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Asphalt-König gesucht - Dreikampf um den Spanien-Sieg?

Drei Fahrer, zwei Hersteller, ein Sieg. Dreikampf, Duell, oder zieht ein Fahrer weg? Motorsport-Magazin.com hat sich bei den Protagonisten in Spanien umgehört.
von Marion Rott

Motorsport-Magazin.com - Es war ein Hin- und Her bei der Rallye Spanien am Freitag. Sebastien Ogier verlor die Führung an Jari-Matti Latvala und später sogar Platz zwei an Ott Tänak. Am Ende zeigte der Weltmeister aber nochmals sein Können und schlug zurück. Obwohl er über den Tag die Schotterstrecken vom feinen Staub befreien musste, schnappte er sich auf der finalen Prüfung erneut Platz eins.

"Der Asphalt war recht dreckig am Nachmittag", erklärte Ogier zu Terra Alta, der Schotter-Prüfung mit einem Asphalt-Abschnitt in der Mitte. "Wir waren auf dem Asphalt-Abschnitt auf jeden Fall langsamer. In allen anderen Bereichen war der Grip deutlich höher als auf der ersten Durchfahrt, denn der härtere Untergrund kam zum Vorschein und bot besseren Grip und damit höheren Speed."

Ich hatte das Gefühl, noch mehr im Köcher zu haben, aber ich konnte dann nicht mehr die saubere Linie halten, kam von ihr ab, musste dadurch korrigieren und verlor den Speed am Ausgang zum Beschleunigen.
Jari-Matti Latvala

Auf dieser Prüfung war der Weltmeister die absolute Messlatte und brummte Teamkollege Latvala 7,2 Sekunden auf. Der Finne hatte mehr mit den Reifen zu kämpfen, sah aber auch andere Gründe. "Ich habe vier oder fünf Fehler gemacht - direkt zu Beginn zwei große", gestand er. "Ich hatte das Gefühl, noch mehr im Köcher zu haben, aber ich konnte dann nicht mehr die saubere Linie halten, kam von ihr ab, musste dadurch korrigieren und verlor den Speed am Ausgang zum Beschleunigen."

Holt Sebastien Ogier seinen dritten Spanien-Sieg in Folge? - Foto: Volkswagen Motorsport

Ott Tänak kam dem Weltmeister auf dieser Prüfung am nächsten. Zur zweiten Zwischenzeit leuchtete beim Esten sogar eine grüne Zeit auf - die einzige auf dem gesamten Zeitentableau aller Fahrer. Im Ziel allerdings die Ernüchterung: 13,6 Sekunden hinter Ogier und zurück auf Rang drei. Der Ford-Pilot hatte bereits im Vorfeld seine Reifen zu stark abgenützt und dadurch Probleme mit den Hinterreifen. "Ich fuhr wirklich vorsichtig auf den Asphalt-Bereichen und verlor deshalb Zeit", so Tänak.

Der Kampf um den Sieg

Nun muss auf Asphalt die Entscheidung fallen. Ogier und Latvala trennen vor dem Samstag lediglich vier Sekunden, Tänak lauert mit 11,3 Sekunden Rückstand zur Spitze auf Rang drei. "Es sieht so aus, als würde der Kampf morgen weitergehen. Jari mag Asphalt und ist schnell. Ich freue mich schon drauf, den Kampf zu sehen", erklärte der Weltmeister auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com und fügte lachend hinzu: "Also ich möchte ein Teil davon sein und ihn nicht nur sehen."

Es sieht so aus, als würde der Kampf morgen weitergehen. Jari mag Asphalt und ist schnell. Ich freue mich schon drauf, den Kampf zu sehen
Sebastien Ogier

Diese Herausforderung nimmt der Finne gerne an. Im vergangenen Jahr lag er nach Tag eins bereits 36,6 Sekunden zurück und kämpfte sich bis zum Ziel noch auf 11,3 Sekunden heran. Nun trennen die beiden lediglich vier Sekunden. "Die Asphalt-Prüfungen hier sind die besten der ganzen Weltmeisterschaft und ich freue mich drauf. Ich gehe morgen da raus und will um den Sieg kämpfen", gab sich Latvala kämpferisch. "Morgen heißt es Vollgas-Angriff auf den Sieg."

Ott Tänak kämpft um seinen dritten Podestplatz in der WRC - Foto: Sutton

Tänak das Zünglein an der Waage?

Ob Tänak im Duell der beiden Volkswagen noch eine Rolle spielen würde, vermochte der Führende Ogier nicht zu sagen - die Tendenz ging aber zum Zweikampf mit dem Teamkollegen. "Wir werden sehen, was morgen passiert, aber ich erwarte, dass Jari mein stärkster Herausforderer bleibt."

Ich weiß nicht, ob wir den Volkswagen folgen können. In Deutschland und auf Korsika war es auf Asphalt echt nicht gut.
Ott Tänak

Tänak selbst blieb mit Aussagen zu möglichen Zielen zurückhaltend und hielt sich auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com, ob er den Volkswagen auf Asphalt folgen könne, bedeckt. "Ich habe das gleiche Ziel wie heute. Ich werde nicht auf die Positionen schauen, sondern einfach versuchen, mein Bestes zu geben", sagte der Ford-Pilot. "Ich weiß nicht, ob wir den Volkswagen folgen können. In Deutschland und auf Korsika war es auf Asphalt echt nicht gut." Die Herangehensweise ist für ihn aber klar: "Wir müssen wirklich, wirklich hart arbeiten und schnell das Limit finden. Es wird hart werden, aber wir werden es versuchen."


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