Das Wochenende auf dem Lausitzring war anstrengen, hat aber gleichzeitig viel Spaß gemacht. Da der Porsche Carrera Cup dort zwei Rennen angesetzt hat, sind wir fast doppelt so viel gefahren als an einem normalen Wochenende. Insgesamt durften wir fünf Mal auf die Strecke - normal sind drei Mal. Da wir so oft raus durften, konnten das Team und ich viel mit dem Setup arbeiten.

Im ersten freien Training war ich Sechster - irgendwie fahre ich in jedem freien Training auf Platz sechs. Dafür habe ich es im ersten Qualifying sehr, sehr spannend gemacht. In letzter Sekunde konnte ich noch auf den vierten Platz vorfahren. Da ich nach dieser schnellen Runde gleich in den Parc Fermé musste, wusste ich nicht, auf welchem Platz ich liege. Ich wusste nur, dass ich drei Zehntel schneller war. Deswegen bin ich gleich zum nächsten Zelt und habe auf einem Monitor gesehen, dass ich auf Position vier gefahren bin. Auf diesem Platz habe ich dann auch mein erstes Rennen beendet - mal wieder Platz vier. Das Podium war auf jeden Fall in Reichweite, aber leider bin ich die ersten Runden aufgehalten worden. So konnte ich zumindest Punkte sammeln.

Jan will aufs Treppchen., Foto: Jan Seyffarth
Jan will aufs Treppchen., Foto: Jan Seyffarth

Leider konnten wir unsere Leistung im zweiten Qualifying nicht wiederholen und so habe ich nur die 13. Startposition herausfahren können. Daran war auch teilweise unsere Setup-Einstellung schuld. Wir im Team haben uns noch lange zusammengesetzt und zum Glück den Fehler gefunden. Für das Rennen hatte ich die Top-8 anvisiert, die Top-6 wären sehr gut gewesen. Leider war es am Ende mit Platz acht nur gut - aber immerhin weitere Punkte. Mit dem Wochenende bin ich trotzdem sehr zufrieden. Bei so einem Starterfeld ist auch ein achter Platz sehr gut. Meine Platzierungen waren bisher 8 - 4 - 4 - 8, deswegen müsste ich in den nächsten beiden Rennen wieder auf Rang vier fahren. Was ich nicht hoffe, denn so langsam dürfte es auch mal das Podium sein.

In der Meisterschaft liege ich jetzt auf dem fünften Platz, nur einen Punkt hinter Chris Mamerow. Im zweiten Rennen hätte ich noch zwei Runden gebraucht, dann hätte ich Mamerow überholen können und läge jetzt auf Platz vier. Doch viele Fahrer, die zuvor noch vor mir lagen, sind jetzt hinter mir. Auch Jörg Hardt hat acht Punkte Rückstand auf mich. Da sieht man, was ein Ausfall alles ausmacht.

Leider haben wir jetzt fünf Wochen Zeit bis zum nächsten Rennen des Porsche Carrera Cup. Immerhin fahre ich dazwischen noch im ADAC GT Masters auf dem Nürburgring, dann wird die Pause nicht zu lange. Ansonsten nutze ich die Zeit neben meiner Arbeit mal wieder meine Freunde zu treffen, die mich schon lange nicht mehr gesehen haben. Trotzdem freue ich mich jetzt schon sehr auf den Norisring.

Das Rennen dort wird auch sehr interessant. Der Kurs ist sehr eng und wird nicht umsonst Monaco von Deutschland genannt. Um vorne zu fahren, muss man Mut haben, wichtig ist außerdem noch eine gute Bremse und eine gute Beschleunigung aus den Kurven. Besonders schwierig wird es im Qualifying, wenn 40 Autos versuchen eine schnelle Zeit zu fahren. Wir haben ausgerechnet, dass alle 50 Meter ein Porsche kommt. Deshalb werden besonders die ersten 15 Minuten zum Krimi. Ich bin mal gespannt, ob sich die Organisation etwas einfallen lässt und einen anderen Modus fährt. Wenn man es in den zweiten Teil geschafft hat, ist es nicht mehr so schlimm, da wir dann nur noch 15 Teilnehmer sind. Mein Ziel im Rennen ist ankommen. Der Rest ergibt sich von alleine. Letztes Jahr bin ich auf Platz drei liegend abgeschossen worden.