Pastor Maldonado war der heimliche Gewinner des 13. Rennens der GP2 Saison 2008. Nachdem er am Freitag einen Unfall baute und das Qualifying verpasste, schien das Wochenende auf dem engen und winkligen Hungaroring schon gelaufen - auf dem Kurs unweit von Budapest zählen zahlreiche gewonnene Positionen eigentlich nicht zur Tagesordnung. Der Venezolaner belehrte uns eines Besseren: von Startplatz 25 ging es bis auf den fünften Rang nach vorne.
Der Schlüssel zum Erfolg war kurioserweise das verpasste Qualifying. "Ich konnte mit neuen Reifen an den Start gehen, weil ich am Freitagnachmittag nicht gefahren bin. Zu Beginn fuhr ich richtig schnell, meine Pace war schier unglaublich", so der Piquet-Mann gegenüber motorsport-magazin.com. Beinahe genauso unglaublich war die Strategie des Teams, denn man holte Maldonade erst nach 35 Runden und wenige Umläufe vor dem Ziel zum Pflichtstopp an die Box...
"Meine Reifen waren schon nach 15 Runden am Ende, aber auch ohne Gummi musste ich so schnell wie möglich fahren", berichtete Maldonado nach seiner Aufholjagd. "Auch wenn ich immer über dem Limit war, habe ich das geschafft - ich habe jede einzelne Runde gepusht, am Ende ist mir ein gutes Ergebnis gelungen." Teilweise fuhr Maldonado sogar bessere Rundenzeiten als Lucas di Grassi und Andreas Zuber, obwohl die beiden Führenden viel bessere Pneus hatten.
Von Anfang an sei es ihr Ziel gewesen, den achten Platz zu holen und damit die Pole für den zweiten Lauf. Nun steht Maldonado im Sprintrennen auf der vierten Startposition, doch auch von dort sollte morgen noch alles möglich sein. "Morgen wollen wir gewinnen", blickt der 23-Jährige voraus. Seine Gegner hat er zumindest heute schon beeindruckt - so sagt Andy Soucek: "Wenn Pastor schnell näher kommt, soll er eben an mir vorbei und das Rennen gewinnen..." - ob Maldonado diese Einladung annimmt?

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