Es scheint sie doch zu geben: die Trainingsweltmeister. Ob Fußball, Eishockey oder Skifahren - in jedem Sport gibt es Personen bzw. Teams, die bis zu einem gewissen Zeitpunkt nach den sicheren Siegern aussehen, um in letzter Sekunde doch noch zu verlieren. In der GP2 scheint diese Rolle das Team iSport International einzunehmen. Dieses Jahr konnte man bereits zweimal die erste Startreihe komplett für sich alleine beanspruchen, um im Rennen durch Pech oder Missgeschick diese Positionen wieder zu verlieren.

Auch heute war wieder einmal so ein Tag, doch Teamboss Paul Jackson nimmt dies relativ gelassen. "Es ist schon ein wenig enttäuschend," gab Jackson gegenüber motorsport-magazin.com zu Protokoll. "Ohne die Probleme beim ersten Boxenstopp wäre Timo [Glock] sicher in Führung liegend wieder auf die Strecke gekommen. Aus diesem Grund haben wir ihn ja auch hereingeholt. Nakajima war nach seinem Boxenstopp sehr schnell unterwegs, und um nicht allzu viel Zeit zu auf ihn zu verlieren, holten wir Timo herein."

"Wir haben sehr viel Potenzial, das konnte jeder sehen", versuchte der Teamchef auf die positiven Seiten des Rennens anzusprechen. Nach dem missglückten Boxenstopp startete Glock eine tolle Aufholjagd, welche in Zaugg seinen Meister fand. Der Südafrikaner berührte Glock, der sich drehte und erneut zurückfiel. "Zaugg hat Timo berührt", fuhr Jackson fort. "Da kann man nichts machen, es ist halt einfach frustrierend, weil er sicher noch weit nach vorne gekommen wäre. Bei solchen Aktionen kann man niemanden die Schuld geben, das passiert. Die Jungs sind doch da, um Rennen zu fahren."

Was die Weltmeisterschaft betrifft, ist Jackson auch nach dem heutigen Rennen weiterhin zuversichtlich: "Wir haben zwar ein paar Punkte auf Di Grassi verloren, doch dieser hätte unsere Pace heute nicht wirklich mitgehen können."