Vom 24. Startplatz auf Rang 13 - das klingt auf den ersten Blick gar nicht so schlecht. Doch Bruno Senna konnte seinem Ergebnis auf dem Hungaroring nicht viel abgewinnen. Denn die Probleme bei Arden werden zumindest für ihn im Moment nicht weniger. "Ich habe immer noch keine Ahnung, was los ist. Wir haben nach dem Qualifying radikal umgebaut, sind auf das Set-up zurückgegangen, das wir in Bahrain und Barcelona verwendet haben. Es war etwas besser, wie man an den Abständen in den Rundenzeiten zu den Schnellsten gesehen hat, aber immer noch weit davon entfernt, gut oder auch nur normal zu sein."

So konnte er nie wirklich attackieren, irgendwelche Vorstöße nach vorne unternehmen, "denn ich habe die ganze Zeit über nur mit dem Auto gekämpft, ich glaube, ich bin keine einzige wirklich perfekte Runde gefahren. Es ist unglaublich anstrengend gewesen, die Lenkung war so schwergängig, es bricht mal vorne, mal hinten aus, die Bremen hinten haben dann immer wieder blockiert..." Dem Brasilianer war die Anstrengung nach dem Rennen anzusehen - und er gab auch zu: "So erschöpft und müde war ich noch nie nach einem Rennen und das hat nicht mit Hitze oder sonst was zu tun..."

Inzwischen fragt sich Senna auch, ob es vielleicht doch ein grundlegendes Problem mit dem Auto gibt, ob vielleicht das Monocoque bei dem nicht ganz leichten Abflug im Qualifying in Silverstone nicht doch etwas abbekommen hat, auch wenn bei Arden davon bisher niemand etwas hören wollte: "Ich muss mit dem Team ernsthaft darüber reden, wir müssen das jetzt genau unter die Lupe nehmen, denn ich halte es inzwischen auch für möglich. Tatsache ist, dass das Auto seit diesem Zeitpunkt nicht mehr so gut war wie vorher, wie in Frankreich und auch in Silverstone im freien Training, das Auto seitdem verstärkt vorne ausbricht, ich nicht mehr so in die Kurven reinbremsen kann, ich nie mehr die gleiche gute Traktion hatte."

Es wäre ja nicht das erste Mal, dass so etwas passiert, dass an einem Monocoque nicht so einfach sichtbare oder messbare Probleme auftauchen, etwas verzogen oder zu weich geworden ist zum Beispiel, und nach einem Tausch des Monocoques dann plötzlich alles wieder viel besser funktioniert, auch wenn sämtliche Ingenieure vorher meinten, das könne alles überhaupt nicht sein. Nick Heidfeld könnte - aus seiner Erfahrung im vergangenen Jahr im Frühjahr - sicher ein paar Worte dazu sagen...