Ob Augusto Farfus so gute Erinnerungen an das anstehende Rennen der Tourenwagen-WM in Pau hat? Immerhin rollte sich der Brasilianer 2007 im Qualifying gefühlvoll ab und bescherte seinen Mechanikern eine lange Nachtschicht. Selbst am Sonntag waren noch Beulen im Dach, doch der Wagen fuhr. Sehr gut sogar: im zweiten Lauf revanchierte sich der BMW-Pilot bei seiner Truppe und schenkte ihnen den Sieg...

"Nach meinem Überschlag im Qualifying 2007 noch ganz oben auf dem Treppchen zu landen, war eine einmalige Erfahrung", berichtet Farfus ein Jahr später. "Die Strecke gehört definitiv zu meinen Favoriten. Sie ist eine Miniaturausgabe des F1-Kurses in Monte Carlo. Auch in Pau hat man das Gefühl, an einem besonderen Ort zu zu sein." Für 2008 stehen seine Vorzeichen wahrlich nicht so gut wie in der letzten Saison: Farfus konnte in diesem Jahr erst drei Punkte ergattern - und das liegt schon zwei Monate zurück.

"Angesichts unserer jüngsten Ergebnisse kann ich nur hoffen, dass das Pendel in Pau wieder in unsere Richtung ausschlagen wird", grübelt auch Weltmeister Andy Priaulx. "Ich reise mit weniger Ballast nach Frankreich als noch im vergangenen Jahr. Das stimmt mich zuversichtlich. Es ist sehr schwierig, in Pau zu überholen. Das Qualifying wird deshalb besonders wichtig."

Alain Menu gewann 2007 ein Rennen, Foto: FIA
Alain Menu gewann 2007 ein Rennen, Foto: FIA

An den Pendel will man sich auch bei Seat hängen. Nach vier Erfolgen in den ersten vier Saisonrennen blieben die Spanier beim Heimspiel in Valencia ohne Erfolg und auch in Pau spricht die Statistik nicht für Seat. Neben Farfus konnte 2007 Chevrolet mit Alain Menu ein Rennen gewinnen, während Seat mit dem Benziner hinten anstehen musste. "Wenn sich unsere Reifen irgendwann zu stark abnutzen, wird es mit dem schweren Auto sehr schwer für uns und dann kann ein kleiner Fehler reichen, um das Rennen beenden zu müssen. Trotzdem glaube ich, dass wir einige gute Resultate erzielen können", so Jordi Gené, der momentan hinter seinen drei Teamkollegen auf dem vierten Tabellenrang liegt.

Nach den jüngsten Erfolgen kann man es bei Chevrolet kaum erwarten, dass es endlich weiter geht. Gerade von Alain Menu, der das erste Rennen im letzten Jahr gewinnen konnte, erhofft man sich einiges... "Im Vergleich zum letzten Jahr trage ich 34 statt fünf Kilo mit mir herum. Daher habe ich andere Ziele als im letzten Jahr, denn eine Pole-Position ist mit dem schweren Auto so gut wie unmöglich", erklärt der Schweizer vor der vierten Saisonstation. "Mein Ziel ist es im ersten Rennen auf den achten Platz zu kommen und weiter wichtige Punkte zu sammeln. Mit der Umkehrung der Startaufstellung hätten wir außerdem gute Chancen für das zweite Rennen."