Die besten Freunde sind Timo Glock und Adrian Zaugg nicht gerade. Das GP2 Rennen in Budapest sollte nicht dazu beigetragen haben, das Verhältnis der Beiden zu verbessern. Nach einer kleinen Berührung drehte sich Timo Glock ins Aus und kam nicht in die Punkte, während sich Zaugg den siebten Platz sicherte und so am Sonntag aus der ersten Reihe startet. Die Meinungen über den Zwischenfall sind, wie sollte es anders sein, verschieden. "Ich weiß nicht, was Timo wollte. Das ist eine Kurve wo man rein rollt und nicht bremst", sagte der Südafrikaner. Der Deutsche sagte dazu folgendes: "Adrian ist mit die ganze Zeit vor dem Auto rumgefahren und hat Fehler gemacht. Ich wollte unbedingt vorbei, weil ich schneller war als er. Als ich es probiert habe, hat er die Tür zugemacht und er hat mir keinen Platz gelassen."

Timo Glock ging leer aus, Foto: GP2 Series
Timo Glock ging leer aus, Foto: GP2 Series

Das Rennen von Glock war eigentlich schon vorher gelaufen. "Wenn wir eine Doppel-Pole haben, geht bei uns wohl gar nichts gut", so Glock im Gespräch mit adivo.com über die Anfangsphase des Rennens. Am Start verlor er zunächst die Führung an Lucas di Grassi. "Beim Vorstart ist mir der Motor fast abgestorben und dann drehen mir die Räder durch. Anscheinend sind die Reifen in der Startaufstellung zu stark abgekühlt." Durch den schlechten Start war die Strategie von iSport über den Haufen geworfen. Eine klemmende Radmutter beim Boxenstopp machte alles noch schlimmer. "Ich kann de Team keinen Vorwurf machen, das war das erste Mal, dass so etwas passiert ist", meinte Glock nach dem Rennen. Der Odenwälder hatte zwar im ganzen Rennen ein schnelles Auto, doch die schnellste Rennrunde konnte er nicht fahren, denn er hing im Verkehr fest. "Wir haben überlegt einen Stopp zu machen, aber dann hätte ich zu viele Plätze verloren. Morgen werden wir nach dem Start sehen, wie sich das Rennen entwickelt." Punkte gibt es ab Platz sechs, Glock startet von Rang zehn.

Adrian Zaugg kam in die Punkte. Der Arden-Pilot sicherte sich Platz sieben und zwei Zähler. "Der frühe Stopp war die richtige Entscheidung. Dadurch konnte ich schnelle Runden fahren und Boden gutmachen. Natürlich habe ich auch von den Unfällen profitiert", erklärt Zaugg. In den letzten 15 Runden bekam der Südafrikaner jedoch immer mehr Probleme. Das Duell mit Ho-Pin Tung war hart, doch Zaugg siegte. "Meine Reifen haben abgebaut. Ich bin mir sicher, dass es morgen besser läuft. Schon heute war das Auto besser als gestern, das habe ich bereits in der Einführungsrunde gemerkt." Für das Rennen am Sonntag rechnet sich Zaugg viel aus. Überholen ist bekanntlich viel schwerer, als seine Position zu halten - zumindest auf dem engen und winkligen Kurs von Budapest. Bei Timo Glock gab es dann doch noch ein wenig Einsicht. "Vielleicht war ich etwas zu aggressiv. Aber wenn ich nur hinterherfahre, dann bringt mir das auch nichts."