Ganz klappte es zwar nicht mit dem erhofften Durchmarsch von ganz hinten bis in die Punkteränge, aber unzufrieden war Bruno Senna mit seinem elften Rang im ersten Rennen in Silverstone nicht wirklich. "Natürlich wäre es toll gewesen, es bis auf den achten Platz zu schaffen und morgen von ganz vorne zu starten. Aber ich hatte auch so meinen Spaß, wenigstens war das Rennen für mich keine Prozession, sondern ein echter Kampf von Anfang bis Ende. Der Start an sich war gar nicht so gut, eher normal, aber die erste Runde insgesamt schon klasse - da habe ich eine Menge Leute überholt, zum Teil auch außen rum in Copse. Am Ende war ich da jedenfalls 16. - nicht so schlecht, wenn man von Platz 24 losgefahren ist."

Danach blieb man beim Arden-Team bei dem vorgefassten Plan, Bruno schon so früh wie möglich, am Ende der zweiten Runde, zum Boxenstopp hereinzuholen - was aber nicht wirklich aufging. Erstes Problem: "Das Auto war mit vollem Tank nicht so gut und schnell, dass ich wirklich schon hätte weiter attackieren können, da war die Balance nicht so toll." Und das zweite: Einige andere Fahrer aus dem Mittelfeld stoppten ebenfalls sehr früh, ordneten sich direkt vor ihm wieder ein, "so dass ich auch erstmal fest hing und keinen Boden gutmachen konnte. Im Nachhinein betrachtet wäre es vielleicht besser gewesen, doch erst später zu stoppen. Aber es ist halt sehr schwierig, einzuschätzen, wer hier wohl wie lange draußen bleibt, wie schnell oder langsam die einzelnen Autos sind..."

Endlos lange hing er zum Beispiel hinter dem Inder Chandhok fest, ehe er sich den Durango-Piloten in der 26. Runde schnappte. Dann hieß das nächste und endgültige Hindernis Michael Ammermüller: "Der war zwar unglaublich langsam, aber er ist Kampflinie gefahren und hat absolut keinen Fehler gemacht. Ich habe alles probiert, ihn in einen reinzutreiben, aber es hat leider nicht funktioniert." Bis zur letzten Kurve probierte es der Brasilianer, die Theorie, ob Zehnter oder Elfter, das mache nun auch keinen großen Unterschied mehr, lässt er nicht gelten: "Ich wollte auf jeden Fall noch irgendwie vorbei..." Für den Sonntag hat er sich offensichtlich noch mal einiges vorgenommen: "Heute bin ich immerhin von 24 auf 11 gefahren. Mal sehen, was da noch geht." Um leicht grinsend hinzuzufügen: "Von 11 auf eins sind ja theoretisch sogar weniger Plätze..."