Formel 1 - Neuer Caterham illegal?

Das Rätsel um den Auspuff

Kaum haben die neuen Boliden ihre ersten Kilometer abgespult, schon gibt es die ersten Betrugsvorwürfe. Motorsport-Magazin.com analysiert das strittige Teil.
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Motorsport-Magazin.com - Es dauerte nicht lange, bis die Ingenieure die ersten Zweifel an der Legalität eines Konkurrenz-Fahrzeugs äußerten. Doch nicht etwa bei Red Bull, Ferrari oder McLaren sollen sich die Designer mit unerlaubten Tricks zu helfen gewusst haben, das erste strittige Bauteil wurde am Caterham gesichtet. Genauer gesagt am Heck des CT03, in der äußerst prekären Region rund um den Auspuff.

Seit dem von Adrian Newey initiierten Technik-Kniff mit dem angeblasenen Diffusor wurde der Bereich um den Auslass der Gase sehr detailliert beschränkt. Unter Punkt 5.8 des technischen Reglements für die Saison 2013 sind sämtliche Regularien rund um das Abgassystem zu finden. Die von James Allison angesprochene Variante des Caterham-Auspuffs soll den unter 5.8.4 befindlichen Einschränkungen widersprechen. Motorsport-Magazin.com nimmt diese Stelle des technischen Reglements genauer unter die Lupe.

In 5.8.4 wird zunächst auf die Paragraphen 3.8.4 und 3.8.5 hingewiesen, in denen die Karosserie unmittelbar vor den Hinterreifen beschrieben wird. Zusätzlich zu diesen Einschränkungen wird in 5.8.4 der Bereich am Auspuffende beschrieben. Demnach dürfen sich in einem kegelförmigen Bereich keine Karosserieteile befinden. Dieser kegelförmige Bereich ist durch folgende Punkte genauer definiert:

a) Der Kegel liegt mit den letzten 100 Millimetern des Auspuffendrohrs auf einer gemeinsamen Achse
b) Der Kegel hat vorne einen Durchmesser, der dem Durchmesser jedes Auspuffendrohrs entspricht
c) Der Kegel startet am Auslass des Auspuffendrohrs und endet in der Achse der Hinterreifen
d) Der Kegel hat einen halben Öffnungswinkel von 3°, so dass er an der Achse der Hinterradaufhängung einen größeren Durchmesser hat.

Außerdem muss es eine Ansicht geben, entweder von oben, von der Seite oder irgendeiner anderen dazwischenliegenden Position, die senkrecht zur Fahrzeug-Achse ist, von der aus der abgeschnittene Kegel nicht von irgendeinem Karosserieteil verdeckt wird, das mehr als 50 Millimeter vor der Hinterachse liegt.

Bei der von Caterham gezeigten Lösung befindet sich im Schacht noch ein kleines Leitblech, das die Abgase gezielter Richtung Diffusor leiten soll. Dieses Leitblech befindet sich dem Anschein nach innerhalb des definierten Kegels und ist als Karosserieteil zu werten, weshalb die Konkurrenz darin einen Regelverstoß sieht.

Blickt man allerdings genauer auf den Auspuffauslass, fällt auf, dass dieser sehr weit oben im Seitenkasten endet. Hier sind die letzten 100 Millimeter des Auspuffs relevant, weil sie die Richtung des Kegels vorgeben. So könnte es sein, dass der Kegel unmittelbar am Zusatzflügel vorbeiläuft, wodurch die Caterham-Lösung dem technischen Reglement entspricht.


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