Wie läuft deine zweite Saison in der GP2?
Jason Tahinci: Meine Saison ist etwas spät losgegangen, wahrscheinlich hat sie in Magny Cours wirklich begonnen. Beim vorigen Rennen in Ungarn hatte ich als Elfter im Sprint mein bisher bestes Saisonergebnis, was für meine Motivation gut ist. Hoffentlich können wir diesen Schwung beibehalten und in Istanbul ein gutes Ergebnis holen.

Freust du dich darauf, bei deinem Heimrennen in der GP2 zu fahren?
Jason Tahinci: Es ist immer etwas Spezielles, wenn man vor dem Heimpublikum fährt. Ich mag die Strecke in Istanbul, nicht nur weil es meine Heimstrecke ist, sondern weil ich 20 Minuten entfernt wohne. Ich als Türke und auch wir als türkische Nation sind wir sehr stolz, eine so fantastische Einrichtung für den Grand Prix zu haben. Es ist ein spezieller Ort für mich und ich will mein Bestes geben und den Zuschauern eine gute Show bieten.

Wie würdest du die Strecke in Istanbul beschreiben und welche Herausforderung stellt sie?
Jason Tahinci: Es ist ein flüssiger Kurs mit kurzen Geraden. Die Hauptcharakteristik ist, dass man gegen den Uhrzeigersinn fährt, was man nicht auf vielen Strecken im Kalender macht. Was es aber wirklich speziell macht, sind die Höhenunterschiede. Es gibt zwei oder drei Kurven, die wirklich blind sind - man kann den Scheitelpunkt nicht sehen, also muss man den Einlenk- und den Bremspunkt ungefähr abschätzen. Jede Runde ist eine Herausforderung und man kann immer schneller und schneller fahren. In der Kurve acht, die eine nie endende Kurve mit drei Scheitelpunkten ist, können die Fahrer beispielsweise verschiedene Linien fahren und herausfinden, was ihnen am besten passt. Es ist ein spezieller Kurs.

2005 lernte Jason Tahinci nicht nur die Vorzüge eines Formel 1-Autos kennen, Foto: Sutton
2005 lernte Jason Tahinci nicht nur die Vorzüge eines Formel 1-Autos kennen, Foto: Sutton

Was ist der Schlüssel für eine gute Qualifying-Runde?
Jason Tahinci: Voriges Jahr war die harte Mischung sehr schnell, was sehr gut war. Die Hitze hat natürlich geholfen. Eigentlich ist die erste Runde auf diesem Kurs der Schlüssel auf der harten Mischung. Das ist recht ungewöhnlich, da es auf Strecken wie Silverstone, wo es kühler ist, die zweite oder dritte Runde ist, wo man eine schnelle Runde fahren kann. Man muss die Reifen so gut nutzen wie möglich und versuchen, nicht zu aggressiv zu sein. Die schlangenähnlichen Sektoren eins und zwei belasten die Reifen sehr und auch die Kurve acht, die ungefähr acht Sekunden dauert, beansprucht den rechten Vorderreifen ziemlich. Es ist wichtig, die Reifen klug einzusetzen.

Du warst der erste Fahrer, der in Istanbul ein Formel 1-Auto gefahren ist. Wie war die Erfahrung?
Jason Tahinci: Ja, ich erinnere mich, als ob es gestern gewesen wäre. Es war am Sonntag des türkischen Grand Prix 2005 zu Mittag. Ich bin vor den heimischen Fans in einem Jordan drei Demonstrationsrunden gefahren, was ziemlich speziell und für mich ein wahr gewordener Traum war.