WEC

WEC 2018: Regelbruch von Michelin: 250.000 Euro Strafe

Die WEC ist in ihre längste Saison der Geschichte gestartet. Doch die Supersaison bringt für Michelin gleich einiges an Ärger mit.
von Manuel Schulz

Motorsport-Magazin.com - Schon vor der Supersaison der WEC war klar, dass einige Schlupflöcher zu stopfen sind. So ist die Reifenentwicklung durch Michelin und Dunlop untersagt. Um das sicherzustellen beschlossen die FIA und die ACO die Einführung eines Reifenlagers, dessen Inhalt über die Rennen zufällig auf die Teams verteilt wird und im Falle einer Weiterentwicklung sofort Auffälligkeiten liefern würde.

Am 27. Oktober 2017 wurde dies in einer Sitzung der Sporting Working Group besprochen, kurz darauf wurde der Artikel 7.7.72 offiziell kommuniziert, bevor der Motorsport-Weltrat am ihn am 4. Dezember absegnete. Es war also bereits vor einem halben Jahr bekannt, dass die WEC 720 Reifen, also 180 komplette Sätze von den Reifenhersteller zur Einlagerung bis zum Saisonauftakt geliefert werden müssen.

Da Michelin dieser Lieferfristen nicht einhielt, wurden bereits am Donnerstag und Freitag geringe Strafen verhängt. Michelin lieferte jedoch auch bis zum Samstag nicht. Die Stewards reagierten und griffen zu härteren Strafen. 50.000 Euro waren innerhalb von 48 Stunden zu zahlen, weitere 200.000 Euro Strafe wurden bis Le Mans ausgesetzt. Sollte der französische Reifenhersteller bis dahin immer noch nicht geliefert haben, tritt diese Strafe in Kraft.

Michelin selbst verteidigt sich damit, dass über den Winter eine solche Kapazität nicht zu erübrigen sei. Auch deshalb war der Hersteller von Beginn an gegen diese Regel. Aufgrund des Engagements in zahlreichen Rennserien wie MotoGP, WRC und natürlich auch der WEC habe man bei der FIA und ACO um Anhörung gebeten, die laut Michelin nie gewährt wurde. Daher habe man die FIA Wochen vor dem Saisonstart informiert, dass die Reifen nicht geliefert werden konnten.

Allerdings sehen die Stewards das anders. Da die Regel bereits im Oktober 2017 beschlossen worden sei, habe Michelin Zeit genug gehabt die Reifen zu produzieren. Die 180 Reifensätze hätten laut Urteilsbegründung in ein oder zwei Wochen gefertigt werden können. Auch die erhöhte Belastung durch mehr ausgerüstete Fahrzeug um Vergleich zum vergangenen Jahr sahen die Stewards nicht als ausreichende Begründung für die verpassten Liefertermine. Jetzt hat Pirelli noch einmal knapp zwei Monate Zeit, um die Reifen nachzuliefern.


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