Timo, fragst Du Dich allmählich, ob Du etwas verbrochen hast?
Timo Glock: Irgendwie schon. Im Moment werden wir für unseren Speed nicht belohnt. Gestern war es ein kleiner Fehler, der Mechaniker hat wahrscheinlich die ganze Nacht nicht schlafen können. Es war der erste Fehler bei einem Boxenstopp, da kann man dem Team nichts vorwerfen. Wir haben uns als Fahrer in der Vergangenheit in manchen Situationen schon blöder angestellt. Das kann passieren.

Und heute?
Timo Glock: Wir hatten den Speed, ich war locker schneller als mein härtester Gegner vor mir, aber dann geht nach zwei Runden hinter ihm das Getriebe nicht mehr richtig. Als ich gelesen habe, dass es noch 8 Runden geht, wusste ich, dass wir es nicht schaffen werden. Ich habe es versucht, aber das Getriebe hat immer mehr angefangen zu spinnen, Gänge selbst eingelegt - dann gab es keinen Vortrieb mehr. Wir haben es uns angeschaut: es war kein einziger Zahn mehr auf dem vierten Gangrad. Ich hatte nur noch die ersten drei, damit macht es keinen Sinn zu fahren. Es ist frustrierend, wenn man sieht, dass man locker die Pace hat, deutlich schneller ist und dann wieder wegen eines technischen Problems aufgeben muss. Das ist aber nicht auf das Team zurückzuführen, sondern auf den Hersteller.

Mit welchem Gefühl gehst Du jetzt in die dreiwöchige Pause?
Timo Glock: Wir können nichts machen. Wir müssen neue Teile kaufen und hoffen, dass sie halten. Am Getriebe selbst können wir ja nichts machen. Diese Teile bezieht jedes Team vom Hersteller, wir haben anscheinend immer welche dabei, die für irgendein anderes Auto gedacht sind, aber nicht für ein Formelauto.

Gibt es Möglichkeiten sich da zu beschweren?
Timo Glock: Wir hatten ein Meeting mit den GP2-Verantwortlichen. Aber ich gehe da nicht hin und stauche alle zusammen. Das bringt auch nichts. Wir müssen sachlich bleiben und den Fehler finden. Hoffentlich ziehen wir dann für Istanbul das richtige Los und haben den richtigen Gang drin.

Was machst Du in den drei Wochen?
Timo Glock: Trainieren, den Kopf frei bekommen, ein bisschen Kart fahren.

Wie schwierig ist es, den Kopf freizubekommen?
Timo Glock: Nicht schwierig. Wenn ich sehe, dass wir den Speed haben, motiviert mich das umso mehr. Ich stecke den Kopf nicht in den Sand und klage: Oh nein, wir können die Meisterschaft nicht gewinnen. Wenn das so kommen sollte, ist es eben so. Aber dann lag es nicht an uns.