IMSA

Klaus Graf und Lucas Luhr holen vierten Sieg in dieser Saison - Aston Martin gewinnt auf der Road America

Eine Zehntelsekunde trennen die Meisterschaftsanwärter nach vier Stunden. Spannendes GT-Rennen endet mit Ferrari-Sieg.
von Eduard Einberger

Motorsport-Magazin.com - Das 4-Stunden-Rennen auf der Road America blieb bis zur Schlussphase spannend und wurde vom nächsten Sieg der beiden LMP1-Piloten aus Deutschland gekrönt. Dass es kein leichtes Unterfangen werden sollte, musste Lucas Luhr schnell feststellen.

Schon in der zweiten Kurve schnappte sich Steven Kane im Oryx-Dyson, der schon schnellster LMP1 im nassen Warm-Up war, den Polesitter Luhr im Aston Martin, der zweite Dyson folgte den beiden auf P3. Beim Restart nach der ersten Gelbphase konnte Luhr in der ersten Kurve die Führung zurückerobern, doch Kane wiederholte sein Manöver vom Start und führte bis zum zeitgleichen Boxenstopp der drei Führenden.

Der Oryx-Dyson wurde nicht für seine gute Leistung belohnt - Foto: ALMS

Klaus Graf, der den Muscle Milk Aston Martin übernommen hatte, kam als erster zurück auf die 6,5km lange Strecke in Wisconsin und konnte einen Vorsprung auf die beiden Dyson-Autos herausfahren. Guy Smith und Humaid Al Masaood kollidierten fast beim Neustart nach der zweiten Neutralisation, der Pilot aus Abu Dhabi musste dann nach einem Unfall aufgeben.

Hauchdünner Zieleinlauf an der Spitze

Die vielen Unterbrechungen und besonders die letzte SafetyCar-Phase führten zu einem 40-minütigen Sprint ins Ziel. Guy Smith kämpfte sich in den letzten Runden bis an die Stoßstange von Klaus Graf und lieferte traumhafte Rennszenen.

Das waren wohl die härtesten 20 Minuten meiner Karriere
Klaus Graf

Graf rettete den Rennsieg mit nur einer Zehntelsekunde Vorsprung über die Linie und sagte nach dem Zieleinlauf, dass die letzten 20 Minuten wohl die härtesten seiner Karriere waren: "Ich kann mich nicht erinnern, jemals die letzten zwei Stunden so sehr gepusht zu haben", so der Dornharner. Scott Tucker, Luis Diaz und Christophe Bouchut im einzigen LMP2 im Feld wurden hinter den beiden LMP1 und zwei LMPC Fünfte.

Der erste der Challenge-Klasse im Ziel war Butch Leitzinger, der den Sieg vor Erix Lux retten konnte. Ricardo Gonzalez hätte das Rennen in Elkhart Lake nach 30 Minuten fast aufgeben müssen, weil er mit seinem Oreca-FLM in die Streckenbegrenzung gerutscht war. Der Tabellenführer der LMPC hatte jedoch Glück und konnte nach einem kurzen Reparaturstopp wieder zurück ins Rennen – er wurde zusammen mit Gunnar Jeanette Fünfter.

Ferrari-Triumph in der GT-Kategorie

Die schnellsten GTs holten überholten auf dem 14 Kurven umfassenden Kurs schon nach dem Start einige LMPCs und lieferten sich ein tolles Rennen. In der Startphase gab Joey Hand im BMW M3 das Tempo vor, gefolgt vom Ferrari-Piloten Jaime Melo und Oliver Gavin in der ersten Corvette. Gavin und Melo konnten einige Runden an Hand vorbeigehen, berührten sich jedoch nach dem zeitgleichen Boxenstropp der drei und fielen zurück.

BMW konnte die spannende GT-Klasse nicht gewinnen - Foto: ALMS

Nach der letzten Gelbphase verblieben nur noch der M3 von Dirk Werner und Jaime Melo im Rennen um den GT-Sieg. Weniger als 30 Minuten vor dem Fallen der Zielflagge ging Melo dann am Führenden Deutschen vorbei und gab den Platz an der Sonne nicht mehr her. Dritter wurde Dirk Müller im zweiten M3, der sich mit einer furiosen Fahrt gegen Jörg Bergmeister und Jan Magnussen durchsetzen konnte.

In der zweiten Einheitsklasse der ALMS führten Jeroen Bleekemolen und Jap van Lagen bis zu den ersten Boxenstopps, zur Halbzeit des Rennens übernahmen dann die Tabellenführer Tim Pappas und Spencer Pumpelly das Kommando. Van Lagen verabschiedete sich eine Runde nachdem er die schnellste Rennrunde gefahren hatte ins Kiesbett, an seiner Stelle kämpften sich Sean Edwards und James Sofornas in die Spitzengruppe. Als erster Challenge-Pilot kam dann der Niederländer Bleekemolen gefolgt von Spencer Pumpelly ins Ziel.

In einer anberaumten Krisensitzung wurde die Entscheidung revidiert, Chris Dyson und Klaus Graf keine Punkte für Mid-Ohio zu geben. Aufgrund der Wetterbedingungen wurde die Regel, dass jeder Fahrer eine Mindestanzahl an Runden erreichen muss, für das vergangene Rennen in eine Mindestfahrtzeit geändert, die beide Piloten erreicht hatten.


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