Audi hat den einsetzenden Regen in Le Mans genutzt, um die Führung aus eigener Kraft zu übernehmen. Nach 16 Stunden führt das Trio Capello/McNish/Kristensen mit einem knappen Vorsprung vor den Verfolgern aus dem Lager von Peugeot. Zwar erfolgte der Wechsel an der Spitze nicht auf der Strecke, sondern in der Boxengasse, aber nach einem Stopp der Franzosen konnte Tom Kristensen die Führung übernehmen und diese danach pro Runde um mehrere Sekunden ausbauen.
"Es war sehr schwer mit den kalten Regenreifen auf die Strecke zu gehen", erklärte Jacques Villeneuve nach seinem Stint im Nassen. "Die Bedingungen waren sehr unterschiedlich und es war schwer zu erahnen, was man in der nächsten Kurve erwarten kann. Ich wusste, dass Tom immer näher kommt. Vor einigen Jahren war er mein Teamkollege und er war im Regen schon immer sehr schnell unterwegs."
Im Regen zeigte sich ein weiterer Vorteil der offenen Bauweise von Audi. Während sich die Peugeot-Piloten in ihren geschlossenen Boliden über schlechte Sicht beschwerten und Tempo herausnehmen mussten, hatten die Fahrer in den R10 zu jeder Zeit freie Sicht nach vorne und konnten näher an das Limit gehen. Zeitlich gesehen machte der Unterschied um sieben Uhr, als es noch weiter regnete, aber schon wieder hell war, beinahe eine Minute. Die Nacht brachte Kristensen und Co eine deutliche Führung...

Auch der zweite Audi mit der Startnummer drei konnte auf seine Vordermänner aufschließen. Rockenfeller/Luhr/Prémat liegen nur noch wenige Sekunde hinter den Fahrzeug mit der Startnummer 9; auch die Vorjahressieger befinden sich noch in der gleichen Runde und haben die besten Chancen auf ein Platz auf dem Podium. Nach weitere Problemen in der Nacht hat das Peugeot-Team mit der Nummer 8 wohl keine Möglichkeiten mehr auf einen Pokal: sie liegen acht Runden hinter der Spitze.
Das LMP2-Fahrzeug von Jos Verstappen und Jeroen Bleekemolen läuft derweil weiter wie ein Uhrwerk. Die Niederländer befindet sich auf dem Weg zum Klassensieg und mischen unter anderem die Top-Ten auf. Ihnen konnte der Regen gerade recht, denn so können sie ihren Topspeed-Nachteil egalisieren. Pro Runde fährt Verstappen nur wenige Sekunden langsamer als die Spitze und kann sich im direkten Kampf gegen seine Kontrahenten behaupten.
Auch die GT1-Boliden kratzen mittlerweile an den Top-Ten - die Aston Martin Truppe konnte sich nach 16 Stunden bis auf den zwölften Platz nach vorne arbeiten. Noch können sich Darren Turner und Co aber nicht ausruhen, denn die beste Corvette liegt weiterhin in der selben Runde. In der GT2-Klasse hat Ferrari das Zepter komplett in die Hand genommen: fünf 430GT liegen an der Spitze, Porsche ist weit abgeschlagen. Die besten Chancen scheinen weiterhin Melo/Bruni/Salo zu haben.

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