WRC

Loeb schätzt Pace auf Eis falsch ein - Rallye Monte Carlo: Die Stimmen des ersten Tages

Tag eins der Rallye Monte Carlo verlangte den Piloten bereits alles ab. Entsprechend viel hatten die Rallye-Stars zu erzählen. Wir haben die besten Quotes.
von Samy Abdel Aal

Motorsport-Magazin.com - Der Auftakt zur Rallye Monte Carlo am Donnerstagabend hatte es bereits in sich: In der Dunkelheit des Fürstentums standen auf Schnee und Eis die ersten beiden Wertungsprüfungen der legendärsten Rallye der Welt an. Wir haben die Stimmen der meisten Protagonisten für euch zusammengesammelt:

Sebastien Loeb (Citroen): Die erste Stage war wirklich extreme vereist. Ohne die Zwischenzeiten hatte ich keine Vorstellung, wo ich im Vergleich zu den anderen Piloten lag, und war im Ziel wirklich über den großen Vorsprung überrascht. Wenn du 20 Kilometer auf Eis unterwegs bist, hast du einfach nie das Gefühl, schnell unterwegs zu sein, aber offensichtlich waren wir es. Wir haben auch auf SS2 hart gepusht, aber die Strecke war schon sehr dreckig. Es gab Schlamm, Kies und Gras in nahezu allen Kurven. Hier in Monte Carlo kann einfach alles passieren, und wir haben noch gar nichts erreicht. Auf gewisser Weise hat mir der gute Speed von heute aber wieder die Sicherheit gegeben, noch auf dem Level fahren zu können, wie wir es uns erhofft hatten. Ich hoffe, der Boden ist morgen gleichmäßig gefroren und dass die Kurven nicht zu verdreckt sind.

Während 20 Kilometern auf Eis fühlst du dich einfach nie schnell
Sebastien Loeb

Sebastien Ogier (VW): Die Strecke heute zu eröffnen war alles andere als leicht. Die Bedingungen haben ständig gewechselt, vor allem in der ersten Prüfung. Nasser Asphalt oder überfrorene Nässe - man wusste nicht genau, was einen erwartet. Insgesamt herrschte wenig Grip. Wir sind es deshalb besonders vorsichtig an- und sind kein Risiko eingegangen. Das war auf der ersten WP sicher nicht die schnellste Fahrweise, aber die richtige.

Jari-Matti Latvala (VW): Ich glaube, dass ich noch nie so einen schwierigen ‚Monte‘-Auftakt erlebt habe wie die erste Prüfung heute Abend. Das permanent wechselnde Grip-Niveau war sehr schwer einzuschätzen. Man konnte dort leicht Minuten verlieren, insofern waren wir mit unserer Zeit dort noch zufrieden. Auf der zweiten Prüfung hatte sich die Heckklappe von Zeit zu Zeit geöffnet, weil die Schließbolzen gebrochen waren. Das hat mich ein bisschen irritiert. Aber abgesehen davon war es ein ordentlicher Auftakt zur Rallye Monte Carlo für uns.

Ich habe noch nie einen derart schwierigen Monte-Auftakt erlebt
Jari-Matti Latvala

Ott Tänak (Ford): Ich bin sehr glücklich mit unserer Leistung heute Abend. Die erste Wertungsprüfung war mehr oder weniger komplett verschneit und vereist. Es war sehr anspruchsvoll, aber wir haben einen guten Rhythmus entwickelt. Wir sind fehlerfrei gefahren und blieben stets auf der Strecke, was natürlich ein entscheidender Faktor war. Auf der zweiten Stage waren dann auch mehr asphaltierte Stellen, jedoch gab es immer noch genügend vereiste Parts. Zudem haben vorausfahrende Autos massiv Kies auf die Ideallinie gepackt. Wir haben bezüglich der Reifen eine sehr gute Wahl getroffen und ich habe das Fahren wirklich genossen. Wir haben hier einen wirklich guten Start hingelegt.

Sebastien Loeb war beim MOnte-Auftakt einmal mehr in einer eigenen Welt unterwegs - Foto: Citroen

Elfyn Evans (Ford): Ein wirklich unglaublicher Start für unsere Rallye. Die erste Wertungsprüfung lief schlechter als erwartet und wir waren leider nicht sehr gut unterwegs. Die Bedingungen waren sehr anspruchsvoll und wir waren extrem darauf fokussiert, keine Fehler zu machen. Für WP2 hat das Team dann einen fantastischen Job bei der Reifenwahl gemacht. Die Pneus, die wir dabei hatten waren einfach genau die richtigen. Ich will mich bei allen bedanken und freue mich sehr über unseren positiven Start.

Wir haben unseren Fokus komplett auf Sicherheit gelegt
Thierry Neuville

Thierry Neuville (Hyundai): Es fühlt sich großartig an, endlich wieder einen Wettbewerb zu bestreiten, jedoch hatten wir einen wirklich schwierigen Beginn. Die Bedingungen waren wirklich extrem anspruchsvoll in beiden Wertungsprüfungen, weswegen wir unseren Fokus komplett auf Sicherheit gelegt haben. Die erste WP lief ganz anständig für uns. Ich bin es nicht gewöhnt, auf derart gefrorenem Boden zu fahren, weswegen ich mich wirklich massiv konzentrieren musste. WP2 war wirklich gefährlich und ich habe mich nur darauf konzentriert, den ersten Tag ohne Fehler zu überstehen. Jetzt müssen wir sehen, was der Freitag bringt, aber falls die Bedingungen sich nicht ändern, wird es eine massive Herausforderung.

Dani Sordo (Hyundai): Ich habe direkt zur Beginn der ersten Wertungsprüfung viel Zeit verloren. Vor der ersten Zwischenzeit habe ich viel zu spät gebremst und bin auf rutschigem Terrain vor einer Kurve dann leider geradeaus gefahren. Unglücklicherweise blieben wir in einem kleinen Graben stecken und mussten das Auto wieder herausschieben. Das hat uns gut und gerne 30 Sekunden gekostet, und so willst du eine Rallye natürlich nicht beginnen. In WP2 bin ich mit Spikes gefahren, was sich aber leider als die falsche Wahl herausstellte, da die Strecke deutlich weniger vereist war. Auch die Sichtverhältnisse haben mir einige Probleme bereitet. Wir haben jedoch immerhin den ersten Tag noch einigermaßen passabel überstanden und werden nun natürlich nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen.

Mein Ausrutscher hat mich direkt 30 Sekunden gekostet
Dani Sordo

Andreas Mikkelsen (VW): Mehr 'Monte' ging heute nicht. Es waren zwei unglaublich schwere Wertungsprüfungen als Auftakt in die neue Saison. Die Bedingungen haben sich permanent geändert. Viel Eis und Schnee auf der ersten Wertungsprüfung, viel ‚Black Ice‘ auf der zweiten. Ich habe versucht sicher durchzukommen und null Risiko einzugehen. Wir hatten heute vier Spike-Reifen und zwei Winterreifen dabei – das war nicht die schlechteste Wahl.


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