogen, brauchte Fangio ein neues Team: Er schloss sich ein Jahr lang Ferrari an und gestaltete dieses Intermezzo mit Titel Nummer vier äußerst erfolgreich, ehe er im Folgejahr schließlich an seine alte Wirkungsstätte bei Maserati zurückkehrte, um seine große Karriere endgültig zu krönen.

4. Alain Prost

McLaren (1980 / 1984 - 1989)

1984 kehrte Alain Prost zu McLaren zurück - Foto: Sutton

Im Fall von Alain Prost war die nicht rosten wollende, alte Liebe zugleich auch die erste. Der Franzose debütierte im Alter von immerhin schon 25 Jahren für McLaren in der Formel 1 - das war 1980. Zwar holte er gleich in seinen ersten beiden Grand Prix auch die ersten WM-Punkte seiner noch jungen Karriere - von Erfolgen war die Rookie-Saison des Mannes aus Lorette mit Gesamtplatz 16 aber nicht durchzogen. Von 1981 bis 1983 startete Prost für seine Landsleute von Renault, dann verließ er die Franzosen nach dem für ihn enttäuschenden Vizetitel in seinem vierten F1-Jahr allerdings wieder und wagte eine Rückkehr zu McLaren: Der Gang zurück nach Woking war für ihn jedoch keinesfalls einer nach Canossa.

Zwar musste sich Prost 1984 erneut mit P2 zufrieden geben, nur einen halben Punkt hinter Teamkollege Niki Lauda - insgesamt fuhr er mit McLaren in den folgenden sechs Jahren aber drei WM-Titel ein. Erst im Zuge des erbitterten Stallduells mit dem jungen und aufstrebenden Ayrton Senna zerrissen die Band zwischen Prost und McLaren für immer. 1990 wagte er den Absprung in Richtung Ferrari - sein viertes und letztes Championat fuhr er 1993 mit Williams ein.

3. Giancarlo Fisichella

Jordan (1997 / 2002 - 2003) & Benetton / Renault (1998 - 2001 / 2005 - 2007)

Fisichella wagte gleich zwei Comebacks: bei Jordan und Benetton - Foto: Sutton

Der Italiener trieb das Prinzip der Rückkehr zum Ex-Team auf die Spitze, indem er es gleich zweimal und mit verschiedenen Rennställen in die Tat umsetzte. Nach seinem F1-Debüt mit Minardi wechselte Fisichella 1997 zu Jordan, wo er mit Achtungserfolgen zu überzeugen wusste. Nach einem langen hin und her - inklusive Rechtsstreit - sicherte sich für die Folgesaison schließlich Benetton die Dienste des jungen Talents. Für Flavio Briatores Mannen kämpfte der Römer sehr zu seinem Unmut in den darauffolgenden Jahren jedoch oft mit unterlegenem Material.

Als der Teamchef ihm Ende 2001 dann zwar eine Vertragsverlängerung anbot, jedoch ohne Gehaltserhöhung, fühlte sich 'Fisico' in seiner Ehre gekränkt und ging bewusst zurück zu Jordan, mit denen er beim chaotischen Brasilien GP 2003 seinen ersten Sieg feierte. Nach einem Gastspiel bei Sauber ging es für Fisichella 2005 dann doch noch einmal zurück in die alten Benetton-Hallen nach Enstone, die mittlerweile Renault beherbergten. Dort fuhr der 229-fache GP-Starter noch bis einschließlich 2007, stand jedoch in den beiden Titeljahren seines Teamkollegen Fernando Alonso 2005 und 2006 klar in dessen Schatten.

2. Nigel Mansell

Williams (1985 - 1988 / 1991 - 1992 / 1994)

Nigel Mansell konnte es einfach nicht lassen - Foto: Sutton

Der für seine theatralischen Auftritte bekannte Nigel Mansell hatte sie alle: Lotus, Ferrari, McLaren und Williams - der Brite fuhr für jedes große Team seiner Zeit. Eine besondere Beziehung verband den 'Löwen' jedoch mit dem Traditionsrennstall aus Grove. Mit Williams feierte er gleich in seinem ersten Jahr beim Team 1985 seinen ersten Grand-Prix-Sieg und das ausgerechnet beim Heimspiel in Brands Hatch vor den Toren Londons. In den beiden Folgejahren scheiterte Mansell ganz knapp am Titel, wurde zweimal Vizemeister. Auch wenn er 1989 zu Ferrari wechselte, wollte er den Traum vom WM-Titel mit Williams nicht aufgeben.

Obwohl er bereits sein Karriereende erwogen hatte, kehrte er 1991 erstmals ins Team zurück, nur ein Jahr später wurde Mansell mit 9 Saisonsiegen, 14 Pole Positions und 108 WM-Punkten im völlig überlegenen Williams FW14B Weltmeister. Anschließend suchte der Brite jenseits des Atlantiks eine neue Herausforderung, wurde 1993 in den USA CART-Champion. 1994 half der Mann mit dem Schnauzer nach Ayrton Sennas Tod dann ein letztes Mal für Williams aus, startete bei vier Grand Prix und gewann beim Saisonfinale in Adelaide das letzte Rennen seiner F1-Karriere.

1. Gerhard Berger

Benetton (1986 / 1996 - 1997) & Ferrari (1987 - 1989 / 1993 - 1995)

Gerhard Berger ist der klare Comeback-König - Foto: Sutton

Ähnlich wie Fisichella tanzte auch der österreichische Lebemann gerne auf mehreren Hochzeiten. Sowohl bei Benetton als auch bei Ferrari verbuchte Berger gleich zwei Amtszeiten. Nach seinem Karriere-Start bei ATS und Arrows, fuhr der Tiroler 1986 im von BMW befeuerten Benetton B186 in Mexiko seinen ersten Sieg in der Formel 1 ein. 1987 wechselte der Mann aus Wörgl zu Ferrari - für die Scuderia gewann er in den folgenden drei Jahren vier Grand Prix, wurde einmal WM-Dritter. Anschließend zog es ihn zu McLaren-Honda, wo er jedoch den Adjutanten für seinen guten Freund Ayrton Senna spielen musste.

1993 folgte er daher dem neuerlichen Lockruf aus Maranello: Die Tifosi liebten Berger spätestens seit seinem legendären Heimsieg in Monza 1988, nur wenige Tage nach dem Ableben Enzos Ferraris, heiß und innig. In drei weiteren Jahren mit der Scuderia konnte Berger jedoch nur einen weiteren Triumph verbuchen. 1996 wechselten er und Teamkollege Jean Alesi dann im Gegenzug für Michael Schumacher von Ferrari zu Benetton. Mit dem Team, mit dem er seinen ersten Sieg gefeiert hatte, bejubelte er 1997 in seinem geliebten Hockenheim auch seinen letzten, ehe er die Fahrerhandschuhe am Ende des Jahres endgültig an den Nagel hängte.

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