Formel 1 - Red Bull Vorschau: Australien GP

Red Bulls Überflieger auf dem Prüfstand

Ist Red Bull auch 2013 das Maß aller Dinge? Beim Saisonauftakt in Melbourne zählen Sebastian Vettel und Mark Webber auf jeden Fall zu den Favoriten.
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Motorsport-Magazin.com - Das Weltmeisterteam steht auf dem Prüfstand. Beim Großen Preis von Australien wird sich zeigen, wie viel von der Red-Bull-Dominanz des letzten Jahres, vor allem im letzten Saisondrittel, übrig geblieben ist. Bei den Testfahrten war der neue RB9 allerdings noch nicht das Maß aller Dinge, Sebastian Vettel und Mark Webber waren in der Zeitentabelle nur selten ganz vorne zu finden. Gibt es wirklich einen Grund zur Sorge, oder haben die Überflieger von Red Bull noch nicht alle Karten auf den Tisch gelegt?

Nach den vielen Tests ist es gut, dass wir endlich wieder Rennen fahren.
Sebastian Vettel

Weltmeister Vettel freut sich vor allem darauf, dass es nach Winterpause und drei Probeläufen endlich wieder ernst wird. "Nach den vielen Tests ist es gut, dass wir endlich wieder Rennen fahren", sagte der 25-Jährige, der sich als echter Fan des Gastgeberlandes outete. "Australien ist ein großartiges Land, es gibt dort Tiere, die man sonst nur im Zoo sieht, wie Kängurus und Koalas, und die Natur, mit dem Outback, ist sehr beeindruckend. Schade, dass ich nur so wenig von dem Land sehe, aber jedes Jahr kommt ein kleines Eckchen dazu. Melbourne ist eine tolle Stadt. Mir gefällt vor allem der Strand - und die Strecke."

Teamkollege Webber fiebert seinem Heimrennen ebenfalls entgegen, insbesondere, weil er vor heimischer Kulisse noch nicht die ganz großen Ergebnisse herausfahren konnte. "Ich stand fast bei allen Rennen auf der Welt auf dem Podium oder habe sogar gewonnen", sagte er. "Ein Rennen, bei dem ich das wirklich gerne schaffen würde, ist Melbourne. Mir gefällt es sehr, auf der Strecke zu fahren, und die Stimmung ist fantastisch - die Leute in Australien lieben den Grand Prix." Grund genug, in diesem Jahr noch einmal alles in die Waagschale zu werfen, um sich den Traum von einem Podestplatz zu erfüllen. "Ich will unbedingt eine gute Performance zeigen", so Webber. Wenn ich es aufs Podium schaffe, wird der Champagner in Melbourne noch einen Tick besser schmecken."

Red Bull: Melbourne Bilanz

Red Bull in Melbourne: Mit dem Sieg von Vettel im Jahr 2011 gelang Red Bull, was zuvor nur wenige Teams geschafft hatten: die Dominanz von Ferrari und McLaren zu durchbrechen. Ansonsten zählt der Grand Prix auf dem fünften Kontinent aber sicherlich noch nicht zu den Lieblingsrennen des Weltmeisterteams der letzten drei Jahre. Bei bislang acht Teilnahmen sprang nur noch ein weiterer Podestplatz heraus - ebenfalls durch Vettel, der im vergangenen Jahr Platz zwei ergatterte.

Sebastian Vettel in Melbourne: Vettel und Melbourne - das passt. Der Weltmeister ist für die beiden einzigen Podiumsfahrten von Red Bull in Australien verantwortlich. Auf Anhieb kam aber auch der dreimalige Champion nicht in Melbourne zurecht. Bei seinen ersten drei Einsätzen - 2008 für Toro Rosso - überquerte er die Ziellinie nicht. Dass ihm die Strecke inzwischen liegt, unterstreicht aber bereits die Tatsache, dass Vettel sich 2010 und 2011 jeweils die Pole Position sicherte.

Mark Webber in Melbourne: Ein Phänomen, das sich immer wieder beobachten lässt, ist, dass Fahrer gerade vor heimischer Kulisse Probleme haben, Top-Leistungen zu erbringen. Mark Webber ist keine Ausnahme. Elfmal ging der Australier in Australien an den Start, der Sprung auf einen der begehrten Podestplätze blieb ihm jedes Mal versagt. Und nicht nur das: In mehr als der Hälfte der Rennen gab es keine Punkte, sechsmal reiste Webber von seinem Heimrennen mit leeren Händen ab. Es gibt aber einen kleinen Hoffnungsschimmer: Im Vorjahr fuhr der 36-Jährige mit Platz vier sein bislang bestes Ergebnis ein.

Redaktionskommentar

Motorsport-Magazin.com meint: Böse Überraschungen sollte es für Red Bull nicht geben. Aufgrund des Ausbleibens gravierender Änderungen im Reglement dürfte die Truppe aus Milton Keynes beim Saisonauftakt zu den Siegkandidaten gehören. Das Rezept von Adrian Newey, das Auto von 2012 nur punktuell weiterzuentwickeln, könnte sich als genau der richtige Schachzug erweisen. Bei den Tests machte der RB9 durchgehend einen guten Eindruck, auch wenn die absoluten Top-Zeiten fehlten. Gut möglich, dass die Red-Bull-Piloten diesen Makel gleich am ersten Rennwochenende des Jahres beheben.(Olaf Mehlhose)


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