9.043 Kilometer in 15 Tagen durch sieben Länder: Die 28. Auflage der Rallye Dakar, die am Silvestertag in Lissabon startet, verspricht große Spannung sowie eine Mensch und Material fordernde Herausforderung für die 188 in der Auto-Klasse genannten Piloten. Das Volkswagen Werksteam, das bei dem Wüsten-Klassiker fünf Race Touareg 2 für Jutta Kleinschmidt/Fabrizia Pons (D/I), Mark Miller/Dirk von Zitzewitz (USA/D), Bruno Saby/Michel Périn (F/F), Carlos Sainz/Andy Schulz (E/D) sowie Giniel de Villiers/Tina Thörner (RSA/S) einsetzt, steht bereits in den Startlöchern. "Alle fünf Fahrer, Copiloten und die gesamte Begleitmannschaft sind bestens vorbereitet", so Volkswagen Motorsport-Direktor Kris Nissen. "Nach langer Vorbereitung freuen wir uns darauf, dass es jetzt endlich losgeht. Jeder spürt dieses prickelnde Gefühl so kurz vor dem Start. Wir wollen um den Sieg kämpfen. Dazu brauchen wir natürlich auch das berühmte Quäntchen Glück."
Nachdem die fünf Werks-Duos und die 78 Teammitglieder am vierten Adventssonntag in Wolfsburg mit einer großen Publikumsveranstaltung verabschiedet worden waren, absolvierten die fünf Volkswagen Race Touareg 2 am vergangenen Mittwoch nahe Madrid einen letzten Roll-out. "Weihnachten waren alle Teammitglieder zu Hause bei ihren Familien. Da hat jeder noch einmal Kraft geschöpft für die bevorstehende anstrengende Zeit. Bis zum Start an Sylvester stehen nun letzte Vorbereitungen und vor allem die Technische und Administrative Abnahme auf dem Programm. Alle Fahrzeuge und alle Teammitglieder müssen dieses aufwändige Verfahren durchlaufen", erklärt Kris Nissen.
Fünf neue Volkswagen Race Touareg 2 für den Wüsten-Klassiker
Für die Rallye Dakar 2006 wurde der mit drei Siegen und dem Titelgewinn im FIA Marathon-Rallye-Weltcup erfolgreiche Volkswagen Race Touareg in allen Bereichen weiter entwickelt. Leistung und Ansprechverhalten des nun 275 PS starken Fünfzylinder-TDI-Motors wurden spürbar verbessert, zudem wurden Fahrdynamik und die Übersichtlichkeit für Fahrer und Beifahrer optimiert.
"Volkswagen hat in der Vorbereitung auf die härteste Offroad-Rallye noch einmal zugelegt", erklärt Volkswagen Werkspilotin Jutta Kleinschmidt, die bei der Rallye Dakar 2005 mit ihrer Copilotin Fabrizia Pons den dritten Gesamtrang und damit den ersten Podiumsrang eines Diesel-Fahrzeugs in der 27-jährigen Geschichte der Veranstaltung errang. "Der neue Race Touareg 2 durchlief ein hartes Entwicklungsprogramm. Danach erzielten wir beim Debüt in Portugal die Plätze zwei, drei und vier. Das neue Fahrzeug ist in allen Bereichen besser. Zudem wurden viele praktische Details optimiert. Wir haben im Race Touareg 2 beispielsweise eine bessere Sicht aus dem Cockpit. Außerdem erleichtert uns eine neue Heckklappe die kaum vermeidbaren Reifenwechsel."
28. Ausgabe der "Dakar" mit klassischer Route
"Die Rallye Dakar ist längst ein sportlicher Wettkampf auf sehr hohem Niveau, das Gefühl von Abenteuer ist aber geblieben. Für alle Teilnehmer sind die Bedingungen gleich – Mechaniker, Teammanager, Truckfahrer und Fahrer übernachten im Biwak", beschreibt Volkswagen Werkspilot Bruno Saby, der mit drei Siegen in der Saison 2005 für Volkswagen den Titel im FIA Marathon-Rallye-Weltcup errang, die Faszination der "Dakar". "Diese Rallye ist extrem hart. Wir sitzen viele Stunden im Auto, müssen uns über eine sehr lange Zeit sehr stark konzentrieren. Wir können zudem nachts oft nicht gut schlafen, da man im Zelt natürlich weniger Ruhe als in einem Hotel findet. Auf diese Herausforderung habe ich mich mental und physisch das ganze Jahr über vorbereitet."
"Es erwartet uns eine klassische ‚Dakar´-Route", erläutert Bruno Sabys Copilot, der dreimalige "Dakar"-Sieger Michel Périn, mit 23 Gesamtsiegen bei 43 Einsätzen der erfolgreichste Beifahrer im Marathon-Rallyesport. "Die Strecke führt über 9043 Kilometer durch sieben Länder. Davon werden auf den 15 Etappen 4813 Kilometer auf Zeit gefahren. An den ersten zwei Tagen in Portugal erwarten uns eher klassische Strecken wie in der Rallye-Weltmeisterschaft. Danach geht es von Spanien aus mit der Fähre nach Marokko, wo extrem harte Pisten mit tiefen Löchern gefahren werden. In Mauretanien müssen wir hohe Sanddünen bewältigen, bevor in Mali und Guinea und Senegal die Vegetation stärker, dort aber die Navigation durch die vielen Abzweige extrem schwierig ist."
Drei starke Neuzugänge im Werksteam von Volkswagen
In der Saison 2005 wurde die Mannschaft von Volkswagen durch die drei Fahrer-Duos Mark Miller/Dirk von Zitzewitz (USA/D), Carlos Sainz/Andy Schulz (E/D) sowie Giniel de Villiers/Tina Thörner (RSA/S) verstärkt. Mit 26 Siegen ist der Spanier Carlos Sainz der bislang erfolgreichste Pilot der klassischen Rallye-Weltmeisterschaft. Sainz, der nach seinem Karriere-Ende in der Weltmeisterschaft bei Volkswagen eine neue und spannende Herausforderung fand, fiebert seinem "Dakar"-Debüt entgegen. "Ich habe in den vergangenen Monaten viel getestet, ich habe mich sehr intensiv zusammen mit meinem Beifahrer Andy Schulz vorbereitet, der mir als zweimaliger ‚Dakar´-Sieger natürlich viele Tipps geben kann. Jetzt brenne ich darauf, zu sehen, wie die Rallye wirklich ist." Vor allem an den ersten beiden Tagen in Portugal könnte Sainz für eine Überraschung sorgen: Die eher klassischen Strecken in Südeuropa dürften dem zweimaligen Rallye-Weltmeister gut liegen.
Die südafrikanisch-schwedische Crew Giniel de Villiers und Tina Thörner errang bereits im FIA Marathon-Rallye-Weltcup 2005 zwei zweite Plätze für Volkswagen. Giniel de Villiers, der in den vergangenen drei Jahren bei der Rallye Dakar jeweils seine erfahrenen Teamkollegen schlug, möchte aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre profitieren. "2006 habe ich das beste Fahrzeug, das jemals gefahren bin", erklärt er.
Neu im Volkswagen Team ist der Amerikaner Mark Miller, der bei seiner dritten "Dakar" auf die Ansagen seines deutschen Copiloten Dirk von Zitzewitz hört, der 2005 an der Seite von Robby Gordon bei Volkswagen startete. Miller und von Zitzewitz verbindet eine langjährige Freundschaft: Beide fuhren früher Enduro-Rennen und starteten bereits 2002 und 2004 gemeinsam bei der Rallye Dakar.
Neue Regeln erfordern klassische Navigation mit Roadbook und Kompass
"Für die Rallye Dakar 2006 gelten neue Regeln in der Navigation", erklärt Copilot Dirk von Zitzewitz. "Dadurch spielt die Arbeit der Beifahrer eine ganz besonders wichtige Rolle." Peilten die Teams in der jüngeren Vergangenheit mittels GPS (Global Positioning System) vorgegebene Wegpunkte zielgenau an, geht es 2006 zurück zu den Wurzeln der Wüsten-Rallye. Die vom Veranstalter zur Verfügung gestellten GPS-Systeme – und nur diese sind erlaubt – zeigen zwischen Prüfungsstart und -ziel lediglich die Himmelsrichtung und die Geschwindigkeit an. Die Route muss daher anhand des Roadbook abgefahren werden. Erst drei Kilometer vor einem unsichtbaren Wegpunkt (WPM), der angefahren werden muss, zeigt das GPS die Richtung und genaue Informationen zum Wegpunkt an. Dazwischen bietet lediglich das am Abend zuvor ausgegebenen Roadbook den Beifahrern eine Orientierungshilfe. "Die neuen Regeln machen die Arbeit für uns Copiloten deutlich schwieriger als in den Vorjahren, aber damit auch viel interessanter", so Dirk von Zitzewitz. "Am Abend vor jeder Etappe gehen die fünf Copiloten gemeinsam das Roadbook für den nächsten Tag durch. Hier ist natürlich ein perfektes Teamwork der Schlüssel zum Erfolg."
Teamwork zeigten die Volkswagen Piloten und Beifahrer bereits bei der Rallye Dakar 2005: Vor zwölf Monaten hatte Volkswagen mit Kleinschmidt/Pons, Saby/Périn und Gordon/von Zitzewitz die Plätze drei, fünf und zwölf belegt. Darüber hinaus wurden vier Etappensiege und insgesamt zwölf Top-3-Platzierungen in den Tageswertungen erzielt, außerdem führten Volkswagen Piloten vier Tage lang das Gesamtklassement an.

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