Das waren zwei aufregende Wochenenden für mich. Nicht nur, dass ich in Ungarn wieder auf das Podest fahren und zwei Mal Punkte holen konnte, am Wochenende davor hatte ich quasi mein Formel 1-Debüt. Ich war bei der Ennstal Classic eingeladen und durfte dort den Wolf WR8 Cosworth fahren, mit dem Keke Rosberg 1979 unterwegs war. Das war eine tolle Erfahrung und ich möchte mich noch einmal bei den Veranstaltern Helmut Zwickl und Michael Glöckner für diese Möglichkeit bedanken.
Was ich bei der Ausfahrt bemerken musste, war, wie sehr sich vor allem die Sicherheit in den letzten Jahrzehnten weiterentwickelt hat. Denn so toll wie der Rennwagen auch ist, wenn man damit einen Unfall hat, dann wird es gefährlich. Die Beine liegen noch vor der Vorderachse und sind schnell einmal in Mitleidenschaft gezogen, wenn man wo einschlägt. Ein Monocoque im heutigen Sinne gab es auch nicht. Trotzdem hätte es mich gereizt, einmal richtig Gas zu geben, doch das war leider nicht möglich - Spaß hat es trotzdem gemacht.
Mit einer schönen Erinnerung im Gepäck ging es danach nach Ungarn, wo ich in der GP2 auch wieder zeigen wollte, was ich kann. Und das gelang mir auch gleich im Qualifying. So konnte ich den wertvollen zweiten Platz holen, obwohl ich Probleme beim Schalten hatte. Das Auto wollte einfach nicht mehr schalten und ist immer wieder im Leerlauf hängen geblieben. Deswegen kam ich auch einmal an die Box, wo wir alles neu eingestellt haben. Doch nach zwei Runden ist es wieder von vorne losgegangen und ich habe im letzten Sektor Zeit verloren. Dass ich trotzdem den zweiten Platz geholt habe, fand ich dafür umso besser.

Am Samstag im ersten Rennen lief das Auto dann eigentlich super. Nur am Start hatte ich etwas zu viel durchdrehende Räder und war dann in der ersten Kurve etwas zu vorsichtig. Danach habe ich aber ordentlich gepusht und dabei auch einige Gegner auf der Strecke überholt, was in Ungarn gar nicht so einfach ist. Auch der Boxenstopp hat super funktioniert und ich dachte eigentlich, dass ich die Führung übernehmen müsste, wenn alle anderen drin waren. Doch nach dem Unfall von Filippi kam das Safety Car heraus, einige kamen schnell durch die Box und ich hatte wieder ein paar Autos vor der Nase.
Also konnte ich wieder nur voll auf Angriff fahren, denn auf das Podest wollte ich unbedingt. Das Auto dafür hatte ich und somit konnte ich wieder an mehreren Konkurrenten auf der Strecke vorbeigehen. Auch die letzten beiden, die noch vor mir waren, hätte ich eigentlich packen können. Doch mein linkes Vorderrad hatte schon etwas gelitten, also bin ich auf Nummer sicher gegangen und habe den Podestplatz nachhause gefahren. Kazuki Nakajima vor mir hätte ich einmal sogar noch fast erwischt, weil er einen Fehler gemacht hat. Da er bei der nächsten Kurve aber die Linie innen gehabt hat, hatte ich leider keine Chance.
Am Sonntag ist mein Auto dann leider nicht mehr so gut gelegen. Ich hatte ziemlich viel Übersteuern. Wahrscheinlich, weil wir beim Setup vom Samstag auf Sonntag etwas zu viel geändert haben. Ich bekam auch noch Probleme mit den Bremsen, die sehr schnell blockiert haben. Das wurde mir leider auch ein bisschen zum Verhängnis, denn beim Anbremsen blockierte die Hinterbremse und ich bin geradeaus gerutscht. Doch das Rennen nahm für mich noch einen versöhnlichen Ausgang. Am Ende fuhr ich hinter Chandhok, der auf dem sechsten Platz lag, der noch einen Punkt bringt. Überholen war wegen des Übersteuerns schwierig, aber ich habe ordentlich Druck auf ihn ausgeübt und das hat sich ausgezahlt. In der letzten Runde hat er sich noch gedreht und ich war wieder in den Punkten. Damit war ich schon ganz zufrieden, denn mehr als Platz fünf wäre wohl ohnehin nicht drin gewesen.
Damit liegen also zwei gute Wochenenden hinter mir und nun eine kleine Pause vor mir. Danach geht es nach Istanbul, an das ich sehr schöne Erinnerungen habe. Im vorigen Jahr konnte ich dort meinen ersten Sieg in der GP2 feiern und so wie das Auto im Moment läuft, könnte das dieses Jahr durchaus wieder möglich sein. Ich freue mich jedenfalls schon drauf.

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