Gestern durfte Timo Glock einen Heimsieg am Nürburgring bejubeln. Nach den beiden verpatzten Wochenenden in Frankreich und England wollte er das Heimspiel in der Eifel am Sonntag mit einem weiteren guten Rennen abrunden. Doch es sollte anders kommen. "Wir haben eine falsche Änderung von gestern auf heute gemacht", gestand Timo gegenüber motorsport-magazin.com. "Ich hoffte, dass es so läuft wie in Silverstone, dort war das Auto im zweiten Rennen extrem gut." Bis er von Adrian Zaugg getroffen wurde.

Doch Timos Setupänderungen gingen nicht auf. "Es hat leider nicht gepasst, es war heute wärmer als wir erwartet hatten. Unsere Reifen waren zum Schluss so im Keller, dass ich nur noch mitfahren, aber nicht mehr attackieren konnte." Vor allem die Hinterreifen an Glocks GP2-Auto waren zu stark in Mitleidenschaft gezogen. "Da ging nicht mehr viel." Anders sah es bei seinem Teamkollegen Andi Zuber aus. Er verlor das Rennen schon am Start, weil sein Motor abstarb, aber das Setup des Österreichers stimmte.

"Andi war auf einem ähnlichen Setup unterwegs wie unseres gestern", sagte Timo, "und er ist fast die schnellste Rennrunde gefahren - das wäre der richtige Weg gewesen." Dennoch war Zuber keinesfalls zufrieden. "Ich habe einen neuen Motor bekommen, aber der ist wieder nicht richtig gegangen, das haben wir schon beim Aufwärmen heute Früh gesehen", klagte er uns sein Leid. "Dann bin ich am Start stehen geblieben, weil wahrscheinlich ein Zylinder nicht richtig lief, bei Vollbelastung geht er einfach aus." Für das Anschieben in der Startaufstellung erhielt Zuber zu allem Überfluss eine Drive Through Strafe. "Am Ende wollte ich nur noch die schnellste Runde und damit einen Punkt holen, aber die habe ich knapp verpasst, weil ich nicht so viel Power hatte."

Der Rennspeed von Zuber macht Glock aber Mut für die nächsten Rennen. "Das zeigt, dass unser Auto gut genug war", so Glock. Er selbst bezeichnet sein Wochenende als okay. "Ich habe Punkte geholt, den Vorsprung etwas ausgebaut, aber am liebsten hätte ich schon noch mal angegriffen." Doch Überholmanöver waren am Nürburgring schwieriger denn je. "Nakajima hat einmal überholt, alle anderen sind nur hintereinander hergefahren." Timos Problem war, dass er im letzten Sektor zu wenig Traktion hatte, um auf der Geraden heranzukommen und vielleicht ein Manöver zu starten. Für die nächsten Rennen ist er jedoch zuversichtlich. "Ich hoffe, dass wir den Speed so halten können und nächstes Mal die richtige Entscheidung treffen."