In den letzten Runde hat dir Romain Grosjean auf der Strecke fast zehn Sekunden abgenommen. Warum konntest du ihn nicht halten?
Giorgio Pantano: Mein Auto war einfach nicht für diese Bedingungen abgestimmt und auf den Slicks war es sehr rutschig. Bei den schwierigen Bedingungen wollte ich einfach keinen Ausfall riskieren und bin mit Blick auf die Meisterschaft gefahren. Wenn es in den letzten Minuten nicht mehr geregnet hätte, dann wäre ich locker als Erster über die Ziellinie gefahren.

Warum konnte Grosjean nach seinem Stopp die Lücke auf dich schließen?
Giorgio Pantano: Er ist wieder so dich an mich herangekommen, weil ich mit starkem Untersteuern kämpfte. Nach meinem Stopp hatte ich mit den frischen Reifen auf der Hinterachse zu viel Grip und das Auto hat geschoben. Aber nach ein paar Runden war ich wieder da, dann hat sich die Balance wieder gefunden und ich konnte das Rennen kontrollieren.

Am Ende hat es dennoch zum Sieg gerreich...
Giorgio Pantano: Ja, mit etwas Glück. Grosjean hat Marko Asmer unter Gelb überholt und bekam deswegen eine Strafe. Zudem habe ich mit der Pole und der schnellsten Runde drei weitere Punkte sammeln können.

Wie wichtig sind weitere Punkte aus dem Sonntagsrennen für dich?
Giorgio Pantano: Schon wichtig. Mit unserem Auto können wir bestimmt etwas nach vorne fahren, vielleicht schaffe ich es sogar auf das Podest. Aber ich denke jetzt noch nicht an den Titel, ich fahre einfach nur meine Rennen. Heute gab es zum Beispiel keinen Grund, auf der rutschigen Piste unnötig viel zu riskieren. Am Ende kann die Meisterschaft durch einen Punkte entschieden werden und dann will ich nicht der Verlierer sein.

Dein Teamkollege Javier Villa hat heute anscheinend zu viel riskiert. Was kann er noch von dir lernen?
Giorgio Pantano: Javier fragt mich manchmal, was er noch besser machen kann - meistens kann ich ihm hilfreich zur Seite stehen. Man merkt, dass er noch sehr jung ist, denn er muss noch viel lernen. Aber auch ich habe noch nicht ausgedient, auch ich kann jedes Jahr noch neue Dinge lernen und mich weiter verbessern. Man lernt sein ganzes Leben lang...

Ist die nächste Station in deinem Leben die Formel 1?
Giorgio Pantano: Ich will noch nicht über die Formel 1 reden, erstmal muss ich die GP2 gewinnen. Wenn ich das schaffe, habe ich vielleicht wieder eine Chance in die Königsklasse zurückzukommen. Ich muss die Meisterschaft auf jeden Fall gewinnen, das wäre ein wichtiger Schritt. Dann werden wir sehen, ob es einen Platz für mich gibt. Ich wäre sehr enttäuscht, wenn das unter diesen Umständen nicht der Fall wäre, denn die letzten drei Meister haben es direkt in die Formel 1 geschafft.