Motorsport

Talent Niklas Krütten: Auf dem Weg nach oben

Niklas Krütten verfolgt seinen großen Traum: Profi-Rennfahrer werden. Auf den Spuren von Nico Hülkenberg und Esteban Ocon...

Motorsport-Magazin.com - Niklas Krütten wurde in Trier geboren und wächst mit seinen Eltern und zwei Geschwistern in der Großregion auf. Schon früh wurde der heute 14-Jährige, nicht zuletzt durch die Nähe zum Nürburgring und die ADAC Deutschlandrallye mit dem Motorsportvirus infiziert.

"Ich war schon als kleines Kind von allem begeistert, was Räder hatte und verbrachte viel Zeit auf meinem Bobby-Car. Der Funke zum Kart ist mit sieben Jahren bei einem Schnupperkurs auf dem Hunsrückring in Hahn übergesprungen. Richtig los ging es dann im Alter von acht Jahren im Anschluss an eine Kartmesse in Trier, als wir Dischner Racing aus Osburg kennenlernten, mit denen ich an einer lokalen Kartserie teilnehmen durfte", so der Schüler, der die 8. Klasse des Auguste-Viktoria-Gymnasiums in Trier besucht.

Niklas ist mit Leib und Seele Kartfahrer. Mit acht Jahren saß er zum ersten Mal im Mini-Kart und nur zwei Jahre später belegte er den dritten Platz beim Westdeutschen ADAC Kart Cup und wurde im gleichen Jahr vierter beim ADAC Bundesendlauf. Sieben Jahre nach seinem ersten Rennen, hat sich der junge Trierer heute in der Weltspitze des Kartsports fest etabliert. Bereits in der Bambini-Klasse zeigte er mit regelmäßigen Spitzenplatzierungen, dass er einer der Durchstarter ist.

Seitdem geht seine noch junge Karriere bergauf und er misst sich bewusst immer an erfahreneren und älteren Fahrern, um sich stetig weiterzuentwickeln. Nach dem Wechsel zu Ricky Flynn Motorsport Anfang 2016, legte er die Latte abermals ein Stück höher und begann in der OK Junior Kategorie an den internationalen Spitzenevents teilzunehmen. Auf seiner Heimatstrecke in Kerpen überfuhr er als Zweiter bei der Deutschen Kart-Meisterschaft die Ziellinie. Bei der CIK-FIA Weltmeisterschaft in Bahrain beeindruckte er mit Gesamtplatz 13 und als Gesamtfünfter trug er sich neben Namen wie Hamilton, Kvyat und Wittmann in die ewigen Bestenlisten der traditionsreichen Trofeo delle Industrie ein.

Foto: Wafeproject

Mit den neuen Lizenzbestimmungen, die ab 2017 in Kraft traten, stieg Niklas in die Kart-Königsklasse, die OK Senior Kategorie, auf, in der er sich als einer der jüngsten Rookies gegen die weltweit besten und vielfach werksunterstützten Kartfahrer behaupten muss und bereits konnte.

Ende Januar startete Niklas beim WSK Champions Cup in Adria und konnte auf Anhieb bei den Rundenzeiten vorne mitmischen. In der weiteren Vorbereitung auf die Saison musste er im Rahmen der WSK Super Master Series einige unverschuldete Rückschläge hinnehmen, ließ aber mit hervorragenden Top-10 Platzierungen in den Vorläufen immer wieder aufhorchen. Beim Auftakt zur CIK-FIA Europameisterschaft in Sarno platzte dann endlich der Knoten: Nach konstant guten Ergebnissen im Zeittraining und den Vorrennen, überquerte er als 10ter im Finale die Ziellinie - ein verdientes Resultat.

Foto: Wafeproject

"Mir gefällt die neue Herausforderung in diesem Jahr sehr gut. Die Senior-Klasse ist vom körperlichen und fahrerischen Anspruch eine andere Liga. Ich trete hier gegen die allerbesten und erfahrensten Piloten der Welt an. Es ist super, sich an deren Leistungen messen zu können. Ziel ist es, in der neuen Klasse von den "alten Hasen" so viel wie möglich zu lernen und mich damit bestmöglich auf den späteren Umstieg ins Auto vorzubereiten."

Nächster Schritt von Niklas wird der Weg in den Formelsport sein, für den er bereits die Weichen stellt. Neben dem Kartsport finden regelmäßige Simulatortrainings statt und auch physisch wurden die Trainingsanforderungen angehoben. Dabei wird er von der Kampfsport-Akademie Trier und ProPerfomance unterstützt. Letztere betreuen aktuell u.a. auch die Formel 1 Piloten Nico Hülkenberg und Esteban Ocon. "Ich habe einen Fitnessplan, den ich rigoros abarbeiten muss. Das erfordert sehr viel Disziplin. Ich mache eine Kombination aus Cardio- und Muskeltraining, und das macht sich deutlich bemerkbar."

Foto: Wafeproject

Einen großen Teil seiner Zeit verbringt Niklas Krütten bei Test- und Rennveranstaltungen auf internationalen Rennstrecken. Neben der Reisetätigkeit darf die Schule nicht zu kurz kommen. Die Abende nach den stressigen Tests und Rennen verbringt der junge Trierer damit, Unterrichtsinhalte und Hausaufgaben nachzuarbeiten. "Meine Schule und meine Lehrer am AVG unterstützen mich sehr. Ohne die, wäre das alles nicht möglich."

Beinahe könnte man vergessen, dass Niklas Krütten gerade erst 14 Jahre jung ist. Denn in seiner noch jungen Karriere hat er einige beachtliche Erfolge erzielt - und all das, mit einer Coolness und Disziplin die seinesgleichen sucht. Wir sind gespannt, auf seine weiteren Schritte.

Foto: Wafeproject

3 Fragen an Niklas Krütten

Mit dem 10. Platz beim EM-Auftakt in Sarno kam endlich das langersehnte, verdiente Ergebnis. Wie viel Druck ist jetzt von Deinen Schultern gefallen?
Niklas Krütten: Wir hatten schon bei vorangegangenen Rennen den Speed für einen der vorderen Plätze. Nachdem uns zunächst etwas Rennglück fehlte, musste es jetzt einfach auch einmal passen. Wir haben uns keinen übermäßigen Druck gemacht. Die Entwicklung seit Anfang des Jahres hat gepasst und wir wussten, dass die Ergebnisse irgendwann kommen werden.

Das nächste Rennen ist ebenfalls wieder ein Europameisterschaftslauf, diesmal in Spanien. Wie schätzt Du die Konkurrenz nach Sarno ein und wo denkst Du, wirst Du diesmal stehen?
Niklas Krütten: Es werden in Spanien mehr oder weniger dieselben Fahrer an den Start gehen, wie in Italien. Der Alonso Circuit wird für fast alle Neuland sein, da ist eine Prognose schwierig. Unser Paket funktioniert eigentlich auf allen Strecken ganz gut und wir werden im Vorfeld dort zwei Tage testen. Unter normalen Umständen sollte ich in der Lage sein, um die vorderen Plätze mitkämpfen zu können.

Was macht ein Vollblutrennfahrer, wenn er über sechs Wochen nicht im Kart sitzt?
Niklas Krütten: Er hofft, dass die Zeit so schnell wie möglich vorbeigeht. Mit Schule und meinem Fitnessprogramm wird mir nicht langweilig. Außerdem testen wir in Frankreich und Spanien, so dass ich dann doch alle zwei Wochen im Kart sitze. Daneben haben wir einige Simulatortests in Vorbereitung auf den Umstieg ins Formelauto geplant.


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