Mit einem überzeugenden Sieg im zweiten Lauf in Mugello schob sich Bruno Senna im Kampf um die Vizemeisterschaft in der britischen Formel 3 wieder auf fünf Punkte an den diesmal zweitplatzierten Oliver Jarvis heran. Mike Conway wurde in dem Regenrennen Dritter und muss somit mindestens noch bis in einer Woche in Silverstone auf seine Meisterkrönung warten.

Senna überholte den aus der Pole-Position gestarteten Carlin-Piloten Jarvis gleich in der ersten Kurve: "Ich hatte den besseren Start und habe es dann außen versucht, weil ich wusste, dass außen im Regen mehr Grip ist. Er wollte mich wohl ein bisschen rausdrängen, aber ich habe diesmal voll gegen gehalten, es ist sehr eng geworden, aber dann hat er doch zurückgesteckt und ich war vorbei." Danach baute der Brasilianer seinen Vorsprung schnell auf vier Sekunden aus: "Ich hatte das Rennen sicher unter Kontrolle, er ist nur einmal ein bisschen näher gekommen, als gelbe Flaggen draußen waren und ich deutlich vom Gas gegangen bin, während ihn das anscheinend nicht so interessiert hat. Aber dann konnte ich wieder wegziehen und mir ja auch noch die schnellste Runde sichern", strahlte Bruno, der am Ende mit fast acht Sekunden Vorsprung als Erster über die Ziellinie fuhr. "Dieser Sieg war unglaublich wichtig, ich habe jetzt so lange darauf warten müssen, es kam mir vor wie eine Ewigkeit, seit ich im Juni in Mondello Park zum letzten Mal gewonnen habe. Sicher hat es mir geholfen, dass es nass war. Im Trockenen hatten wir ja gestern überhaupt keine Chance. Wo diese Reifenprobleme da her kamen, das müssen wir dringen klären."

Maro Engel wurde am Ende Vierter und war damit unter den besonderen Umständen seines Rennens noch recht zufrieden: "Mein Hauptproblem war, dass in den ersten Runden mein Visier völlig beschlagen war, ich habe überhaupt nichts gesehen. Auf der Geraden musste ich seitlich nach rechts schauen, um mich irgendwie an der weißen Streckenbegrenzungslinie zu orientieren. Erst nach sieben oder acht Runden wurde es besser, dann hatte ich auch noch ein bisschen Glück, dass sich Walker und Buurman vor mir rausgedreht haben. Damit war ich Vierter und konnte auch sofort ein bis eineinhalb Sekunden schneller fahren, aber mein Rückstand auf Conway war halt aus der Anfangsphase schon sehr groß. Ich bin rangekommen, hatte dann allerdings auch noch einmal einen kleinen Ausrutscher - aber ich bin mir auch nicht sicher, dass es sonst gereicht hätte. Zeitweise hatte ich ja immerhin die schnellste Rennrunde, aber leider hat Bruno die mir dann wieder abgejagt. Jetzt ist mein Rückstand halt doch wieder um einiges größer geworden, aber es sind noch vier Rennen, da ist noch viel möglich. Aufgegeben habe ich den Kampf um die Vizemeisterschaft noch lange nicht!"