Nach den Zwischenfällen in der ersten Runde im gestrigen Rennen von Magny-Cours hielten sich die GP2-Piloten im zweiten Lauf zurück. Diesmal gab es in der ersten Runde keinen Schrott. Nicolas Lapierre verteidigte seine Führung und bog als Erster in die erste Kurve ein. Dahinter folgten Javier Villa und Adrian Zaugg. Der Südafrikaner musste seinen Platz aber noch im Laufe der ersten Kilometer aufgeben. Er wurde von seinem Teamkollegen Bruno Senna abgeräumt. Während Senna den dritten Platz einnahm und damit in der ersten Runde drei Plätze gutmachte, fiel Zaugg aus. Doch auch bei Senna lief nicht alles rund. Wenig später rutschte der Brasilianer durch die Auslaufzone und wurde auf Rang neun durchgereicht. Es sollte nicht der letzte Ausrutscher sein.

Für iSport lief es heute nicht viel besser als gestern. Andreas Zuber musste schon nach der Runde in die Startaufstellung in die Boxengasse abbiegen und das Rennen aus dieser aufnehmen. Timo Glock konnte in den ersten beiden Runden schon ein halbes Dutzend Plätze gutmachen, fiel dann aber mit einem Getriebeschaden aus. Michael Ammermüller, der dritte deutschsprachige Pilot in der Meisterschaft, kam ebenfalls nicht zurecht. Negativer Höhepunkt war ein Dreher. Nicht viel besser lief es für den Rückkehrer Adam Carroll. Gestern wurde der Brite disqualifiziert, heute vermieste er sich sein Rennen mit einem Fahrfehler selbst.

Für Glock war der Ausfall besonders bitter, weil seine größten Konkurrenten in die Punkteränge fahren konnten. Luca Filippi kämpfte sogar mit um dem Sieg, er war deutlich schneller unterwegs aus Lapierre und Villa. Einen Platz konnte der Italiener durch den Ausfall von Nicolas Lapierre gewinnen. Der Dams-Pilot schoss in der Haarnadel beinahe ungebremst geradeaus und hatte großes Glück, dass ein riesiges Kiesbett auf seinen Besuch wartete. Giorgio Pantano kam nach dem gestrigen Sieg auf die dritte Position. Pantano fuhr ein einsames, aber gutes Rennen und wurde mit dem zweiten Podestplatz in Folge belohnt. Etwas mehr Action gab es bei Luca di Grassi, der sich mit einigen anderen Fahrern duellieren musste, um den vierten Platz zu holen. Wie aus dem Lehrbuch war dabei das Überholmanöver an Vitaly Petrov, den er vor der Adelaide-Kurve ausbremste.

In den Kampf um den letzten Punkt für den sechsten Platz waren Bruno Senna, Pastor Maldonado, Kazuika Nakajima und Mike Conway involviert. Letzterer verabschiedete sich als Erster aus dem Duell. Der Brite stellte seinen Boliden in der Boxengasse ab. Als nächstes folgte Maldonado. Wie schon im ersten Rennen wurde der Venezolaner in der Schlussphase immer langsamer. Übrig blieben Senna und Nakajima. Erst in der letzten Runde zog Nakajima am Brasilianer vorbei. Senna versuchte zu kontern, drehte sich dabei aber von der Strecke und blieb ohne Punkte.

Nach dem Rennen war die Freude bei Racing Engineering riesig groß. Nach dem schweren Unfall von Ernesto Viso am Vortag durfte das Team heute den Sieg feiern. Villa überquerte die Ziellinie mit einer Sekunde Vorsprung als Erster. Viso wird das Rennen mit großer Sicherheit aus dem Krankenhaus verfolgt haben. Dem Unglücksraben geht es schon wieder prächtig, zumindest soll er bereits mit den französischen Krankenschwestern flirten…